Bundesland

Salzburg

Kurztitel

Landwirtschaftliche Lehrpläneverordnung

Kundmachungsorgan

LGBl. Nr. 84/1982 zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 3/1992

§/Artikel/Anlage

Anl. 1

Inkrafttretensdatum

14.09.1992

Text

Anlage 1

 

Lehrplan für die

Landwirtschaftliche Berufsschule

Fachrichtung Landwirtschaft

 

Organisationsform:

Lehrgangsmäßige Berufsschule

 

I. Allgemeines Bildungsziel

 

Die landwirtschaftliche Berufsschule hat die Aufgabe, den Schülern die Grundausbildung für eine Berufstätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft zu vermitteln, sie zu demokratischen, heimatverbundenen, sittlich und religiös gefestigten und sozial denkenden Staatsbürgern heranzubilden, die Allgemeinbildung der Schüler entsprechend ihrer künftigen Berufstätigkeit zu erweitern und zu vertiefen sowie insbesondere auch die Grundlage für die spätere fachliche Weiterbildung der Schüler zu schaffen. Der landwirtschaftlichen Berufsschule der Fachrichtung Landwirtschaft kommt in Begleitung mit der praktischen Berufsausbildung die besondere Aufgabe zu, die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Ablegung der Facharbeiterprüfung zu vermitteln.

 

II. Stundentafel

 

 

Anmerkung: Die Stundentafel ist nicht darstellbar.

 

 

III. Bildungs- und Lehraufgaben,

Lehrstoff und

didaktische Grundsätze der einzelnen

Unterrichtsgegenstände

 

Pflichtgegenstände

 

1. Religion

(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2

des Religionsunterrichtsgesetzes 1949)

 

Für den Religionsunterricht an den landwirtschaftlichen Berufsschulen findet im Sinne des § 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, der Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an land- und forstwirtschaftlichen Berufsschulen gemäß dem Verordnungsblatt der Erzdiözese Salzburg vom Jänner 1977, Nr. 1, Anwendung.

 

2.

Deutsch und Schriftverkehr

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Die Schüler sollen befähigt werden, sich in Wort und Schrift sprachlich klar und richtig auszudrücken. Sie sollen in der Lage sein, den beruflichen und privaten Schriftverkehr ordnungsgemäß durchzuführen. Gute Ausdrucksweise und sicheres Auftreten sind bei Rede und Diskussion zu schulen. Das Interesse am Lesen als Möglichkeit persönlicher und beruflicher Weiterbildung ist zu fördern.

 

Lehrstoff

 

1., 2. und 3. Schulstufe

Festigung der Schreibrichtigkeit; Festigung der Sprachrichtigkeit;

Aufsatzlehre; Ausfüllen von Formularen (Meldezettel, Anträge für Personaldokumente u.dgl.); Formen und Normen im Schriftverkehr;

privater Schriftverkehr (Brief, Postkarte, Telegramm, Anzeigen, Glückwunsch-, Beileid-, Entschuldigungsschreiben); beruflicher Schriftverkehr (Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden, Warenschriftverkehr, Lebenslauf und Stellenbewerbung);

Zahlungsschriftverkehr; Lesen (Anleitung zum richten Lesen);

Sprecherziehung (Anleitung zum richtigen Reden, Referate - Redeübungen, Diskussion).

 

Didaktische Grundsätze

 

Auf richtiges Sprechen, Schreiben und Lesen ist in allen Unterrichtsgegenständen zu achten. Die Schüler sind vor allem zum Sprechen in ganzen Sätzen aufzufordern. Sie sollen zu sicherem Auftreten und zu klarer Ausdrucksweise gelangen. Die Festigung der Sprach- und Schreibrichtigkeit ist anhand praktischer Beispiele des berufsbezogenen Schriftverkehrs zu üben. Eine rein theoretische Behandlung der Lehrstoffinhalte ist zu vermeiden. Bei allen schriftlichen Arbeiten ist zur Selbständigkeit zu erziehen. Auf die genaue Einhaltung der Normen im Schriftverkehr ist zu achten.

Schularbeiten: eine je Schulstufe.

 

3. Rechnen

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Die Schüler sollen befähigt werden, nach Vertiefung der Grundkenntnisse die im praktischen Berufsleben an sie herantretenden rechnerischen Probleme selbständig und sicher zu lösen. Genauigkeit, wirtschaftliches Denken und der Spargedanke sind zu fördern.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Maße und Gewichte; Festigung der Grundrechnungsarten;

Durchschnitts-, Verhältnis-, Teilungs- und Mischungsrechnungen;

Flächenberechnungen.

2.

Schulstufe

Schlußrechnungen; Prozent- und Promillrechnungen; Zinsrechnungen;

Maßstabrechnungen; graphische Darstellungen; Körperberechnungen.

3.

Schulstufe

Angewandtes Rechnen mit Beispielen aus den Fachgegenständen.

 

Didaktische Grundsätze

 

Das Rechnen muß in erarbeitender Weise ein wesentliches Mittel zur Klärung und Vertiefung des Stoffes sein. Auf die Anwendung von praktischen Beispielen ist bereits bei der Festigung der Grundkenntnisse zu achten. Eine rein theoretische Behandlung der Rechnungsarten ist zu vermeiden. Das Kopfrechnen und das Überschlagsrechnen sind zu üben, Rechenvorteile sind anzuwenden. Der Gebrauch von Faustzahlenbüchern und Tabellen ist zu üben. Messungsübungen an Flächen und Körpern, Maßstablesen und Planzeichnungen sind einzubauen.

Die Verwendung des Taschenrechners darf nicht zur Verringerung der Fertigkeiten bei den Grundrechnungsarten führen.

Die Verschiedenheit der Vorbildung ist durch besondere Unterrichtsverfahren zu berücksichtigen.

Schularbeit: eine je Schulstufe.

 

4.

Politische Bildung

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Die Schüler sollen befähigt werden, den Wert der Gemeinschaft zu erkennen, Aufbau und Einrichtungen des österreichischen Staates zu verstehen und die Notwendigkeit weltweiter Zusammenarbeit zu erfassen. Heimatverbundenheit, Urteilsvermögen, staatsbürgerliche Gesinnung und Mitverantwortung sowie das Verständnis für die Rechtsordnung sind zu fördern. Über die berufsständischen Organisationen und deren Aufgaben ist ein Überblick zu geben.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Entstehung und Grundlage des Staates; Merkmale des Staates;

Rechte und Pflichten des Staatsbürgers; Grund- und Freiheitsrechte;

Staats- und Regierungsformen.

Grundsätze der österreichischen Bundesverfassung; Immerwährende Neutralität; Umfassende Landesverteidigung.

Das österreichische Wahlrecht; die österreichischen Staatssymbole. Die politische Gemeinde.

2.

Schulstufe

Die Bezirksverwaltungsbehörde; Gesetzgebung und Vollziehung des Landes; Gesetzgebung und Vollziehung des Bundes; Kontrolle von Gesetzgebung und Verwaltung; Gerichtsbarkeit.

3.

Schulstufe

Die politische Entwicklung Österreichs seit 1848; die politischen Parteien und ihre ideologischen Grundlagen; internationale Zusammenarbeit.

Die bäuerliche Standesvertretung: Landwirtschaftskammer, Präsidentenkonferenz; Landarbeiterkammer, Landarbeiterkammertag; das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen; die Sozialversicherungsanstalt der Bauern.

Land- und forstwirtschaftliche Berufsausbildung.

 

Didaktische Grundsätze

 

Der Unterricht soll vom Erleben der Schüler ausgehen und kann an aktuelle Ereignisse anschließen. Gesetzestexte und aktuelle Berichte sind zu verwenden. Durch Besuche in öffentlichen Einrichtungen und gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen soll das öffentliche Interesse gefördert werden. Massenmedien, Filme und Publikationen als zeitnahe Anschauungsmittel sind zu verwenden.

 

5. Lebenskunde

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Die Schüler sollen bei der Suche nach einer lebensbestimmenden Wertordnung und Einstellung eine Hilfe erhalten. Die Verantwortung des einzelnen in der Gemeinschaft ist bewußtzumachen. Der Wert der Gesundheit und die Verantwortung, sich gesund zu erhalten, ist den Schülern nahezubringen.

 

Lehrstoff

 

1., 2. und 3. Schulstufe

Verhalten in der Gemeinschaft; Jugendschutzgesetz; Gesundheit und deren Gefährdungen; Verkehrserziehung; Umgang mit der Natur;

Freizeitgestaltung; Entwicklung der Jugendlichen; Partnerschaft;

Konflikte und deren Lösungsmöglichkeiten; Medienerziehung.

 

Didaktische Grundsätze

 

Dieser Gegenstand ist als Lebenshilfe für heranreifende junge Menschen zu betrachten. Im Aufbau des Lehrstoffes soll vom Erleben der Schüler ausgegangen werden. Die sozialen Fähigkeiten der Schüler sind zu aktivieren; zu gesunder Lebensführung und sinnerfülltem Freizeitgebrauch ist anzuleiten.

Der Einsatz von Medien, Exkursionen und die Teilnahme an Veranstaltungen sind einzuplanen. Auf aktuelle Ereignisse und geschlechtsspezifische Themen ist einzugehen.

 

6. Pflanzenbau

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Den Schülern sind Grundkenntnisse einer zeitgemäßen Pflanzenproduktion in landwirtschaftlichen Betrieben zu vermitteln. Die Bedeutung einer ökologischen und marktgerechten Erzeugung ist bewußtzumachen.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Chemische Grundbegriffe; wichtige organische und anorganische Verbindungen.

Wetter- und Klimakunde: Klimafaktoren, Messungen, Wettervorhersage, Einfluß auf die Pflanzenproduktion, Klimazonen, Kleinklima.

Bodenkunde: Funktion, Entstehung, Bestandteile, Aufbau, Eigenschaften und Bearbeitung des Bodens.

2.

Schulstufe

Pflanzenkunde: Bau und Leben der Pflanzen, wichtige Pflanzen und Pflanzenarten, Saatgut.

Pflanzenernährung und Düngung: Nährstoffe, Nährstoffaufnahme, organische und mineralische Dünger, Bodenuntersuchung, Düngungstechnik, Düngungsplan, Ertragsgesetze.

3.

Schulstufe

Grünland und Feldfutterbau: Arten des Grünlandes, Pflanzenbestand, Pflege, Unkrautbekämpfung, Futterwerbung und Futterkonservierung.

Ackerbau: Getreidebau, Hackfruchtbau, Fruchtfolge.

Alternative Pflanzenproduktion: biologischer Landbau, alternative Pflanzenprodukte.

 

Didaktische Grundsätze

 

Die Schüler sind zum Beobachten von Natur- und Arbeitsvorgängen anzuregen. An ihre praktischen und naturkundlichen Kenntnisse ist anzuknüpfen. Auf die Unfallverhütung, den Gesundheits- und Umweltschutz beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist besonders hinzuweisen. Auf die regionalen Verhältnisse ist Rücksicht zu nehmen.

Schularbeiten: eine je Schulstufe.

 

7. Waldwirtschaft

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Den Schülern sind die Grundkenntnisse der bäuerlichen Waldwirtschaft zu vermitteln. Die umfassende Funktion und Bedeutung des Waldes ist bewußtzumachen. Eine positive Waldgesinnung ist zu wecken und zu fördern.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Bedeutung des Waldes für den bäuerlichen Betrieb und die Volkswirtschaft; Besitzformen und Nutzungsrechte; Funktion des Waldes; der Wald als Lebensgemeinschaft; Nährstoffkreislauf; Waldboden; Baumarten, deren Ansprüche und Bedeutung.

2.

Schulstufe

Waldbau: Verjüngung, Pflege, Düngung, Durchforstung, Nutzung. Schutz des Waldes.

3.

Schulstufe

Holzernte und Vermarktung: Schlägerung, Bringung, Ausformung, Holzabmaß und Verkauf.

Sicherung der Besitz- und Waldgrenzen.

Forst- und jagdrechtliche Bestimmungen.

 

Didaktische Grundsätze

 

An die Erfahrungen und Kenntnisse aus anderen Fachgebieten ist anzuknüpfen. Der Lehrstoff ist praxisnahe darzubieten, zur Beobachtung des Waldes und der Arbeitsvorgänge ist anzuregen. Hinweise auf Unfallgefahren und Möglichkeiten der überbetrieblichen Zusammenarbeit sind zu geben. Verbindungen zu Forstorganen und -institutionen sind in geeigneter Weise herzustellen.

 

8. Tierhaltung

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Den Schülern sind grundlegende Kenntnisse der Züchtung, Haltung, Fütterung und Nutzung der Haustiere im Hinblick auf eine wirtschaftliche und gesunde Milch-, Fleisch- und Zuchttiererzeugung zu vermitteln. Die wirtschaftliche Bedeutung der Tierhaltung und die Wichtigkeit einer marktorientierten Erzeugung sind bewußtzumachen.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Bau und Lebensvorgänge des Tierkörpers: Zelle, Gewebe, Organe, Organsysteme.

Grundlagen der Züchtung: Geschlechtszellen, Geschlechtsorgane, Vererbungslehre.

Milch: Zusammensetzung, Bildung, sachgemäßge Gewinnung, Behandlung und Verarbeitung der Milch, Milchqualität, Vermarktung.

2.

Schulstufe

Grundlagen der Fütterung: Nährstoffe, Futterzusammensetzung, Arten der Futtermittel, Grundbegriffe und Maßstäbe der Fütterung.

Rinderhaltung: Formen, Geburt, Geburtshilfe, Aufzucht, Pflege und Fütterung.

3.

Schulstufe

Schweinehaltung: Formen, Geburt, Geburtshilfe, Aufzucht, Pflege und Fütterung.

Züchtung: Arten, Zuchtziele, Rassen, Tierbeurteilung, Stallaufzeichnungen, Zuchtverbände, Tierzuchtförderung.

Wichtige Krankheiten der Tiere.

Sonderformen der Tierproduktion.

 

Didaktische Grundsätze

 

Auf praxisnahen Unterricht ist besonderer Wert zu legen; theoretische Behandlung des Stoffes nur soweit, als dies zum Verständnis der Praxis notwendig ist. Verbindungen zu Zuchtverbänden, Besamungsstationen, Milchuntersuchungsstellen, Milchverarbeitungsbetrieben u.dgl. sind in geeigneter Form herzustellen.

Schularbeiten: eine je Schulstufe.

 

9.

Landtechnik und Baukunde

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Dem Schüler sollen die wichtigsten naturkundlichen Grundlagen zum Verständnis der Funktion landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte und weiterer technischer Einrichtungen auf dem Bauernhof vermittelt werden. Dringlichkeit von Pflege und Wartung sowie des Unfallschutzes sind bewußtzumachen.

Grundlagenwissen für die Errichtung, Sanierung und Erhaltung von Gebäuden vermitteln.

Anregen zur kritischen Prüfung von Wert, Möglichkeiten, Vorteilen und Grenzen technischer Lösungen.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Physikalische Grundlagen und Begriffe mit Maßeinheiten. Maschinenelemente als Anwendung der Mechanik.

Bauteile und Werkstoffe der Landmaschinen.

Anwendung wichtiger Eigenschaften von Flüssigkeiten und Gasen.

Grundlagen der Wärmelehre als Voraussetzung für das Verständnis von Verbrennungsmotoren, Energieproblemen und bautechnischen Aufgaben.

Verbrennungsmotoren: Funktion, Behandlung und Wartung; Treibstoffe und Schmiermittel.

2.

Schulstufe

Elektrizität am Hof: Grundbegriffe, Maßeinheiten, Stromkosten, Anwendung der Grundkenntnisse für Funktion, Behandlung und Wartung von Elektrogeräten. Unfall- und Brandschutz in der elektrischen Anlage.

Der Traktor als Kraftfahrzeug und als zentrale Arbeitsmaschine:

Baugruppen, Funktion, Behandlung und Wartung.

Arbeitstechnik: Begriffe und Anwendung für sinnvollen Maschineneinsatz.

3.

Schulstufe

Landmaschinenkunde: aktuelle Mechanisierungsformen bzw. Geräte in der Ackerwirtschaft, in der Düngung, in der Futterernte und Lagerung; Spezialformen für das Hanggelände.

Möglichkeiten und Grenzen der Maschinenverwendung. Wartung und Unfallschutz.

Baukunde: Bauelemente und deren Herstellung. Stallbauten und Lagerräume funktionell betrachtet. Unfallschutz in Gebäuden.

Gebäudeerhaltung, Umbauten, Sanierung.

 

Didaktische Grundsätze

 

Technische Einzelheiten und theoretische Grundlagen sind nur soweit zu vermitteln, als dies zum Verständnis der Funktion sowie für Handhabung und Wartung der Maschinen erforderlich ist. Auf sinnvolle Nutzung der technischen Einrichtungen unter Beachtung arbeitstechnischer und energiewirtschaftlicher Erkenntnisse ist hinzuweisen.

Die vorbeugende Beachtung der Unfall- und Brandgefahren ist im Verlauf des Lehrstoffes in den aktuellen Bereichen immer wieder bewußtzumachen.

Die Bedeutung des erarbeitenden Wissens für die praktischen Anwendungsmöglichkeiten sowie der abzulegenden Facharbeiterprüfung ist herauszuarbeiten.

Schularbeiten: eine je Schulstufe.

 

10.

Einführung in die Betriebswirtschaft und Buchhaltung

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Den Schülern sind Grundlagen für betriebswirtschaftliche Überlegungen bei der Bewirtschaftung eines Hofes zu vermitteln. Sie sollen befähigt werden, Daten zu sammeln und nach Möglichkeit auszuwerten. Das Verständnis für betriebliche Aufzeichnungen soll geweckt werden.

 

Lehrstoff

 

1.

Schulstufe

Betriebsdokumente: Grundbuchsauszug, Grundbesitzbogen, Lageplan, Einheitswertbescheid.

Erhebung von Betriebsdaten; Anlegen einer Belegsammlung.

2.

Schulstufe

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung; Erfolgsbegriffe, Einkommensberechnung; Kostenbegriffe, einfache Kostenrechnung.

3.

Schulstufe

Wichtige Versicherungen und Steuern; Steuererklärung. Betriebsübergabe.

Überbetriebliche Zusammenarbeit; Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte; Investition und Finanzierung.

 

Didaktische Grundsätze

 

Kenntnisse aus anderen Gegenständen sind zu verwerten. Unter Einbeziehung der Schülerbetriebe sind Übungsbeispiele zu rechnen. In geeigneter Weise ist die Verbindung zu den Behörden, Ämtern und diversen Institutionen herzustellen.

 

11.

Praktischer Unterricht

a)

Pflanzenbau, Obstbau und Waldwirtschaft Bildungs- und Lehraufgaben

 

Vermittlung von praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten sowie demonstrative Ergänzung des fachtheoretischen Unterrichtes, soweit die Demonstrationsmöglichkeiten im Klassenunterricht zum guten Verständnis nicht ausreichen. Vermittlung der Grundkenntnisse im Obstbaumschnitt sowie der forstwirtschaftlichen Spezialarbeiten.

 

Lehrstoff

 

Pflanzen- und Obstbau:

Demonstration zur Bodenkunde: Bodenprofile und Bodenarten, Bodenkartierung; Bodenproben, Spatenprobe, Bodenuntersuchungen; Erstellen eines Anbau- und Düngerplanes; Preiswürdigkeitsvergleiche von Handelsdünger; der Wert der Wirtschaftsdünger; Kennenlernen von Grünland- und Futterpflanzen sowie deren Beikräuter; Anlegen einer Pflanzensammlung; Beurteilen von Pflanzenbeständen; Anlegen einer Samensammlung.

Obstbaum- und Sträucherschnitt, Veredelung.

Waldwirtschaft:

Aufforstung, Bestandpflege, Durchforstung; Forstwerkzeuge;

Motorsägebehandlung und -pflege; Holzmeßkunde.

 

Didaktische Grundsätze

 

Der praktische Unterricht ist in Schülergruppen durchzuführen. Die Verteilung des Übungsstoffes auf die einzelnen Schulstufen ist auf den jeweiligen fachtheoretischen Unterricht abzustimmen. Jedenfalls sollte das Thema im Klassenunterricht vor dem praktischen Unterricht behandelt werden. Für jede Übungseinheit ist die Behandlung eines Themas oder mehrerer kleiner Themen vorzusehen.

Dem Schüler sind die Zusammenhänge zwischen fachtheoretischer Kenntnis und praktischer Anwendung aufzuzeigen.

 

b) Tierhaltung

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Vermittlung von praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten vor allem im Tierbeurteilen, in der Klauenpflege sowie im Hand- und Maschinenmelken. Demonstrative Ergänzung des fachtheoretischen Unterrichtes, soweit die Demonstrationsmöglichkeiten im Klassenunterricht zum guten Verständnis nicht ausreichen.

 

Lehrstoff

 

Demonstration von Bau und Funktion des Euters und der Allgäuer Melkmethode; Übung am Gummieuter; Handmelkkurs.

Demonstration der Bestandteile, der Wirkungsweise, Reinigung und Pflege der Melkmaschine; Melkübungen mit der Melkmaschine am Gummieuter; Maschinenmelkkurs, Milch- und Fleischverarbeitung.

Altersbestimmung bei Rind und Pferd; Zahnwechsel; praktische Tierbeurteilung beim Rind.

Demonstration von Klaue und Huf; Mißbildungen und Pflege;

praktische Klauenpflege beim Rind.

Kennenlernen und Beurteilen von Kraftfuttermitteln;

Qualitätsbeurteilung von Rauhfutter und Silofutter; Feststellen der Futtervorräte und Erstellen eines Futtervoranschlages;

Berechnung von Tagesfutterrationen mit Anwendung der Futterwerttabellen.

 

Didaktische Grundsätze

 

Der praktische Unterricht ist in Schülergruppen durchzuführen. Die Verteilung des Übungsstoffes auf die einzelnen Schulstufen ist auf den jeweiligen fachtheoretischen Unterricht abzustimmen. Jedenfalls sollte das Thema im Klassenunterricht vor dem praktischen Unterricht behandelt werden. Für jede Übungseinheit ist die Behandlung eines Themas oder mehrerer kleiner Themen vorzusehen. Dem Schüler sind die Zusammenhänge zwischen theoretischer Kenntnis und praktischer Anwendung aufzuzeigen.

Die Handmelkübungen am Gummieuter sind als übungsmäßige Vorbereitung auf den Handmelkkurs zu gestalten und sind mit der Unterweisung in Vor- und Nacharbeiten beim Melken zu verbinden. Das übungsmäßige Maschinenmelken am Gummieuter dient dem gleichen Zweck.

Das praktische Handmelken sowie das praktische Maschinenmelken ist kursmäßig unter Bildung kleinerer Schülergruppen durchzuführen.

 

c) Landtechnik

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Anleitung zu zweckmäßiger Gestaltung und Einrichtung der Hofwerkstätte sowie zum sinnvollen, fachgerechten Einsatz der Kenntnisse und Werkzeuge für einfache Wartungs- und Reparaturarbeiten an Landmaschinen.

Mit technischen Einrichtungen für deren nützlichen Gebrauch ausreichend vertraut werden. Einsicht für das große Maß an Verantwortung im Maschineneinsatz gewinnen.

 

Lehrstoff

 

Grundkenntnisse in einfacher schlossermäßiger Metallbearbeitung als Grundlage für Maschinenüberholung und leichte Reparaturen. Messen, Werkskizze, Anreißen, Ablängen, Flächen-Feilen, Bohren, Senken, Gewindeschneiden, Biegen, Richten, Blechbearbeitung, Weichlöten, einfache Schmiedearbeiten.

Einsatz und Umrüsten einfacher Werkzeugmaschinen, Unfallschutz.

Hofwerkstätte: Ausrüstung, Werkzeugkunde.

Reinigen, Konservieren, Rostschutz und Abschmieren an Landmaschinen.

Ausbau, Reinigen, Einbau und Abdichtung von Lagern. Gebrauch der Ersatzteillisten und Betriebsanleitungen.

Wartungs- bzw. Einstellarbeiten an Riemen, Ketten oder Zahnradtrieben.

Nachschärfen, Austauschen und Einstellen von Werkzeugschneiden.

Überholen von Fingermähwerken.

Behandlung und Schutz von Bereifungen.

Wartungs- und Einstellarbeiten an Motoren und Traktoren;

Unfallschutz.

Wartung, Unfall- und Brandschutz an Elektrogeräten bzw. in Elektroinstallationen.

 

Didaktische Grundsätze

 

Erlernen und Festigen praktischer Kenntnisse ist nur durch Selbertun seitens der Schüler sinnvoll. Auf diese Tatsache ist auch mit der jeweiligen Größe der Schülergruppen Bedacht zu nehmen. Die besondere Bedeutung fachlicher Kenntnisse in Verbindung mit einer gut eingerichteten Hofwerkstätte für die Erhaltung des betriebseigenen Maschinenkapitals wäre im Verlauf der unterrichtsmäßigen Maschinenwartung wiederholt herauszugeben.

 

Freigegenstand

Elektronische Datenverarbeitung

Bildungs- und Lehraufgaben

 

Vermittlung von Aufbau, Funktion und Einsatzmöglichkeiten eines Computers. Unterweisung in der Handhabung eines Personalcomputers. Befähigung zur Ausführung kleinerer fachbezogener Arbeiten.

 

Lehrstoff

 

1., 2. und 3. Schulstufe

Grundlagen der Elektronischen Datenverarbeitung; Grundprinzip;

Fachbegriffe.

Hardware; Software (Anwendungssoftware).

 

Didaktische Grundsätze

 

Die theoretischen Grundlagen sind auf das absolut notwendige Maß zu beschränken, der Schwerpunkt ist auf das Arbeiten mit den Geräten zu legen.