Anlage 7

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an allgemein bildenden höheren Schulen

Struktur und Aufbau des AHS-Lehrplanes

Dieser Lehrplan bezieht sich auf die Langform der AHS und gilt auch für das Oberstufenrealgymnasium. Die zu Beginn erläuterten didaktischen und methodischen Überlegungen gelten auch für diese Schulformen.

Jahrgangsbezogene Schwerpunktthemen (Jahresmotto)

Der Lehrplan für AHS ist auf acht Schulstufen aufgeteilt, welche jeweils ein thematisch bedeutsames, altersgemäß angepasstes und theologisch gewichtiges Schwerpunktthema behandeln. Diese Schwerpunktthemen ziehen sich jeweils durch das gesamte Schuljahr und sollen immer wieder in den unterschiedlichen Themenkreisen methodisch angemessen und abwechslungsreich erläutert und erarbeitet sowie auch kontrovers diskutiert und problematisiert werden. Ziel ist es, wesentliche, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler betreffende Inhalte ganzheitlich und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auf diese Weise einen effektiven Beitrag zur Werteerziehung im Islamischen Religionsunterricht zu leisten. Im Zuge des Islamischen Religionsunterrichtes sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auf der Grundlage der erarbeiteten Inhalte eigenständige und begründete Entscheidungen für ihr Leben und ihren Alltag zu treffen.

Schuljahrbezogene Themenkreise

Innerhalb jeder einzelnen Jahrgangsstufe befinden sich sieben Themenkreise, welche von der Lehrerin und dem Lehrer in der Schulstufe je nach Bedarf und Möglichkeit in unterschiedlicher Intensität besprochen werden sollten. In der Unterrichtung der sieben Themenkreise wird eine ausgewogene Behandlung aller islamisch-theologischen, (kultur-) historischen und gesellschaftlich bedeutsamen Inhalte gewährleistet, so dass den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und vertiefte islamische Bildung vermittelt wird und sie auf der Grundlage dieses Wissens und der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu einer reifen und selbstbewussten Persönlichkeit heranwachsen (Schob §34 (1) und entsprechende Landesgesetze).

In diesem Zusammenhang findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik der österreichisch-islamischen Identität – auch im Vergleich bzw. in Ergänzung zur europäisch-islamischen Identität statt. Es ist diese Dimension, welche den Hauptinhalt des Islamischen Religionsunterrichtes vermitteln möchte: dass selbstverständlich kein Widerspruch darin besteht, Österreicherin und Muslimin bzw. Österreicher und Muslim zu sein, sondern dass es sich hier lediglich um verschiedene Kontexte ein und derselben Persönlichkeit handelt.

Der erste Themenkreis (Islam leben und verstehen - Islam, Iman, Ihsan) beinhaltet die Dimension der islamisch-theologischen Inhalte, welche außer den Grundlagen des Glaubens (Arkanal-Iman), den Fünf Säulen des Islam (Arkanul-Islam) auch die spirituelle Dimension (Ihsan) ansprechen. Dieser Themenkreis wird ergänzt durch den Themenkreis Quellen des Islam: Hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Quellen des Islam selber studieren und Erkenntnisse daraus ziehen. Sie sollen aber auch die Methodik der Erschließung der Quellen erlernen und grundlegende Informationen über diese erhalten. Erst in der eigenen und persönlichen Lesung der Glaubenstexte kann ein persönlicher Bezug zu eben diesen ermöglicht und erfahren werden.

In dem folgenden Themenkreis Miteinander leben geht es um die ethisch-moralischen Wertvorstellungen des Islam und ihre Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen. Angefangen bei der Selbsterziehung und der Erarbeitung konkreter Werte, die im eigenen Leben umgesetzt werden können, werden darauf aufbauend Werte, welche den gesellschaftlichen Umgang regeln sowie der Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen angesprochen. Dabei wurde versucht, bei der Auswahl der Themen so gut wie möglich von der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler auszugehen, um eine höchstmögliche Identifikation derselben mit eben diesen Werten zu erreichen.

Ein weiterer Fokus liegt außerdem auf dem wesentlichen Schöpfungsziel des Menschen – nämlich Khalifatullah fil-Ard zu sein, Gottes Statthalter auf Erden. Dies beinhaltet in konkreter Umsetzung sowohl Fragestellungen des Umwelt- bzw. des Tierschutzes, es betont jedoch auch die klare Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen Menschen für die ihn umgebende Natur, die Bodenschätze, die natürlichen Ressourcen etc. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, diese Verantwortung für die Umwelt und für den Tierschutz zunächst einmal wahrzunehmen und zu erkennen und darüber hinaus Lösungen für die drohenden Probleme der Menschheit zu diskutieren. Die Erde wurde den Menschen von Gott als Amanah (anvertrautes Gut) überlassen – einerseits um auf ihr zu leben und das Zusammenleben der Menschen zu ordnen – andererseits aber auch und besonders, um sie neben dem Nutzen, den sie für die Menschheit hat, zu schützen und zu bewahren.

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die sehr umfangreiche islamische Kulturgeschichte mit den Blickfeldern: Kunst, Kultur, Wissenschaft erhalten, um die Vereinbarkeit des Islam mit eben diesen Bereichen eindrucksvoll zu belegen.

In dem Themenkreis Geschichte(n) erhalten die Schülerinnen und Schüler einen knappen Überblick über die Stationen der islamischen Geschichte – und zwar wenn möglich anhand von Geschichten und Anekdoten, da diese für die Schülerinnen und Schüler einprägsamer sind. Weiterhin werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt und aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet. Auch die Prophetengeschichten sollen hier ihren Raum finden.

Abschließend werden außerhalb des Themenkanons in jedem Schuljahr wichtige und aktuelle Fragestellungen behandelt, um den Schülerinnen und Schülern, wesentliche Inhalte aktueller Themen und Fragestellungen, welche den Islam in Österreich betreffen, zu vermitteln.

Die Lehrinhalte je nach Schulstufe:

5. SCHULSTUFE: IN FREUNDSCHAFT LEBEN

Der Schulwechsel als neue Lebensphase stellt für viele Kinder eine immense Herausforderung dar. Neben dem neuen Lehrpersonal, der neuen Umgebung, den neuen Räumlichkeiten und den wachsenden Erwartungen ist die Suche nach neuen Freunden keine einfache Aufgabe. Gerade im Alter von ca. zehn Jahren kann diese Suche, wenn nicht bestimmte Kriterien beachtet werden, zu großen persönlichen Enttäuschungen führen. Mit der Zunahme der schulischen Erwartungen tritt die Herausbildung sozialer Kompetenzen oftmals in den Hintergrund. Der Islamische Religionsunterricht erkennt hier seine Verantwortung, diese Thematik aus der religiösen, ethisch-moralischen Perspektive zu behandeln. Die islamische Vorstellung von Freundschaft kann den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern und der Gesellschaft allgemein von Nutzen sein, denn sie verbindet das Soziokulturelle mit dem Ethisch-Moralischen und erläutert die tieferen Dimensionen von Freundschaft.

Freundschaft in diesem Lebensstadium zu thematisieren bedeutet, den ersten Stein im Aufbau einer starken Persönlichkeit zu legen. Im Islamischen Religionsunterricht werden die Freundschaften des Propheten Muhammad (a.s.) als höchstem Vorbild aller Muslime beschrieben, um dem Kind folgende Werte zu vermitteln: freundschaftliches Zusammenleben, Geschwisterlichkeit, Ablehnung von jeglichem Hass, Hilfe durch Rat etc. In der Gestaltung des Unterrichtes soll von der jeweiligen Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden, um eine höchstmögliche Identifikation mit der Thematik zu erreichen.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das islamische Glaubensbekenntnis sowie die Lehre von der Einheit, Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes (Tauhid) kennen und verstehen lernen (vgl. Baqara 2/256; Hadid 57/2-7; al-An’am 6/95-103).

Asch-Schahada – das Glaubensbekenntnis des Islam

Die Bedeutung von La Ilaha illa-Allah

Die Bedeutung von Muhammadun-Rasulullah

Bedingungen der Gültigkeit der Schahada

Der Glaube an Allah: Tauhid

Allah ist der Schöpfer: Tauhidul-Rububiya

Nur Allah gebührt die Anbetung (´Ibada): Tauhidul-Uluhiya

Die 99 (Schönen) Namen Allahs: Tauhidul-Asma´was-sifat

Dhikr – Allahs Gedenken – eine Erinnerung!

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Dhikr eine sehr persönliche Form der Beziehung zu Gott darstellt, welche sowohl in der Gemeinschaft als auch im Stillen ausgedrückt werden kann. Darüber hinaus stellt sie eine wesentliche Form der islamischen Spiritualität dar. Anhand einer Auswahl der Adhkar des Propheten (a.s.) erhalten die Schülerinnen und Schüler eine konkrete Vorstellung dieser die Seele ansprechenden Worte.

„Ist es nicht so, dass im Dhikr (in Allahs Gedenken) die Herzen Ruhe finden!“ (Ar-Ra‘d 13/28)

Nahrung der Seele

Dhikr des Propheten (a.s.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen einige Adhkar des Propheten (a.s.) verstehen und lernen – und in der Lage sein, sie im Alltag auszudrücken.

Sie sollen weiterhin wissen, dass die Bitte um Segen für den Propheten Muhammad (a.s.) – die sogenannten Salawat – im Islam erwünscht ist und von Gott besonders belohnt wird. Der Mensch, der bei der Nennung des Propheten (a.s.) keinen Segenswunsch für ihn ausspricht, wird im Hadith als geizig bezeichnet – und Allah (t) fordert die gläubigen Menschen im Qur´an dazu auf, Segenswünsche für den Propheten (a.s.) auszusprechen: „Wahrlich, Allah und Seine Engel segnen den Propheten: o ihr, die ihr glaubt, sprecht den Segenswunsch für ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.“ (Ahzab, 33/57)

Themenkreis: Quellen des Islam

Was ist eine Quelle?

In diesem Themenkreis setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Quellen des Islam auseinander. Wesentlich für eine Einführung in die Thematik ist die Frage nach der Quelle an sich: was eine Quelle ist, warum sie notwendig ist und welches ihre Charakteristiken sind.

Wir lernen den Qur´an kennen

Indem die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Qur´an erhalten - möglichst mit einer deutschen Exegese (Tafsir) – sollen sie dazu motiviert werden, eigenständig den Qur´an zu erkunden, seine Einteilungen festzustellen und einen persönlichen Lese- und Lernplan entwickeln.

Die Einteilung des Qur´an in Ayah, Surah, Hisb, Dschuz´

Ich erhalte meinen Qur´an und entwickle einen persönlichen Lese- und Lernplan

Wir lernen die Sunnah kennen: was ist ein Hadith?

Ähnliches wie oben beschrieben gilt für die zweite Hauptquelle des Islam. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Sunnah des Propheten (a.s.) kennenlernen und erfahren, wie ein Hadith aufgebaut ist und wann und warum sie überhaupt gesammelt wurden.

Wie ist ein Hadith aufgebaut?

Wann und warum wurden Ahadith gesammelt?

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

In dem oben genannten Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch selber mit den Originalquellen auseinandersetzen und eine Auswahl an Versen und Prophetenaussprüchen, welche zu den Themen passen, erlernen. Der sogenannte Lichtvers etwa behandelt die Eigenschaften Allahs, während Suratul-Ikhlas als Quintessenz des Tauhid-Gedanken betrachtet werden kann.

Suratul-Ikhlas

Die Schutzsuren mit Tafsir

Al-Haschr 59/22-24

Der Lichtvers (24/35): Allahu Nurusamawati

Hadith Geschwisterlichkeit

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq – Sitten- und Morallehre)

Ich entwickle mich

In diesem Themenkreis werden verschiedene Dimensionen des Miteinander-Lebens betrachtet. Zunächst einmal sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit konkreten, für ihre Altersgruppe wesentlichen Charaktereigenschaften (und deren Gegensätzen) auseinandersetzen, diese in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt setzen und diskutieren, ob und inwiefern diese Eigenschaften für sie einen Wert haben. Dabei sollen auch selbstkritische Blicke gefördert und erarbeitet werden, wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung aktiv selbst gestaltet werden kann.

Dabei sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage beschäftigen, wie Freundschaft entsteht und was ihre Merkmale sind – und wie sie, etwa nach einer Auseinandersetzung oder nach einem Streit, auch wieder aufgenommen werden und stabilisiert werden kann.

Geschwisterlichkeit im Gegensatz zu: nicht nachtragend sein

Liebe im Gegensatz zu: Hass und Neid

Freundschaft

Meine Umgebung und Ich

In diesem Themenkreis geht es um die Charaktereigenschaften des Menschen gegenüber seiner nahen Umgebung: sowohl was andere Menschen angeht als auch den Ort, in dem er lebt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich für eine Beziehung zu anderen Menschen verantwortlich zu fühlen und sich aktiv für ein solidarisches und friedliches Miteinander einzusetzen. In diesem Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Rechte kranke Menschen ihnen gegenüber haben und wie wichtig es ist, Ratschlag zu geben und anzunehmen. (vgl. Hadith Qudsi in Muslim sowie: Religion ist guter Ratschlag!)

Sich um den Kranken kümmern

Ratschlag geben und Ratschlag annehmen

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Wie denken andere Menschen? Welche Überzeugungen haben sie, worin gleichen sie sich und worin unterscheiden sie sich voneinander? In diesem Themenbereich sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, sich mit den Überzeugungen anderer Menschen auseinanderzusetzen und ihre Wertvorstellungen und religiösen Vorstellungen kennen und schätzen zu lernen. In diesem Schuljahr sollen sie die Feste der Juden, der Christen und der Buddhisten kennenlernen und wissen, wie und warum diese gefeiert werden.

Feste im Christentum, Judentum und Buddhismus

Die Natur und Ich: Tierliebe im Islam

In dem letzten Themenkreis dieses Kapitels geht es um den Menschen und die Natur. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler an das islamische Verständnis des Menschen als Khalifatullah fil-Ard (Statthalter Gottes auf Erden) herangeführt werden, dem die Erde und ihre Schätze anvertraut wurden – zur sinnvollen und nachhaltigen Nutzung, nicht aber zur Zerstörung und Vernichtung derselben. Angesichts der globalen Umweltproblematiken sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als Menschen für die Umwelt und ihren Erhalt verantwortlich sind und sich für langfristige und gerechte Lösungen einsetzen müssen.

In diesem Schuljahr sollen in Qur´an und Sunnah erwähnte Tiere näher besprochen und anschließend erarbeitet werden, wie der Umgang mit ihnen zu gestalten ist und wie sehr wir als Menschen auch für die gesunde Entwicklung der Tierwelt Verantwortung tragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass Tiere genau wie Menschen in Gemeinschaften leben, welche dementsprechend respektiert und geschützt werden müssen. (vgl. Al-An’am 6/38, sowie Hadith mit der Geschichte des durstigen Hundes in der Wüste, sowie Hadith mit der Geschichte der Frau, die ihre Katze einsperrte etc.) In diesem Zusammenhang könnte die Lehrerin bzw. der Lehrer ein Projekt über Patenschaften für Tiere initiieren.

Tiere in Qur´an und Sunnah

Umgang mit Tieren

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Allah ist Schön und liebt das Schöne

Dieser Themenkreis möchte den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über wesentliche Epochen der Islamischen Kunst, der Kultur und der Wissenschaft verschaffen, so dass sie am Ende ihrer Schulzeit zumindest über ein Basiswissen der islamischen Kulturgeschichte verfügen. Es soll in diesem Kontext jedoch nicht rein historisch referiert werden, vielmehr sollen hier u.a. handlungsorientierte Methoden ihren Einsatz finden. So kann es für die Schülerinnen und Schüler beispielsweise eine Motivation sein, sich intensiv mit der arabischen Kalligraphie und den verschiedenen Stilrichtungen zu beschäftigen, wenn sie selber auch kalligraphisch tätig sind – und dann vielleicht sogar eine Ausstellung in ihrer Schule organisieren.

Islamisches Kunstverständnis

In diesem Schuljahr setzen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit dem islamischen Kunstverständnis auseinander und lernen, dass sowohl die Schönheit als auch der Genuss oder sogar der Nutzen qur´anisch begründete Elemente desselben sind (vgl. al-A’raf 7/31 f.). In diesem Kontext kann diskutiert werden, inwieweit „Nutzen“ und „Kunst“ Begriffe sind, welche miteinander vereinbar sind oder einander widersprechen.

Schönheit, Genuss, Nutzen

Das arabische Alphabet – eine Wiederholung

Die Kunst der Arabischen Schrift – Kalligraphie

Der Schwerpunkt befindet sich in dieser Schulstufe auf der Kunst der arabischen Schrift – der arabischen Kalligraphie. Diese spezielle Kunstform im Islam gründet auf der Bedeutung des Qur´ans im Leben der Muslime – und auf dem Bilderverbot. Die Schülerinnen und Schüler sollen einerseits die arabische Kalligraphie kennenlernen (und die arabischen Schriftzeichen erlernen) wie auch unterschiedliche kalligraphische Schriften und Kunstwerke einordnen und einschätzen können – immer dem prophetischen Motto folgend: „Allah ist schön und liebt das Schöne.“ (as-Safarin).

Bekannte kalligraphische Stilrichtungen

Ich erkenne die unterschiedlichen Schriftarten etc.

Ich schreibe meinen Namen in arabischer Kalligraphie

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler Jahr für Jahr ihr Wissen über die Muslime in Österreich und in Europa vertiefen, damit sie erfahren, dass kein Widerspruch zwischen ihrem Muslimsein und ihrem Bekenntnis zu Österreich und zu Europa besteht – sondern dass vielmehr die Chance und die Aufgabe der Muslime in Österreich und in Europa gerade darin besteht, diese Identitäten miteinander zu vereinbaren, so wie auch Muslime in anderen Ländern der Welt durchaus ihre religiöse und nationale Identität miteinander verbinden. In diesem Schuljahr erfahren die Schülerinnen und Schüler, aus welchen Kulturen Muslime in Österreich stammen und in welchen Strukturen sie organisiert sind. Anschließend setzen sie sich mit der Frage auseinander, wie man die islamischen Feiertage in Österreich schön und besinnlich gestalten könnte und gestalten und feiern selber gemeinsam zumindest ein islamisches Fest – wenn möglich interdisziplinär.

Aus welchen Kulturen stammen Muslime in Österreich?

Islamische Feste in Österreich feiern

Islam in Skandinavien

Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Einblick in das Leben der Muslime in Skandinavien als Teil der europäischen islamischen Community. Sie erfahren, dass je nach kulturellem Hintergrund der muslimischen Bevölkerung sehr unterschiedliche Strukturen entstehen – welche jedoch in einigen wenigen Aspekten durch eine starke Ähnlichkeit ausgeprägt sind (Halal-Essen, Existenz von Gebetsräumen etc.)

Langfristig sollen die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass die einzige Chance für ein anerkanntes und sinnvolles Leben in Europa eine – von den Heimatländern vieler muslimischen Migranten unabhängige – Organisation der Muslime ist, ähnlich der IGGiÖ.

Islam in Finnland

Seit über 200 Jahren leben Muslime in Finnland. Die Schülerinnen und Schüler erhalten aktuelle Informationen über die Muslime in Finnland, über Islamische Einrichtungen in Finnland etc. Ähnliche Informationen sollen über jedes Land vermittelt werden.

Islam in Schweden

Islam in Dänemark

Islam in Norwegen

Themenkreis: Geschichte(n)

Die Geschichte des Propheten Yusuf / Josef

Die Geschichte des Propheten Yusuf berührt sehr viele unterschiedliche Dimensionen, welche zum Teil in dieser Einheit zusammen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert werden sollen. Ein wichtiger Inhalt ist die persönliche Stärke des Propheten, welcher immer wieder sehr schwierige Situationen in seinem Leben zu bewältigen hatte. Dass die Beziehung zu seinen Geschwistern zumindest zu Beginn der Geschichte weder geschwisterlich noch freundschaftlich war, führt die Schülerinnen und Schüler nochmals zu der Frage, wie Liebe und Freundschaft entsteht und erlaubt ihnen auch, konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenserfahrung einzubringen. In der Erarbeitung von Stationen der Lebensgeschichte von Yusuf (der Traum, die Geschwister und die Verschwörung, Durchführung des Plans, Yusuf in Ägypten, Verführung Yusufs, Yusuf im Gefängnis, der König und sein Traum, Yusuf als Schatzmeister, Yusufs Brüder in Not, Yusuf und sein Vater Ya´qub) ergibt sich ein rundes Bild seiner Persönlichkeit, welche durchgehend von dem Vertrauen zu Gott geprägt ist und letztlich ein glückliches Ende findet. (vgl. Surah Yusuf etc.)

Sira des Propheten (a.s.)

Die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad (a.s.) hat für Muslime eine wesentliche Bedeutung, weil er als besonders vorbildlicher Mensch angesehen wird (al-Ahzab 33/21; al-Mumtahina 60/6). Den Schülerinnen und Schülern soll anhand der Etappen des Lebens des Propheten (a.s.) vermittelt werden, welche Charaktereigenschaften der Prophet Muhammad (a.s.) hatte und welch schwierigen Situationen er schon in frühester Kindheit ausgesetzt war – aber auch, warum ihn die Menschen so sehr liebten und ihm in Scharen folgten.

Von der Geburt bis zur Offenbarung

Die sehr persönliche Geschichte des Propheten (a.s.) von seiner Kindheit als Waisenkind, über seine Hochzeit mit Khadidscha bis zum Ereignis der ersten Offenbarung.

Islam in Makkah

Die erste Zeit des Islam mit ihren großen Schwierigkeiten und Verfolgungen jeglicher Art. In diesem Zusammenhang erfahren die Schülerinnen und Schüler auch Näheres über die ersten Muslime, die Sahabah.

Islam in Madinah

Die Auswanderungen der Muslime (Hidschrah) – zuerst nach Abessinien und dann nach Madinah und die jeweilige Integrationsleistung, vor allem im Zusammenwachsen der Gesellschaft in Madinah. Was hat sich in Madinah verändert? Welche neuen Offenbarungen wurden herab gesandt? Etc.

Aktuelle Themen: Islam und Gewalt

In diesem Themenkomplex sollen aktuelle Themen behandelt und erörtert werden. Aktuell sind Themen immer dann, wenn sie die Schülerinnen und Schüler interessieren und darüber hinaus auch die Gesellschaft, in der wir leben. Das Thema Islam und Gewalt ist in den Medien sehr präsent, schon dies alleine berechtigt zur intensiven, auf Quellen gestützten Auseinandersetzung mit der Thematik. Dass Gewalt keine Lösung für Probleme darstellt, ist ebenso ein Erkenntnisziel wie auch die Tatsache, dass bei Gewalt in der Familie Handlungsbedarf besteht.

In dieser Einheit ist von der Lehrerin und dem Lehrer eine besondere Sensibilität mit der Thematik einzufordern, da einige Schülerinnen und Schüler von Gewalt betroffen sein könnten. Sinnvoll ist in jedem Fall auch eine interdisziplinäre Behandlung des Themas etwa in Form eines fächerübergreifenden Projektes.

Gewalt ist keine Lösung

Der Islam lehnt Gewalt ab

Gewalt in der Familie – was tun?!

6. SCHULSTUFE: DIE SCHÖPFUNG BEWAHREN

Eine Elfjährige bzw. ein Elfjähriger beginnt zunehmend, Sachverhalte zu erkunden, welche sie bzw. er bis dahin einfach geglaubt oder widerspruchslos angenommen hat. Es ist eine neue Lebensphase, in der das Kind verstehen will; so beginnt es, alles – vor allem das Metaphysische - zu hinterfragen. So thematisiert der islamische Religionsunterricht die Schöpfung, um den Schülerinnen und Schülern das islamische Konzept des Menschen als Statthalter Gottes auf Erden (Khalifatullah fil-Ard) ausführlich zu vermitteln. Die Schöpfung wurde dem Menschen von Gott als Amanah anvertraut, nachdem die Himmel und die Erde und die Berge diese Verantwortung abgelehnt haben (vgl. al-Ahzab 33/72) – dies fordert vom Menschen den vollen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. In der Auseinandersetzung mit der Gentechnik sollen die Schülerinnen und Schüler einen Standpunkt entwickeln, der in ihrem verantwortlichen Eintreten für die Schöpfung begründet ist und dieses auch reflektiert. Es ist Aufgabe des islamischen Religionsunterrichtes, die Schülerinnen und Schüler zu ermuntern, vom einfachen Glauben zur sicheren Überzeugung zu gelangen, dass Gott die Welt, den Menschen, die Tiere und die Pflanzen auf beste Art und Weise geschaffen hat, dass es aber für die Bewahrung und den Schutz dieser wundervollen Schöpfung eines verstärkten Engagements und einer aktiven Grundhaltung bedarf – langfristig führt dies sicherlich zur Steigerung sozialer Fertigkeiten junger Menschen. Dankbarkeit sowie das Bewahren von anvertrautem Gut sind die Charaktereigenschaften, die in ihrer Vollendung unmittelbar zur Wahrung und zum Schutz der Schöpfung führen. Die Prämisse – weder sich selbst noch anderen zu schaden – sollte jede Schülerin und jeder Schüler am Ende dieser Schulstufe verinnerlicht haben.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das tägliche rituelle Gebet (As-Salah)

In diesem Schuljahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem zweiten Glaubensgrundsatz sowie mit der zweiten Säule des Islam. In der Auseinandersetzung mit dem Gebet soll die Frage nach dem Warum und Wieso im Zentrum der Vermittlung stehen – es geht nicht um ritualisiertes Nachahmen, sondern um die Vermittlung von Sinninhalten und deren spirituelle Dimensionen. Nichtsdestotrotz müssen auch die rituellen Gebetstexte und Gebetshaltungen erlernt werden, da die Umsetzung der zweiten Säule verpflichtend ist: (al-Araf 6/73 und al-Anam 7/170) sowie der Hadith: „Der Schlüssel zum Paradies ist das Gebet, und der Schlüssel zum Gebet ist die Reinigung!“ (Ahmad)

Warum das Gebet

Die Gebetswaschung und Taharah

Voraussetzungen des Gebets

Wie verrichte ich das Gebet

Was macht das Gebet ungültig?

Das Gemeinschaftsgebet

Die Arten des Gebets

Die Engel – Allahs gehorsame Diener und Boten

Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Informationen über die Engel und ihre Namen, Eigenschaften und Aufgabenbereiche. Es ist sicherlich angebracht, auch über die Verwendung des Wortes Engel in der Alltagssprache nachzudenken und zu überlegen, inwiefern religiöse Begriffe den Alltag prägen – wenn auch in sehr verkürzter Bedeutung. (vgl. Baqara 2/97f,285 und an-Nisa‘ 4/136; as-Sadschda 32/11; az-Zukhruf 43/77,80; al-Muddathir 74/30 f. etc.)

Wer sind die Engel?

Eigenschaften der Engel

Namen und Aufgabenbereiche der Engel

Ad-Du´a (das Bittgebet) – der sehr persönliche Bezug zu Allah

Die Schülerinnen und Schüler sollen hier erfahren, dass sie einen eigenen, frei gestaltbaren und ganz persönlichen Bezug zu Gott in ihrer eigenen Sprache und mit ihren eigenen Formulierungen haben können: „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er mich ruft.“ (Baqara 2/186). Sie lernen bekannte Bittgebete kennen und werden dazu ermuntert, auch selber Bittgebete in deutscher Sprache zu formulieren. Dies soll ihnen ermöglichen, die Nähe Gottes zu spüren und sich in Seiner Gegenwart immer sicher und geborgen zu fühlen.

Allah ist immer mit mir… (Du´a)

Allah hört mich, wenn ich ihn rufe

Themenkreis: Quellen des Islam

Qur´an: Warum sukzessive Herabsendung?

Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis, warum der Qur´an sukzessive herabgesandt wurde und welche Erleichterungen dies für die Menschen bedeutete. Anhand des Beispiels des Alkoholverbots, welches in vier Stadien untersagt wurde, bekommen sie einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Qur´an.

Beispiel: Das Alkoholverbot in vier Schritten

Neben der theologischen Dimension des Alkoholverbotes sollen die Schülerinnen und Schüler auch die psychologische und gesellschaftliche Dimension dieses Verbotes erkennen und verstehen, dass Drogen jeder Art im Islam verboten sind. Die Lehrerin und der Lehrer können in diesem Kontext auch auf die Gefahren von Sucht eingehen.

Kategorien der Sunnah

Ähnliches gilt auch für die Sunnah – hier sollen die Schülerinnen und Schüler ebenso in die erste Stufe der Hadith-Wissenschaft eingeführt werden und die Kategorisierung der Sunnah in Aussagen, Handlungen und Billigungen des Propheten (a.s.) anhand von Beispielen verstehen lernen.

Aussagen (As-Sunnah Al-Qauliyah)

Handlungen (As-Sunnah al-Fi´liyah)

Billigungen (As-Sunnah at-Taqririyah)

Die Fünf Kategorien des Islam – al-Ahkam al-khamsah fil-Islam

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Fünf Kategorien, welche zu den wichtigsten Kategorien des Islam gehören. Sie teilen die Dinge ein in das Erlaubte und das Verbotene, das Erwünschte und das Unerwünschte sowie in das Neutrale bzw. Indifferente. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, diese Kategorien inhaltlich und strukturell zu verstehen und anzuwenden. (vgl. al-A’raf 7/32,157; Yunus 10/59; sowie der Hadith: Das Erlaubte ist offenkundig … und der Hadith: Allah hat euch Dinge erlaubt … etc.)

Fard (Wadschib), Mandub (Mustahab), Mubah, Makruh, Haram

Verpflichtend, Erwünscht, Indifferent, Unerwünscht, Verboten.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Die im Folgenden genannten Verse und Ahadith thematisieren die Natur und die Schöpfung, welche dem Menschen von Gott gegeben wurde, um sie zu nutzen, zu genießen, sie zu ordnen, zu bewahren und zu beschützen.

Surah At-Tin 95

Surah Nuh 71/15-20

Hadith: Wer sinnlos einen Baum fällt, den bestraft Allah dafür streng. (Abu Dawud)

Das Lächeln in das Angesicht der Menschen gilt als Sadaqah (Tirmidhi)

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Charaktereigenschaften der Dankbarkeit und ihrem Antonym der Undankbarkeit sowie mit der Vertrauenswürdigkeit und dem Gegensatz der Unzuverlässigkeit auseinandersetzen und erkennen, dass gerechtes Handeln (vgl. an-Nahl 16/90; al-Ma´ida 5/8; al-An´am 6/152) in allen Lebensbereichen unerlässlich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen auch hier wieder ermuntert werden, sich selber auch charakterlich weiter zu entwickeln.

Dankbarkeit im Gegensatz zu: Undank

„Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr dankbar seid!“ (an-Nahl 16/78)

„Es gehört zum Glück der Kinder Adams …“ (Tirmidhi)

Amanah (Vertrauenswürdigkeit) im Gegensatz zu: Unzuverlässigkeit

„Der hat keinen Glauben, dem man nichts anvertrauen kann!“ (Bukhari)

Gerechtigkeit

Geschichte des Kalifen Umar mit seinem Sohn.

Meine Umgebung und Ich

Eine weitere charakterliche Dimension betrifft die Gesellschaft und die Umgebung um den Menschen herum. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst selbständig erarbeiten, wie Schaden definiert werden und wie er abgewehrt werden kann. In diesem Zusammenhang könnte erläutert werden, warum - wie in dem Hadith: „Verursache keinen Schaden und lasse keinen Schaden zu!“ - oftmals offene Formulierungen (Schaden) verwendet werden, obwohl es sehr umfassende Themenstellungen betrifft (vgl. auch ar-Ruum 30/41).

Schaden muss abgewehrt werden

„Keinen Schaden zufügen und keinen Schaden zulassen.“ (Malik, Ibn Madschah)

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Im ersten Teil dieses Bereiches sollen Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen darin bestärkt werden, dass bestehende Unterschiede zu anderen Menschen nicht unbedingt zu Konflikten auf einer oder beiden Seiten oder auch zur Ablehnung führen müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin darin unterstützt werden, Gemeinsamkeiten zu entdecken, diese zu artikulieren und zu präsentieren. Als Abschluss könnte in einer interreligiösen Stunde ein gemeinsames Projekt geplant oder auch durchgeführt werden.

Unterschiede – ein Grund zur Ablehnung?

Wir entdecken Gemeinsamkeiten!

Interreligiöse Stunde

Die Natur und Ich: Liebe zur Natur

Den Schülerinnen und Schülern soll in dieser Einheit Umweltschutz als genuiner Inhalt des Islams verdeutlicht werden. Die Liebe zur Natur ist die Grundlage für die Verantwortlichkeit ihr gegenüber, was ausdrücklich auch in vielen Textquellen verankert ist. Indem sich Allah mit Seinen absoluten Eigenschaften überall in der Natur offenbart, soll die Natur als ein wunderbares Zeichen Seiner Schöpfung geachtet und bewahrt werden.

Der Nutzen der Natur (Abasa 80/24-32)

Die Schönheit der Natur (An-Naml 27/60)

Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqah bekommt. (Ahmad)

Menschen tragen Verantwortung für die Natur

Al-A´raf 7/56 sowie: Der Prophet (a.s.) beobachtete einen Mann, während dieser die Gebetswaschung vornahm und ermahnte ihn, nicht so viel Wasser zu verbrauchen. „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ fragte der Sahabi? Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudu machst!“ (Ibn Madscha)

Die Natur weist auf Allah hin

Veränderung der Natur hat Folgen für den Menschen (Surah ar-Ruum )

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Malerei: die Entdeckung der floralen Kunst

In diesem Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler eine theoretische und praktische Einführung in die Entdeckung der floralen Kunst erhalten. Die Arabeske, welche als genuin „islamisches“ Kunstelement betrachtet werden kann, wurde von muslimischen Künstlerinnen und Künstlern in Andalusien entwickelt. Wenn möglich sollten sich die Religionslehrerin und der Religionslehrer darum bemühen, diese Inhalte in Kooperation mit dem Fach Kunst zu unterrichten. In der Auseinandersetzung mit der sogenannten gemalten Mathematik erfahren die Schülerinnen und Schüler weiterhin, wie sehr mathematische Formeln das islamische Kunstverständnis beeinflusst haben.

Die Arabeske – ein genuin „islamisches“ Kunstelement

Gemalte Mathematik: Geometrie in der islamischen Kunst

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Im 2. AHS-Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamische Infrastruktur in Österreich mit ihren Moscheen, Schulen, Kindergärten etc. erhalten, damit sie erkennen, wie integriert Muslime in dieser Gesellschaft sind und wie selbstverständlich es auch ein „islamisches“ Leben in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang soll die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, zu erkennen, in welchen Bereichen noch viel Nachholbedarf existiert (etwa Kunst und Musik) und wie wichtig es ist, dass Muslime sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse und Einrichtungen konzentrieren, sondern darüber hinaus Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen und einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft insgesamt leisten.

Islamische Infrastruktur in Österreich

Moscheen

Schulen

Geschäfte

Islam in Mittel- und Südeuropa

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, dass der Islam in Südeuropa eine lange Geschichte hat, die jedoch relativ unbekannt ist. In der Betrachtung der aktuellen Situation des Islams in Italien und Griechenland sollen sie Parallelen zum islamischen Leben in Österreich ziehen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen können. Die Situation des Islam in der Schweiz soll auch dargestellt und erörtert werden, da sie sich doch sehr von den südeuropäischen Ländern unterscheidet.

Italien

Griechenland

Schweiz

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Sulaiman / Salomon

Die Geschichte des königlichen Propheten Sulaiman berührt in seiner Begegnung mit den Ameisen die Thematik des Jahresmottos, so dass die Schülerinnen und Schüler aufgefordert werden können, aus seiner Geschichte Grundsätze für die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Tieren zu erarbeiten. In der Beschäftigung mit weiteren Aspekten der Lebensgeschichte des Propheten Sulaiman erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass schon vor langer Zeit Frauen als gerechte Herrscherinnen agierten und dass allzu viel Prunk und Glanz die Konzentration auf das Wesentliche verhindern können. (vgl. Surah An-Naml/die Ameisen etc.)

Die vier Kalifen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Einheit einen Überblick über die Zeit und die Persönlichkeiten der so genannten rechtgeleiteten Kalifen.

Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali

Aktuelles Thema: Gentechnik

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Thema der Gentechnik und den verschiedenen Ansichten zu ihrem Einsatz auseinandersetzen und zu einer selbständigen und begründeten Einschätzung derselben gelangen. Dabei sollen sie Gentechnik im Bereich der Medizin oder auch im Bereich der Nahrungsmittel genauer betrachten und darüber reflektieren, ob Gentechnik ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung sein kann.

Gentechnik – ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung?

Gentechnik im Bereich der Nahrungsmittel

Gentechnik im Bereich der Medizin

Probleme

7. SCHULSTUFE: WIE WERDE ICH STARK?

Im Zeitalter des maßlosen Fernsehkonsums und der weit verbreiteten, sehr realistisch gestalteten Gewaltspiele, im Zeitalter der visuellen Reize und emotionalen Herausforderungen scheint Gewalt für viele Jugendliche ein möglicher Weg zur Konfliktlösung zu sein. Schon in der 1. Schulstufe AHS hat sich der islamische Religionsunterricht dieser aktuellen Thematik angenommen, in diesem Schuljahr soll sie intensiver und aus verschiedenen Blickrichtungen heraus besprochen werden. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht mit Gewalttätigkeit verwechselt werden darf, sondern dass echte Stärke in der Bildung einer starken und ausgeglichenen, friedlichen Persönlichkeit besteht, so wie es der Prophet Muhammad (a.s.) in einer Überlieferung definiert hat: „Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ In diesem Zusammenhang ist es sicherlich sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es manchmal notwendig ist, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und ein klares Nein! auszusprechen. Ein Nein zu Gewalt, ein Nein zu Rassismus und Nationalismus etwa. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zwischen positiver und negativer körperlicher Stärke differenzieren und lernen, dass Energie, welche in diesem Alter oftmals in großem Ausmaß vorhanden ist, gebündelt und in sinnvolle Handlungen eingebracht werden sollte.

Am Themenkreis der Zakat wird die Position des Islam gegenüber den so genannten „Armen und Schwachen“ der Gesellschaft deutlich. Almosen annehmen zu müssen von Menschen, die selber entscheiden können, ob sie spenden wollen oder nicht, bedeutet für den Almosenempfänger eine dem Menschen nicht würdige Abhängigkeit. Dagegen steht ihnen im Islam ein bestimmter Anteil am Besitz der Wohlhabenden – die Zakat als religiöse Pflichtabgabe – fest und unabänderlich zu.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Zakat (sozial religiöse Pflichtabgabe) und verborgene Sadaqa

Zakat als sozial religiöse Pflichtabgabe gehört zu den fünf Säulen des Islam und Informationen darüber zum Basiswissen eines Muslims. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Sinn der Zakat und ihrer Funktion aus wirtschaftspolitischer Sicht auseinandersetzen und verstehen, dass Zakat aus religiöser Perspektive ein Recht bedürftiger Menschen und kein Almosen darstellt.

Arten der Zakat

Zakat als wirtschaftspolitisches Instrument

Zakat als Reinigung des Vermögens

Beteiligte an der Zakat

Unterschied von Zakat und Sadaqa

Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Zakat als sozial-religiöser Pflichtabgabe und Sadaqa als freiwilliger Spende deutlich erkannt wird, wobei beiden gemeinsam ist, dass sie als eine Form der Reinigung des Vermögens betrachtet werden.

Der Iman an die offenbarten Bücher

Warum gibt es überhaupt Offenbarung? Mit dieser Kernfrage sollen sich die Schülerinnen und Schüler der dritten AHS-Schulstufe beschäftigen und eigene Antworten dafür entwickeln. Zu den Grundlagen des islamischen Glaubenssystems gehört auch der Glaube an alle Propheten sowie an die Bücher, die ihnen offenbart wurden – so dass Kenntnisse über diese Bücher auch für die Muslime grundlegenden Charakter haben. Es soll in diesem Zusammenhang auch erarbeitet werden, warum mit dem Qur´an ein abschließendes Buch offenbart wurde.

Warum überhaupt Offenbarung?

Wir glauben an alle Bücher

Welche Bücher wurden offenbart?

Musa / Moses (a.s.): At-Taurat / die Thora

Dawud / David (a.s.): Az-Zabur / die Psalmen

Isa / Jesus (a.s.): Al-Indschil / das Evangelium

Muhammad (a.s.): Al-Qur´an / der Qur´an

Warum ein abschließendes Buch?

Die Vorzüge der Qur´anlesung

Dass die regelmäßige und gekonnte Qur´anrezitation das Herz belebt und Kraft schenkt, ist Inhalt des letzten Abschnittes. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Regeln der Qur´anrezitation erlernen.

Themenkreis: Quellen des Islam

Wie hat uns der Qur´an erreicht?

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen Jahren einige Grundkenntnisse über den Qur´an und die Sunnah des Propheten (a.s.) erhalten und sollen in diesem Jahr darauf aufbauend lernen, wie der Qur´an überliefert und bewahrt wurde und welche wissenschaftlichen Bemühungen hinter dieser Anstrengung verborgen sind. Sie erfahren, dass der Qur´an sowohl mündlich als auch schriftlich vielfach und kontinuierlich überliefert wurde.

In den Herzen bewahrt – mündlich überliefert

Schriftlich bewahrt – schriftlich überliefert

Vielfach und kontinuierlich (Tawatur) authentisch überliefert

Das Versprechen Allahs

Die wichtigsten Hadith-Überlieferer

Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Hadith-Überlieferer kennen und erfahren, dass unter ihnen auch bedeutende Frauen waren. In der Auseinandersetzung mit ihren Biographien erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bild über den Propheten Muhammad (a.s.), welches von seinen Augenzeugen und Anhängern überliefert wurde.

Aischa, Um Salama, Umar, Ali, Abu Huraira, Ibn Abbas, Ibn Umar, etc.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Auch in dieser Schulstufe sollen die Schülerinnen und Schüler Originalquellen lesen, verstehen, interpretieren und lernen. Angefangen von den Versen am Ende von Suratul-Baqarah, welche Allahs Eigenschaften beschreiben und das Glaubensbekenntnis mehr oder minder zusammenfassen über kleine Suren, welche sich mit dem Streben nach immer mehr (Gütern, Leben, Jugend etc.) und mit der Hilfeleistung anderen Menschen gegenüber befassen über die Ahadith des Propheten (a.s.), der die Gläubigen einerseits davor warnt, falsche Verdächtigungen zu äußern und andererseits Empfehlungen äußert, die zornige Menschen wieder zur Vernunft bringen können.

Baqara 2/284-286 (Allah gebührt, was in den Himmeln und auf Erden ist, …)

Al-Takathur/Der Überfluss, Al-Ma´un/die Hilfeleistung (Surah 102 u. 107)

Hadith: Hütet euch vor Verdächtigungen...

Hadith: Wenn einer von euch zornig ist …

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Wie schafft es ein Mensch, echte Stärke zu äußern? Der Prophet Muhammad (a.s.) gibt da klare Anweisungen und betont, dass die Stärke des Menschen nicht in der Gewalttätigkeit bzw. der Gewaltbereitschaft liegt, sondern in seiner Fähigkeit, sich im Zorn zu beherrschen (vgl. Hadith bei Ahmad, sowie „Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad ibn Hanbal) etc.). Weiterhin erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es besser ist, sich unter die Menschen zu mischen und mit ihnen zu leben – selbst wenn man dabei Unrecht oder Unannehmlichkeiten erfährt – als sich zum Gottesdienst zurückzuziehen; und dass Sanftmut und Geduld im Umgang mit den Menschen von Allah geliebte Charaktereigenschaften sind. (vgl. Baqara 2/153, Ali-Imran 3/200, az-Zumar 39/10 sowie Muslim, Tirmidhi und Nasa´i etc.). Abschließend erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Vertrauenswürdigkeit eng verknüpft ist mit dem Respekt anderen Menschen gegenüber. (vgl. „Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind.“ Tirmidhi, Nasa´i etc.)

Geduld im Gegensatz zu: Eile

Stärke = Selbstbeherrschung

Vertrauenswürdig sein

Meine Umgebung und Ich

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Dieser Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) kann als Motto für diese Einheit betrachtet werden, in der es um Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft als zwei wichtige Charaktereigenschaften im Umgang mit anderen Menschen geht. Es sind Dimensionen, welche heute immer weniger Bedeutung haben, weil sich viele Menschen mit ihren Schwierigkeiten und Problemen zurückziehen und für Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sollen mit ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Kontext erarbeiten, wie sehr sich die Beziehungen auch zwischen fremden Menschen verändern und verbessern können, wenn diese beiden Dimensionen einen präsenteren Platz in unserem Leben finden würden. (vgl. al-Ma’ida 5/2, sowie: Wer einem Menschen eine Last abnimmt … sowie: Der Mu´min ist für den Mu´min wie ein Gebäude, dessen einer Teil den anderen stützt. (Bukhari und Muslim))

Hilfsbereitschaft

Opferbereitschaft

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ergänzend zur Auseinandersetzung mit den offenbarten Büchern im ersten Themenkreis dieser Schulstufe lernen die Schülerinnen und Schüler das Evangelium und die Thora möglichst aus erster Hand kennen und besuchen ein Gotteshaus einer anderen Religionsgemeinschaft. In der Begegnung mit Vertretern der anderen Religionen können eigene Fragen gestellt und je nach Bedarf auch Themen tiefer behandelt werden. Wichtiger als die Feststellung und dann die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zur anderen Religion ist jedoch die Feststellung und Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten derselben, denn diese sind Grundlage für eine von Respekt, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung geprägten Umgangsweise.

Wir lernen das Evangelium und die Thora kennen

Gotteshäuser – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Natur und Ich

In diesem Jahr sollen im Qur´an erwähnte „starke“ Elemente wie Eisen und Kupfer genauer betrachtet und ihre Nutzung durch den Menschen erläutert werden. Unerlässlich ist darauf aufbauend die Erörterung der Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit – auch und besonders unter dem Aspekt des Rizq (Versorgung), den Allah unter den Menschen verteilt hat und den die Menschen gerecht verteilen sollten. (vgl. al-Kahf 18/96; al-Hadid 57/25; Saba‘ 34/10 sowie Ali-Imran 3/27; ar-Ra’d 13/26; an-Naml 16/71; al-Isra 17/30; al-Ankabut 29/62; az-Zumar 39/47,52; Saba‘ 34/39; asch-Schura 42/12,27 etc.)

Die Elemente im Qur´an und ihre Nutzung durch den Menschen

Die Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit

Rizq – die gerechte Verteilung Allahs

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Architektur im islamischen Kulturraum

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Architektur im islamischen Kulturraum erhalten, wobei die Lehrerin bzw. der Lehrer angesichts des Umfangs einen räumlichen Schwerpunkt setzen kann. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass eine religiös motivierte Reise zum Besuch einer Moschee nur auf drei Moscheen begrenzt ist: zum Masdschidul-Haram in Makkah, zum Masdschidun-Nabawi in Madinah und zum Masdschidul-Aqsa in Quds (Jerusalem). Pilgerfahrten und ähnliche religiöse Fahrten zu anderen Orten finden im Islam keinen Platz.

Besondere Beachtung sollen außergewöhnliche Moscheebauten in unterschiedlichen Kontinenten erhalten, da hiermit auch ein Bewusstsein für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten einer Moschee entwickelt werden soll. Da Moscheen in Indien sich etwa von Moscheebauten im arabischen Raum oder auch in der Türkei unterscheiden, sollte es durchaus möglich sein, in Europa einen eigenen Stil im Bau der Moscheen zu entwickeln. Die USA als Beispiel für die Weiterentwicklung im Moscheebau wurde deshalb ausgewählt, weil es dort mehr als 2000 Moscheen gibt, die traditionelle Bauweisen aus den islamischen Herkunftsländern mit moderner amerikanischer Architektur verbinden. Die Schülerinnen und Schüler als zukünftige Gestalter in den islamischen Communities sollen sich daher schon in der Schule mit der Frage beschäftigen dürfen, ob, und wenn ja, wie sich im Bereich des Moscheebaus der Islam einer neuen Lebenswelt anpassen kann.

Außergewöhnliche Moscheebauten in allen Kontinenten

Makkah, Madinah und Quds

Die blaue Moschee in Istanbul, Moscheen in Indien, im Irak, im Maghreb etc.

Moscheebau in Amerika

Moscheebau in Europa: den Islam in eine neue Lebenswelt integrieren

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich in Zahlen

Wie viele Muslime leben in Österreich? Wie sind ihre Lebensbedingungen? Wie viele muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen den islamischen Religionsunterricht? Diese und viele weitere Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Schulstufe stellen, um sich ein sachliches Bild über die Muslime in Österreich zu machen. Je nach Interessen der Schülerinnen und Schüler können dann einzelne Dimensionen dieser statistischen Ergebnisse näher diskutiert und erörtert werden – etwa Daten zum Bildungsstand junger Musliminnen und Muslime.

Bekannte österreichische Muslime

Was verbindet Karl Eduard Hammerschmidt mit Muhammad Asad alias Leopold Weiss oder auch Muhammet Akagündüz? Sie alle sind österreichische Muslime, die Besonderes für ihre Heimat geleistet haben – jeder in seinem Bereich. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit muslimischen Role-Models auseinandersetzen, die in ihrer Person belegen, dass Muslimsein und Österreicher-Sein sehr gut zusammenpassen.

Islam in Westeuropa

Wie schon in den vorhergehenden Schulstufen sollen sich die Schülerinnen und Schüler über den Islam in Frankreich und Belgien sowie die Einrichtungen der Muslime dort informieren und Zahlen, Daten und Fakten über das muslimische Leben dort sammeln und präsentieren – möglichst im Vergleich zu Österreich.

Frankreich

Belgien

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Musa / Moses

Der Prophet Moses ist einer der größten Propheten im Islam – auch weil ihm die Thora offenbart wurde. Seine Lebensgeschichte berührt viele sehr unterschiedliche Themen, von denen besonders einer die Thematik des Jahresmottos anspricht – und zwar Musa und Schu´aib. Als die Tochter des letzteren ihrem Vater vorschlug, dass der „starke und gläubige“ Musa doch der beste Mann sei, der ihn unterstützen könne, bewies sie eine tiefe Menschenkenntnis und die Fähigkeit, für das Gut ihres Vaters zu sorgen.

Weitere wichtige Stationen im Leben von Musa sind seine Beziehung zu seiner Mutter, sowie seine Beziehung zum Pharao und zu den Menschen in Ägypten, sein Wettbewerb mit den Zauberern und letztendlich seine Aufgabe, sein Volk zu befreien und es auf den rechten Weg zu leiten.

Je nach Möglichkeit kann auch noch die Geschichte von Musa und seinem Lehrer besprochen werden.

Die Umayaden

Die Umayaden waren die erste Herrscherdynastie nach den vier rechtgeleiteten Kalifen. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Überblick über das Kalifat der Umayaden und ihre wichtigsten Herrscher sowie über die gesellschaftlichen Veränderungen in dieser Zeitepoche erhalten.

Aktuelles Thema: Nationalismus und Rassismus

Nationalismus und Rassismus

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass der Islam jeglichen Rassismus und übertriebenen Nationalismus ablehnt. In der Auseinandersetzung mit dem Qur´an können sie feststellen, dass Satan als erster Rassist der Geschichte betrachtet werden kann, weil er sich allein aufgrund seiner Erschaffung aus Feuer für besser als den Menschen hielt. (al-A’raf 7/12) In der Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte von Malcolm X erfahren die Schülerinnen und Schüler an einem relativ aktuellen Beispiel die Kraft des Anti-Rassismusgedankens im Islam. Weiterhin können sie im Besuch verschiedener Moscheen und Vereine in Wien erleben, wie verbindend Religion sein kann (etwa beim Besuch der bengalischen, der albanischen, der mazedonischen oder einer afrikanischen Moschee etc).

Ablehnung von jeglichem Rassismus und jeglicher Diskriminierung

Der Islam verbietet Rassismus. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit werden theologisch begründet abgelehnt. Ausgehend davon, auch ein religiöses Unrechtsbewusstsein zu wecken, wenn es um Fälle von Diskriminierung geht, soll die Situation in Österreich besprochen werden. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt werden, welchen Schutz Religionsfreiheit genießt

8. SCHULSTUFE: DEN ANDEREN RESPEKTIEREN

Dieser Schwerpunkt hebt noch deutlicher als zuvor die sozio-psychologische Dimension des islamischen Religionsunterrichts hervor. Er verbindet die drei vorher erwähnten Schwerpunkte und führt die Schülerinnen und Schüler nach der Festigung der eigenen Persönlichkeit zum Anderen – sei es die Freundin, ein Schulkollege oder auch das andere Geschlecht. Das eigene Ich wird dezentral und räumt dem Anderen einen festen Platz ein. Jugendliche möchten ausprobieren, ihre Grenzen kennenlernen. Dies geschieht häufig durch intensiven, oft provokanten Kontakt mit Gleichaltrigen. Hier setzt die islamische Religionslehrerin und der Religionslehrer an und stellt ihren bzw. seinen Schülerinnen und Schülern bewusst die islamischen Werte wie Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Sanftmut, Bescheidenheit u.a. vor, um sie zu motivieren, diese auch in ihrem eigenen täglichen Leben umzusetzen. Beginnend mit der Thematisierung der Zakat und Sadaqah werden darauf aufbauend die sozialen Hintergründe dieser Gottesdienste erläutert. Schülerinnen und Schüler können in diesem Zusammenhang interessante, neue und alternative Formen der Umsetzung diskutieren und eventuell sogar durchführen (etwa eine Spendenaktion für Obdachlose o.ä.). In diesen und ähnlichen Solidaritätsprojekten können sie die Wirkung ihres Verhaltens konkret erfahren und sie dann auch im außerschulischen Bereich umsetzen. Das Fazit dieser Schulstufe könnte lauten: Wer tolerant mit Menschen umgeht, gewinnt dauerhaft ihre Liebe und ihren Respekt.

Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen Mann und Frau – in der Behandlung der Thematik der Sexualität im Islam erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Gott Liebe und Barmherzigkeit zwischen die Ehepartner gesetzt hat.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

As-Siyam - Das Fasten

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das rituelle Fasten als eine der fünf Säulen des Islam kennenlernen und alle Regeln, welche damit verknüpft sind, erlernen. Besondere Betonung soll auch hier der Sinn des Fastens als ein unsichtbarer Gottesdienst (Ibadah) erhalten und das Fasten als einmalige Gelegenheit erkannt werden, etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasten in anderen Religionen und Kulturen sollte in diesem Schuljahr seinen Raum finden.

Es ist in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler Basisinformationen über den Ramadan und die besonderen Gebete im Ramadan sowie Lailatul-Qadr erhalten. Ein gemeinsames Iftar (Mahl des Fastenbrechens) – eventuell auch im Kreise der gesamten Schulstufe – würde dieser Einheit eine besondere Note verleihen und die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erweitern und vertiefen. (vgl. Baqara 2/183 u.a.)

In diesem Zusammenhang kann auch die erste Offenbarung des Qur´ans, welche ja im Ramadan stattgefunden hat, besprochen werden – oder auch die Bedeutung des Hidschri-Kalenders für den Monat Ramadan: er sorgt dafür, dass der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert und jeder Mensch mal im Sommer und mal im Winter fastet – d.h. keiner nur aufgrund seines Wohnortes länger oder unter schwierigeren Bedingungen fasten müsste als jemand anderes.

Warum fasten?

Wie fasten?

Wer fastet?

Wann fasten?

Was tun bei Fehlern?

Ramadan

Lailatul-Qadr

Tarawih und Tahad-schud

Sadaqatul-Fitr - Pflichtabgabe am Ende des Ramadan

Der Iman an die Propheten

Jede Muslimin und jeder Muslim verinnerlicht den Iman an alle Propheten – ohne Unterschied: „Wir machen keinen Unterschied bei keinem Seiner Gesandten.“ (Baqara 2/285; vgl. auch an-Nisa 4/164; al-An’am 6/83-90; Hud 11/120 etc. sowie die Ahadith bei Bukhari, Muslim, Ahmad u.a.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der Frage beschäftigen, warum überhaupt Propheten gesandt wurden, was ihre Eigenschaften waren, ihre Aufgaben, ihre Namen etc. Die Unterschiede zwischen Rasul (Gesandter) und Nabiy (Prophet) sollen in diesem Kontext ebenso thematisiert werden wie die Entscheidungskraft der sogenannten Ulul-Azm und andere wesentliche Themen der Prophetenschaft, wie etwa die Frage, ob zu jeder Ummah ein Gesandter geschickt wurde. (vgl. al-Fatir 35/24)

Warum Propheten?

Eigenschaften, Aufgaben, Zahl und Namen der Propheten

Ulul-Azm und die Unterschiede zwischen Rasul und Nabiy

Für jede Ummah gibt es einen Gesandten

Karamah (Zeichen der Nähe Gottes) und Mu´dschiza (Wunder)

Das Gebet in der Nacht

Der Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott kann nur in einer privaten und persönlichen Atmosphäre geschehen. Auch aus diesem Grund berichtete der Prophet Muhammad (a.s.), dass das lange Stehen im Gebet (Qunut) mitten in der Nacht als das beste Gebet betrachtet wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen besprechen, inwiefern dieses Gebet tatsächlich die Beziehung des Menschen zu Gott vertieft und spirituelles Erleben fördern kann. Viele Ayat und Ahadith beschreiben die Vorzüge des Gebets in der Nacht und seine katalysierende Wirkung auf Seele und Körper. (vgl. al-Muzzamil 73/1-9 u.a. sowie „… der Prophet betete spät in der Nacht“ (Muslim). Oder: „Das Stehen im Gebet in der Nacht ist euch vorgeschrieben ….“ (Tirmidhi). Oder auch die Überlieferung, welche Frauen empfiehlt, ihre schlafenden Männer notfalls auch mit etwas Wasser zu wecken und umgekehrt etc.)

Themenkreis: Quellen des Islam

Kann der Qur´an übersetzt werden?

Dieser Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes stellen und sich darum bemühen, sie anhand des Vergleichs einer guten Auswahl unterschiedlicher Qur´an-Übertragungen in die deutsche Sprache selbständig zu beantworten.

Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass jede Übersetzung Interpretation ist und somit – aus religiöser Perspektive – auch als Interpretation bzw. Exegese (Tafsir) bezeichnet werden und mit ihr wie mit einer Exegese umgegangen werden muss. Tiefe spirituelle Erkenntnisse und religiös gültige Aussagen können nur aus der arabischen Originalquelle selbst gewonnen bzw. erarbeitet werden. Es muss ein deutlicher Unterschied gemacht werden zwischen dem Wort Gottes und der Aussage eines Menschen, der Gottes Wort interpretiert.

In diesem Zusammenhang können die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, welche Vorteile die Unübersetzbarkeit des Qur´ans für den Islam und die Muslime hat und wie verbindend es sein kann, wenn Muslime unterschiedlicher Nationalität, Muttersprache und Herkunft mit den gleichen Texten ihr rituelles Gebet verrichten.

Sahihul-Bukhari und Sahih Muslim

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit die herausragenden Sammler des Hadith Bukhari und Muslim und ihre Vorgehensweise bei der Sammlung des Hadith kennen und schätzen lernen. Weiterhin sollen sie erfahren, welche Kriterien diese Gelehrten für die Kategorisierung der Ahadith angewendet haben und in welchen Sammlungen ihre Arbeit niedergeschrieben wurde.

Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler Beispiele verschiedener Übertragungen der Hadithliteratur in die deutsche Sprache kennenlernen und Einschätzungen hinsichtlich der Qualität der Übertragungen vornehmen können.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

In Anlehnung an die inhaltlichen Vorgaben werden in diesem Bereich Verse zitiert und Ahadith vorgestellt, in welchen der Respekt den anderen Menschen gegenüber ausgedrückt wird. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Schulstufe intensiver mit Ayat und Ahadith auseinander, welche den Menschen ermahnen, sich nicht über andere Menschen lustig zu machen oder sie zu erniedrigen und ihnen nichts zu unterstellen, sondern vielmehr die Unterschiedlichkeit der Menschen als Motivation für einen Dialog in gleicher Augenhöhe wahrzunehmen: Schließlich hat Gott den Menschen geschaffen, „damit ihr einander kennen lernt!“ In dem anderen Vers fordert Gott die Menschen auf, immer und in jeder Situation und unter allen Umständen gerecht zu handeln

An-Nahl 16/90f., al-Hudschurat 49/12-14

Al-Kafirun 109

Hadith: Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen. (Muslim)

Hadith: In der Nacht gibt es eine Stunde …(Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, dass Respekt dem Anderen gegenüber voraussetzt, dass man ihm zunächst einmal zuhört und zumindest versucht zu verstehen, welche Ansichten er vertritt, ohne ihn gleich mit lauter Stimme zu unterbrechen. Die Fähigkeit, sich in ihn hineinzuversetzen erschließt dem aufmerksamen und respektvollen Zuhörer weitere Dimensionen des Verständnisses, welche für ihn interessant und durchaus bereichernd sein können. In der Surah Luqman gibt Luqman, der Weise, seinem Sohn Hinweise für den Umgang mit Anderen – auch was die Dimension des ruhigen Gespräches mit anderen Menschen betrifft. Die Schülerinnen und Schüler sollen z.B. in Rollenspielen ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Bereitschaft in Bezug auf diese Charaktereigenschaft erkunden und dazu befähigt werden, konstruktiv ihre eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein weiterer Charakterzug, der in diesem Themenkreis erarbeitet werden soll, ist der der Bescheidenheit – auch der eigenen Meinung gegenüber. Hier kann die Aussage des Imam asch-Schafi´i, eines der Begründer der vier Rechtschulen, als Verhaltensregel übernommen werden: „Meine Ansicht ist richtig, und möglicherweise falsch. Eine andere Ansicht als meine ist irrig, und möglicherweise richtig.“ Als letzten Aspekt sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik der üblen Nachrede befassen und erarbeiten, welch besonderer Wert der Versöhnung zwischen zwei Menschen im Islam zugesprochen wird: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebets, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi) (vgl. auch al-Hudschurat 49/11 u.a.)

Zuhören im Gegensatz zu: Die Stimme erheben

Tawadu´ - Bescheidenheit

Menschen versöhnen im Gegensatz zu: üble Nachrede

Meine Umgebung und Ich

Auch in diesem Kapitel soll es um den Respekt anderen Menschen gegenüber gehen – diesmal jedoch der eigenen Familie gegenüber: den Eltern, den Geschwistern – aber auch gegenüber den eigenen Kindern. Grundlage ist auch hier wieder Surah Luqman, aber auch Verse aus Surah Isra´(17/23) Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erkennen, welche Bedeutung der Familie im Islam zukommt, und dass ein gutes Zusammenleben nur dann funktionieren kann, wenn dieser Respekt auf allen Ebenen auch zur Geltung kommt, und nicht nur von einer Seite eingefordert wird, wie es folgender Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud)

Meine Familie und Ich

Die Eltern respektieren

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

In der Auseinandersetzung mit Gebeten und Gedichten der Religionen und Weltanschauungen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, andere Religionen aus der Innenperspektive kennen und respektieren zu lernen. Der Bezug zum Gebet lenkt die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler von einer oberflächlichen Wahrnehmung der sichtbaren Unterschiede zu anderen Religionsgemeinschaften auf eine tiefe spirituelle und inhaltliche Ebene und ist sehr gut dazu geeignet, Gemeinsamkeiten festzustellen. Klares inhaltliches Ziel soll jedoch auch sein, dass die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten – aber auch, sich einzugestehen, dass nicht unbedingt jede Dimension der anderen Religion bzw. Weltanschauung auch wirklich verstanden wurde – dass dies aber auch nicht die Voraussetzung für einen gelungenen Dialog sein muss. Im Gegenteil – der Respekt anderen Einstellungen gegenüber muss auch dann gegeben sein, wenn diese Einstellungen nicht tief durchdrungen wurden.

Gebete und Gedichte der Religionen und Weltanschauungen im Vergleich

Ich kann auch widersprüchliche Erfahrungen aushalten.

Die Natur und Ich

Wasser ist die Quelle allen Lebens: „Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser.“ (an-Nur 24/45, vgl. auch al-Furqan 25/54 und al-Anbiya 21/30). An über 20 Stellen berichtet der Qur´an über den Segen Gottes, der mit dem Regen auf die Erde kommt (vgl. al-Hidschr 15/22; Ta-Ha 20/53; an-Naml 27/60; al-Ankabut 29/63; Fatir 35/27; az-Zumar 39/21; as-Sadschda 45/5 etc.) und erinnert die Menschen an diese Seine Gabe. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit grundlegende Informationen über die Bedeutung von Wasser als Quelle allen Lebens erhalten, weiterhin sollen sie sich intensiv und möglichst interdisziplinär mit der Thematik des Regens – sowohl was die Entstehung des Regens und was seine Wirkung betrifft, als auch der Problematik des sogenannten „saueren Regens“ mit der Dimension der Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schulstufe ein Umweltprojekt durchführen, welches sich der Fragestellung der zunehmenden Bedeutung des Wassers in der globalen Situation als auch mit der Fragestellung der Reinhaltung des Wassers beschäftigt. Schön wäre auch eine Exkursion in das örtliche Wasserwerk.

Wasser – die Quelle alles Lebens

Regen bringt Segen

Umwelt-Projekt: Woher kommt das Wasser? Wie kann es rein gehalten werden?

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Die islamische Kulturgeschichte wurde wesentlich geprägt von Schulen, Universitäten und speziell von dem System der Madrasah, welches in der Regel aus der Trias Moschee, Studienräume mit Bibliothek und Wohnräume für Lehrende und Studierende bestand. Schon in sehr früher Zeit entstanden islamische Universitäten, in denen jedoch nicht nur religiöse Wissenschaften, sondern alle Wissenschaften gelehrt wurden. Bis heute befinden sich die beiden ältesten Universitäten der Welt, in denen noch gelehrt wird, im islamischen Kulturraum. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass sich die frühen Muslime sehr intensiv mit Bildung und Wissenschaft auseinandergesetzt haben und dass dies sicherlich ein wesentlicher Grund für die Entwicklung einer islamischen Hochkultur gewesen ist. Sie sollen das System der Madrasah studieren und darüber diskutieren, welche Vor- und Nachteile mit diesem System verknüpft sind.

Schulen, Universitäten und das System der Madrasah

Al-Qarawiyyin in Fes,

gegr. 859, die älteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Azhar Moschee in Kairo, gegr. 975,

die zweitälteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Mustansiriya in Bagdad, gegr. 1066

Cifte Minareli Medrese, Erzurum, gegr. 1271

Ulugbek Medrese, Samarkand, gegr. 1417

Die Wasserversorgung Granadas – grandiose Verknüpfung von Komfort und Wissenschaft

Am Beispiel des Systems der Wasserversorgung in Granada sollen sich die Schülerinnen und Schüler ein konkretes Bild der Verknüpfung von Wissenschaft und Komfort machen. Sie sollen erkennen, wie sehr der Islam beide Dimensionen, sowohl die Wissenschaft als auch den Komfort bzw. die Erleichterung als erstrebenswert betrachtet. (Allah will es euch leicht, nicht schwer machen.“ (Baqara 2/185 u.a.).

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit ihrem zukünftigen Berufsleben auseinandersetzen und erfahren, dass Arbeit im Islam eine wesentliche Bedeutung hat. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari) Diese und viele weitere Quellen betonen die wichtige Bedeutung der Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt und lehnen Faulheit und das unnötige Belasten anderer Menschen ab. Dies kommt auch in der Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) zum Ausdruck, der ablehnte, dass ein Mensch sich nur dem Gottesdienst widmete, während andere Menschen für seinen Lebensunterhalt aufkamen. Er sagte zu dem „Gottesdiener“: Alle anderen sind besser als du! (Mukhtalaf al-Hadith)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit jedoch auch die ethisch-moralischen Vorschriften kennenlernen, welche den Lebenserwerb betreffen, etwa das absolute Verbot des Betruges, oder der Verbot des Handelns mit verbotenen Gütern etc.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel erfolgreicher Muslime im österreichischen Berufsleben erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, praktizierender Muslim zu sein und dennoch Erfolg im Beruf zu haben. Hier bietet sich an, Mütter und Väter, die berufstätig sind, in den Unterricht einzuladen, um ihren Beruf vorzustellen.

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

„Vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“ Vgl. al-Qasas 28/77 (vgl. auch an-Nadschm 53/39; Hadith: „O mein Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz…“ (Muslim)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, welche Wertschätzung Arbeit und Berufstätigkeit im Islam erfährt. Sehr viele Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) belegen die Notwendigkeit, einer Arbeit nachzugehen, wenn man dazu imstande ist.

In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, welche gesellschaftlichen Folgen es hat, wenn man nicht arbeitet. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll jedoch nicht die Problematik auf dem Arbeitsmarkt ausblenden – in diesem Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeit überhaupt definiert werden kann und definiert wird.

Ist Arbeit Arbeit? – Reflektion zum Arbeitsbegriff

Hadith: „Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami)

Beispiele für erfolgreiche österreichische Muslime im Berufsleben

Islam in Osteuropa

Der Islam in Osteuropa hat eine lange Geschichte, die relativ unbekannt ist. Anhand der Auseinandersetzung mit Muslimen z.B. in Russland, in Polen und in Weißrussland sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das islamische Leben Osteuropas erhalten. Auch hier bietet sich im Anschluss sicherlich ein Vergleich mit Österreich an.

Russland

Polen

Weißrussland etc.

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Isa / Jesus

Die Geschichte des Propheten Isa ist eine der faszinierendsten Geschichten der Menschheit. Seine Geburt, seine Kindheit und auch sein Leben als Erwachsener sind von Wundern erfüllt gewesen, die bis heute unvergleichbar geblieben sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit ihm einen der Propheten kennenlernen, denen eine Offenbarung zuteil wurde und die deshalb bis zum heutigen Zeitpunkt wesentlichen Einfluss auf die Einstellungen von Menschen nehmen. Erläutert werden sollen auch die Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) über Isa sowie Isas Entrückung.

Die Abbasiden

In der Beschäftigung mit der Epoche der Abbasiden sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in eine wichtige Epoche der islamischen Geschichte erhalten. Die Leistungen der Abbasiden sollen dabei ebenso gewürdigt werden wie die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen, welche in dieser Zeit stattfanden.

Aktuelles Thema: Islam und Sexualität

Sexualität ist ein natürliches menschliches Bedürfnis

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Sexualität ein natürliches menschliches Bedürfnis ist und z.B. vom spanischen Gelehrten Ibn Hazm im Rahmen der Ehe als eine der gelebten Vorfreuden auf das Paradies bezeichnet wurde. Auch qur´anische Verse und Überlieferungen des Propheten (a.s.) bestätigen, dass die in der Ehe gelebte sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ein Ausdruck der Liebe und der Hingabe ist und dass die Frau bei ihrem Mann und der Mann bei seiner Frau den inneren Frieden und die Erfüllung ihrer bzw. seiner Bedürfnisse findet. Es soll den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt werden, dass es sich bei der sexuellen Beziehung um eine sehr private und intime Beziehung handelt, welche nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte (vgl. Bukhari: „Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis“ ). Die Schülerinnen und Schüler sollen auch darüber diskutieren, wie ihr Traumpartner bzw. ihre Traumpartnerin aussehen und welche Qualitäten sie oder er mit in die Ehe bringen sollte. In diesem Zusammenhang sollen sie erfahren, welche Regelungen mit der Eheschließung verbunden sind – angefangen von der Morgengabe, über den Ehevertrag bis zur Bedingung, dass beide Ehepartner selbständig und aus freien Stücken die Beziehung eingehen. (vlg. Qur´an: ar-Ruum 30:21; Baqara 2:241 u.a.) sowie unzählige Ahadith, wie etwa folgender: „Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden… aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha) Weiterhin berichtete Khansaa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

Verliebt, verlobt, verheiratet … Ehe im Islam

In diesem Themenbereicht sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamischen Vorstellungen und Bestimmungen bezüglich der Ehe und der Eheschließung erhalten und diese aus der religiösen Perspektive erarbeiten. Es soll von der Lehrperson darauf hingewiesen werden, dass in Österreich die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen, wenn etwa eine Eheschließung oder eine Scheidung Rechtskraft erlangen soll. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass jede Ehe im Islam auf der ausdrücklichen Zustimmung der Eheleute gründet und von gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit erfüllt sein sollte. Dies erfordert von beiden Partnern gegenseitigen Respekt und Anerkennung und einen vernünftigen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten.

Eheleute sind Partner

Liebe und Barmherzigkeit

Was tun bei Streit?

Wenn alles nicht mehr hilft – Scheidung im Islam

Warum ist Zina haram?

Der Islam erlaubt keine Zwangsheirat

9. SCHULSTUFE: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND IN MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage Stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz innerhalb einer selbstgewählten Gruppe, soll der islamische Religionsunterricht einen Raum anbieten, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können, heißt somit sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an der Gemeinschaft und der Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer gottesdienstlicher Übungen (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqidah) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Hineinnahme der Lebenswirklichkeit Jugendlicher, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (Mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Al-Hadsch – Die Pilgerfahrt

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Themenkreis mit der Pilgerfahrt auseinandersetzen und ihre Riten und Regeln erlernen. Im Zentrum steht wieder der Sinn der Hadsch und das Wissen, dass nach der Pilgerfahrt alle Sünden vergeben werden und man quasi ein neues Leben beginnen kann. Diese Folge der Hadsch macht sie natürlich außerordentlich beliebt. (vgl. Baqara 2/196 u.a.)

Die Bedeutung der Hadsch

Vorbereitungen der Hadsch

Die verschiedenen Arten der Hadsch

´Arafat

Was macht die Hadsch ungültig?

Idul-Adha: Das Opferfest

Was ist die Umrah (Wallfahrt)?

Der Iman an Yaumul-Akhir (den Jüngsten Tag)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich weiterhin mit dem Iman an den Jüngsten Tag auseinandersetzen – hier ist die Parallele zur Pilgerfahrt darin gegeben, dass auch am Jüngsten Tag alle Menschen versammelt sein werden und unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht etc. Rechenschaft ablegen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren weiterhin, welche Zeichen den Jüngsten Tag ankündigen, welche Namen für ihn verwendet werden und dass bzw. wie Rechenschaft abgelegt wird.

Was ist der Jüngste Tag?

Zeichen des Jüngsten Tages

Namen des Jüngsten Tages

Rechenschaft ablegen

Nachdenken über den Tod

Die spirituelle Dimension des Imans an Yaumul-Akhir äußert sich in dem Nachdenken über den Tod, welcher unmittelbar zum Nachdenken über das eigenen Leben führt und insofern eine katharsische und motivierende Funktion hat. Erst in der Auseinandersetzung mit dem Tod kann der Mensch sein Leben verstehen und schätzen lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Nachdenken über den Tod ihre Vorstellungen und Gedanken in den Unterricht einbringen, sodass ausgehend von diesen Inputs eine Behandlung der Thematik erfolgen kann. (vgl. Surah at-Takathur 102 sowie az-Zalzalah 99/7-8 u.a.)

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182.

Das Leben nach dem Tod

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit dem Tod in eine andere Welt eintreten, die jetzt nicht sichtbar und nicht fassbar ist. In der Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod sollen sie Hoffnung erhalten und ihre Verantwortlichkeit auf Erden klar erkennen.

Ich bin erwachsen! Ich bin Mukallaf!

Mit 14 Jahren erreichen die Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Mündigkeit und gelten nun als Erwachsene. Welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat, soll in einer positiven und zukunftsfrohen Art und Weise vermittelt werden.

Baligh, Aaqil, Muslim

Themenkreis: Quellen des Islam

Ich lerne die Sprache des Qur´an kennen

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorherigen Schulstufe erfahren, wie schwierig es ist, mit dem Qur´an zu arbeiten, wenn die arabische Sprache nicht beherrscht wird. In diesem Schuljahr sollen interessierte Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die arabische Sprache bekommen, so dass sie am Ende des Jahres dazu in der Lage sind, einzelne Sätze zu bilden und grammatische Strukturen zu erkennen.

Entstehung der Hadith-Wissenschaft

Die Hadith-Wissenschaft ist eine der frühesten islamisch-theologischen Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in dieses großartige Wissensgebiet erhalten, und sich auch mit einigen Überlieferern des Hadith beispielhaft auseinandersetzen. Dabei sollen sie auch erfahren, dass Frauen und auch Jugendliche eine sehr große Rolle in der Überlieferung des Hadith gespielt haben.

Asma`ur-Ridschal – Überlieferer des Hadith

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Erst wenn mein Herz beruhigt ist, kann ich mich vertrauensvoll der Welt und den Menschen zuwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, interpretieren und verstehen in diesem Jahr folgende Verse und Aussprüche des Propheten Muhammad (a.s.), welche sich alle in irgendeiner Weise mit der Thematik des Vertrauens und der Aufrichtigkeit befassen.

Surah 94 / Al-Inschirah

Surah 46/13 / Al-Ahqaf

Hadith: „Verrichte deine Werke in Ikhlas

… (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

Hadith: „Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz.

… Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami´)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Das Vertrauen zu Allah zählt zu den grundlegenden Charaktereigenschaften des gläubigen Menschen. Es wird im Qur´an immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen betont, etwa in Surah al-Ma’ida 5/11, at-Tauba 9/51; Ibrahim 14/12 oder at-Taghabun 64/13. Diese Verse betonen die Tatsache, dass das Vertrauen in Gott und Seine Weisheit dem Menschen eine starke Persönlichkeit verleihen kann, weil dieser sich praktisch keinem geringeren als dem Schöpfer des Universums selbst anvertraut. In diesen Kontext gehört auch die berühmte Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) an den Jugendlichen Ibn ´Abbas, als er ihm sagte: „Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

Tawakkul – Vertrauen in Allah – sich verlassen auf Allah

Großzügigkeit im Gegensatz zu: Geiz

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Vers 2/261 und anderen Quellen erfahren, wie wichtig es ist, großzügig zu sein und wie schädlich es ist, geizig zu sein.

Meine Umgebung und Ich: Ich bin eine Säule der Gesellschaft, in der ich lebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit überlegen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft, in der sie leben, leisten – und welchen sie aus ihrer Religiosität heraus leisten könnten oder sogar leisten müssten! In Form von Rollenspielen können sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Bild der Muslime in der Gesellschaft auseinandersetzen –aber auch Möglichkeiten der Partizipation und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes „durchspielen.“

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ganz im Rahmen des Jahresmottos sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle der Religionen im Alltag auseinandersetzen und diskutieren, ob die Religionen in der derzeitigen Struktur tatsächlich Lebenshilfe leisten (können) – und was sich verändern müsste, damit diese vornehmste Aufgabe der Religionen wieder mehr ins Zentrum rückt. Besonders spannend wird die Diskussion, wenn sie vom Lehrer fächerübergreifend organisiert wird und sich Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse miteinander über diese Fragestellung austauschen.

Lebenshilfe und die Rolle der Religion

Karitatives religiöses Engagement

Die Natur und Ich: Die Berge als Sinnbilder des Vertrauens

Berge gelten als Sinnbilder des Vertrauens – geben sie doch der Erde Halt (an-Naba‘ 78/7 und an-Nazi’at 79/32). Im Qur´an werden sie in über 40 Versen angesprochen (u.a. in an-Naml 27/88 und al-Fatir 35/27) – ein Grund für den islamischen Religionslehrer und die islamische Religionslehrerin, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern den Bergen im Qur´an und Hadith zu widmen – eventuell im Austausch mit der Geographielehrerin oder dem Geographielehrer.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Kulturelle Zentren des Islam

In diesem Themenkreis sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen kulturellen Zentren des Islam beschäftigen und feststellen, dass die islamische Kultur und Kunst zwar viele Ähnlichkeiten aufweist, dennoch faszinierende und sehr ausgeprägte regionale Unterschiede deutlich zu erkennen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen und diesen auch ihnen unbekannten Kunstwerken zuordnen können. Sie sollen einen knappen Überblick über die Vielfalt des Islam erhalten, die Menschen beflügelt und nicht eingeengt hat. In Bezug auf ihre eigene Lebenswelt sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten selber auch künstlerisch tätig zu werden.

Cordoba

Bagdad

Kairo

Maghreb

Damaskus

Samarkand

Istanbul

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Meine Pflichten als Österreicherin / als Österreicher

Aufbauend auf dem wünschenswerten Charakterzug, eine Säule der Gesellschaft zu sein, in der man lebt, soll den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, die österreichisch-islamische Identität anzunehmen bzw. sich in Österreich zu Hause zu fühlen und zu wissen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft. Erst in der Hinwendung zu Österreich können sie verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft werden und an ihr teilhaben. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen kulturellen Hintergründe (oder die ihrer Eltern) ignorieren oder unterdrücken – im Gegenteil, es sollen alle Elemente ihrer Identität auch von ihnen selber als Tatsachen und Realitäten in ihrem Leben angenommen werden. Ziel ist die verantwortungsvolle und aktive Schülerin bzw. der verantwortungsvolle aktive Schüler.

Ich bin Österreicher/in (bzw. lebe in Österreich) – und bin verantwortlich für meine Heimat bzw. die Gesellschaft, in der ich lebe

Ich beteilige mich an den Wahlen

Ich übernehme Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen,

…. Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft etc.

Ich bin ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft

Islam in Spanien (Andalusien – al-Andalus)

Der Islam hat in Spanien eine sehr lange Geschichte, da er vor der Inquisition ca. 700 Jahre dort präsent war. Diese Geschichte sollte in dieser Einheit zumindest in Grundzügen erläutert werden, ehe auf die aktuelle Situation des Islam in Spanien eingegangen wird - in ähnlicher Weise wie über die anderen europäischen Länder in den anderen Schulstufen eingegangen wurde. Erwähnt werden sollte jedoch noch die besondere Beziehung der spanischen Monarchie zu den Habsburgern, welche das österreichische königliche Herrschergeschlecht darstellen – und die Folgen dieser Beziehung. Etwa die „Spanische Hofreitschule“ welche ursprünglich ja die „Arabische Hofreitschule“ war. Was diese Thematik betrifft, so bietet sich ein interdisziplinäres Projekt mit dem Fach Geschichte an.

Geschichte des Islam in Spanien

Das europäische Gesicht des Islam

Kunst und Kultur im islamischen Spanien

Das Miteinander der Religionen in Spanien

Islam in Spanien heute

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Ibrahim / Abraham

Die Geschichte des Stammvaters der Religionen, Ibrahim, ist eine Geschichte, die Zeuge eines von Beginn an grenzenlosen Vertrauens des Propheten in seinen Gott ist. Im Laufe seines Lebens wird dieses Vertrauen immer wieder vertieft und auch demonstriert – angefangen bei dem Feuer, welches ihn vernichten sollte, über seine Auswanderung nach Makkah bis hin zur (verhinderten) Opferung des Sohnes. Doch trotz aller Schwierigkeiten und Anfechtungen vertraute Ibrahim immer auf Gott und wurde daher auch von Ihm besonders ausgezeichnet. Es ist die Erfüllung seines Bittgebets, dass bis heute die Menschen in Scharen nach Makkah strömen – einem damals öden und trostlosem Ort mitten in der Wüste: „Und als Ibrahim sprach: O mein Herr! Mache dieses Land sicher und bewahre mich und meine Kinder vor der Anbetung von Götzen. (…) O unser Herr! Siehe, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal bei Deinem unverletzlichen Hause angesiedelt. O unser Herr! Mögen sie das Gebet verrichten! Und erfülle die Herzen der Menschen mit Liebe zu ihnen und versorge sie mit Früchten, damit sie Dir dankbar sein können ….“ (Ibrahim 14/35-41)

Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber hinaus erfahren, dass der Prophet Ibrahim mit seinem Sohn Isma´il die Ka´bah – das erste Gotteshaus auf Erden – mit seinen eigenen Händen baute, die uns bis heute erhalten ist und Ziel aller Pilger in Makkah ist.

Die Mutter von Musa / Moses

Auch die Mutter von Musa bewies extremes Vertrauen in Allah, als sie ihren Sohn den Fluten des Meeres anvertraute, damit ihn die Schlächter des Pharaos nicht erreichen konnten (al-Qasas 28/7-10 u.a.). Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandersetzen, und erkennen, dass selbstbewusste und gläubige Frauen von Gott ausgewählt und besonders ausgezeichnet werden.

Die Fatimiden

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Geschichte und den Errungenschaften der Fatimiden auseinandersetzen und ihre gesellschaftlichen und historischen Leistungen würdigen.

Aktuelles Thema: Islam und Demokratie

Das aktuelle Thema behandelt eine der wichtigsten Themenstellungen des Islams in Europa – nämlich die Beziehung zwischen Islam und Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Islam und Demokratie einander nicht widersprechen, sondern viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Sie sollen weiterhin dazu motiviert werden, sich für politische Zusammenhänge zu interessieren und politische Grundstrukturen zu verstehen. Aus diesem Grund werden wesentliche Dimensionen einer Demokratie intensiver besprochen und ihre Bezüge zum Islam verdeutlicht. Letztendlich sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als aktive Mitglieder der demokratischen Gesellschaft auch am politischen Leben partizipieren sollen.

Gewaltenteilung

Pluralismus

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit

Freie, unabhängige und geheime Wahlen etc.

10. SCHULSTUFE: VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Mit 15-16 Jahren beginnen Jugendliche, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen. Sie fangen an über Beziehungen, Familie, Karriere und Beruf nachzudenken. Aufbauend auf der Bewusstmachung der religiösen Reife und Mündigkeit soll in diesem Jahr die damit verbundene Verantwortlichkeit des Menschen im Mittelpunkt stehen. Verantwortung übernehmen zu können bedeutet im Kontext des islamischen Religionsunterrichtes, sich das Ziel menschlichen Strebens zu vergegenwärtigen, das Wohlgefallen Allahs zu erreichen und damit den eigenen Tod und das Danach nicht auszublenden. Ethisch richtiges Handeln und gute Werke zu tun ist verbunden mit der Bereitschaft, sich selbst in den Absichten zu hinterfragen und zu prüfen und um die eigene Willensfreiheit zu wissen, damit negative Entwicklungen nicht bequem mit dem Vorwand des „Schicksals“ aus der eigenen Verantwortung geschoben werden können. Schülerinnen und Schüler sollen zu ihrer eigenen Meinung stehen können – diese jedoch auch begründen. In diesem Zusammenhang behandelt der Religionsunterricht in diesem Jahr Themen wie Treue, Vorbildlichkeit oder auch Gerechtigkeit.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Iman an Qada´ und Qadar (die göttliche Vorsehung)

Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis die Bedeutung der göttlichen Vorsehung (Qadar) und sollen erkennen, dass man vom Schicksal eigentlich nur im Nachhinein sprechen kann. Qada´‚ bezieht sich immer auf die Vergangenheit, wurde schon entschieden und kann nicht mehr beeinflusst werden. Qadar bezieht sich immer auf die Zukunft und kann von mir beeinflusst werden. Eng mit dieser Thematik ist die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen verknüpft, welche der bekannte Imam al-Ghazali folgendermaßen löste: „Der Mensch ist frei in dem, was er weiß, und nicht frei in dem, was er nicht weiß.“ Mit anderen Worten: Ich kann nur in den Bereichen entscheiden, welche ich kenne – alle anderen sind für meine Entscheidung irrelevant.

Es gibt Bereiche in meinem Leben, über die ich niemals entscheiden konnte, wie etwa mein Geschlecht, meine äußere Erscheinung, meine Nationalität, meine Muttersprache etc. Alle diese Aspekte gehören zum Bereich des Qada´. Und es gibt Bereiche in meinem Leben, in denen ich die Verpflichtung zur Entscheidung habe, wie etwa: wo werde ich leben, wie werde ich leben, welchen Beruf ergreife ich etc.

Da der Mensch – im Gegensatz zu Gott – keinerlei Wissen über seine Zukunft hat, sind seine Entscheidungen immer frei. Aus seiner Entscheidungsfreiheit leitet sich letztendlich auch seine Verantwortlichkeit ab – und wie könnte jemand Verantwortung tragen, der sein Handeln nicht frei bestimmen kann?

In dem (nachträglichen) Wissen, dass alles, was mich getroffen hat, auch mir gegolten hat und im absoluten Vertrauen in die Gerechtigkeit Gottes kann Qada´ und Qadar als wesentliches Element positiven Denkens betrachtet werden (vgl. Hadith von Umar in der Prophetenmoschee uvm.)

Qada´ und Qadar in den Quellen

Bereiche von Qada´ und Qadar

Qadar und die freie Entscheidung

Was heißt Ibadah (Gottesdienst)?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Begrifflichkeit der Ibadah beschäftigen und erkennen, dass es ein religiöses Verständnis von Ibadah und ein alltägliches Verständnis von Ibadah gibt. Das eine ist durch die religiösen Vorschriften klar umgrenzt, das andere bezieht sich auf alles, was mit reiner Absicht und reinem Herzen gedacht, gesagt oder getan wurde. In der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Stufen der Ibadah sollen die Schülerinnen und Schüler zumindest ansatzweise dazu gebracht werden, konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt zu erkennen und zu benennen.

Stufen der Ibada

Bid´ah

Halal und Haram

„Sag, verwehrt hat mein Herr nur die Schandbarkeiten, die öffentlichen und die geheimen, und die Sünde und ungerechte Gewalttat …“ (al-Araf 7/33).

„Der Einsichtige soll, sofern er Verstand hat, sich nur um dreierlei Dinge bemühen: die Vorsorge für das Jenseits, die Sorge für den Lebensunterhalt und den Genuss der Dinge, die nicht verboten sind.“ Dieser Ausspruch gehört zu den Weisheiten des Propheten Ibrahim und fasst in wenigen Worten wesentliche Inhalte zusammen.

Dieses Thema ist deshalb wichtig und wesentlich, weil es um das Erlaubte und Verbotene im alltäglichen Leben – beim Essen, im Umgang miteinander und auch bei der ´Ibadah geht. Es soll jedoch nicht formalistisch behandelt werden – vielmehr soll auch hier der Sinn im Zentrum der Fragestellungen stehen. Erörterungswürdig ist etwa die Frage, ob es bei der Schächtung der Tiere nur um die Basmallah geht, oder ob nicht auch artgerechte Tierhaltung und artgerechte Fütterung einen weiteren Bestandteil der Kategorie Halal darstellen.

… beim Essen

… im Verhalten

… in der Ibadah

Ibadatus-Salihin (Gottesdienst der Gerechten) – oder wie ich eine ganz besondere Beziehung zu meinem Schöpfer aufbauen kann

Vom Propheten Muhammad sind besondere Bittgebete überliefert, die er täglich sprach, oder deren Belohnung besonders groß ist oder deren bester Zeitpunkt der frühe Abend oder auch der frühe Morgen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese lernen und besprechen, inwieweit sie einander behilflich sein könnten, eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Schöpfer aufzubauen.

Adhkaar am Morgen und am Abend

Themenkreis: Quellen des Islam

Gliederung des Qur`an

Die Gliederung des Qur´an in mekkanische und medinensische Suren hat auch eine inhaltliche Bedeutung, welche die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit möglichst selbständig erarbeiten sollen. Weiterhin sollen immer wiederkehrende Themen des Qur´an erarbeitet und die feinen Unterscheidungen der Formulierungen genauer analysiert werden. Besonders interessant ist dies im Kontext der Schöpfungsgeschichte, die immer wieder in unterschiedlichen Suren erwähnt und dargestellt wird – jedes Mal jedoch mit einer neuen inhaltlichen Nuance.

Mekkanische und Medinensische Surah

Themenkreise des Qur´an

Dimensionen des Hadith:

Aufbauend auf der Einführung in die Hadith-Wissenschaft sollen die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr eine Vertiefung erhalten. Sie lernen, dass ein Hadith aus drei Abschnitten besteht, welcher jeder für sich auf seine Richtigkeit hin überprüft wurde und über die Kategorien des Hadith: wann gilt er als Sahih, wann als Hasan, und wann als Da´if?

Auch die Einteilungen des Hadith in die Kategorien Mutawatir, Maschhur, Ahad sollte den Schülerinnen und Schülern am Ende des Jahres ein Begriff sein.

Isnad (Überlieferungskette), Matn (Text), Rawi (Überlieferer)

Kategorien des Hadith: Sahih (sicher), Hasan (gut), Da´if (schwach)

Mutawatir (kontinuierliche Überlieferung), Maschhur, Ahad

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Zu den bekanntesten Versen gehören die ersten fünf Verse der zweiten Surah – diese sollten auch die Schülerinnen und Schüler lernen – ebenso die Ahadith, welche besondere Charaktereigenschaften thematisieren.

Suratul-Humaza (104) und Al-Qari´ah (101)

Beginn der Suratul-Baqara: 2/1-5

Hadith: Allahs Gesandter hat gesagt: Allah spricht:

„(…) Doch Mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn dafür liebe. Und wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit der er sieht, und seine Hand, mit der er etwas ergreift und sein Fuss, mit dem er geht.“ (Bukhari)

Hadith: Es gibt vier Eigenschaften, wenn du darüber verfügst,

(…) soll dich nicht kümmern, was dir von dieser Welt entgeht: Anvertrautes zu bewahren, die Wahrheit zu sprechen, von guter Wesensart zu sein und einen ehrlichen Lebensunterhalt zu haben. (Mischkat)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Der Gesandte Allahs wurde gefragt: „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) feige ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) geizig ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) lügt?“ Er sagte: „Nein!“ (Muwatta)

Diese Überlieferung des Propheten (a.s.) kann quasi als Motto für die persönliche Selbstentwicklung genommen werden. Nichts ist schlimmer, als wenn Menschen einander belügen oder heuchlerisches Verhalten an den Tag legen: „Der schlimmste Mensch am Jüngsten Tag wird vor Allah der sein, der zwei Gesichter hat: er kommt zu diesen mit einem Gesicht und zu den anderen mit einem anderen.“ (Bukhari, Muslim, Ahmad)

Dagegen hilft nur die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen und das stetige Bemühen um die Verbesserung des eigenen Charakters (vgl. auch al-Isra‘ 17/34 u.a.).

Was Treue angeht, so sind auch hier die Worte des Propheten eindeutig: „Die Muslime halten ihre Verträge ein!“ (Bukhari)

Als bestes Vorbild für die Menschen gilt der Prophet (a.s.), über den seine Frau berichtete, dass sein Charakter mit einem wandelnden Qur´an zu vergleichen ist. Der Prophet hatte hervorragende Charaktereigenschaften und gab jedem Menschen das Gefühl, dass er im Zentrum des Gespräches steht.

Sidq (Wahrhaftigkeit) im Gegensatz zu: Nifaq (Heuchelei)

Wafa´ (Treue) im Gegensatz zu: Betrug

Vorbild sein

Meine Umgebung und Ich: meine Familie, Nachbarn und Freunde

(an-Nisa‘ 4/36)

Die Familie und besonders die Eltern haben im Islam einen sehr hohen Stellenwert (vgl. Luqman). In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit alternativen und handlungsorientierten Methoden den Themenfeldern Familie, Nachbarn und Ort, in dem ich lebe, nähern, auch auf der Grundlage der Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) der sagte: „Derjenige ist kein Gläubiger, der sich satt isst, während sein Nachbar neben ihm hungrig ist.“ (Bukhari, Muslim) oder auch: „Dschibril (Gabriel) hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis ich meinte, er würde ihn zum Erben einsetzen.“ (Bukhari)

In diesem Zusammenhang müssen sich die Schülerinnen und Schüler auch fragen, ob diese Verantwortung den Nachbarn gegenüber heute noch realistisch ist und wie sie z.B. in den riesigen Wohnblöcken der modernen Stadt umzusetzen wäre. Ziel soll immer die realistische Betrachtung der Thematik und die konkrete Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sein. Interessant ist in diesem Kontext auch die folgende Überlieferung, welche klar den Schwerpunkt des religiösen Gottesdienstes betont:

Ein Mann sagte (einmal): „Allahs Gesandter, eine gewisse Frau verrichtet viele Gebete, fastet viel und gibt viel Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird in die Hölle eingehen!“ Der Mann sagte: „Allahs Gesandter, eine andere Frau fastet wenig, gibt wenig Sadaqah und betet wenig und gibt nur ein wenig Käse als Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn nicht mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird ins Paradies eingehen!“ (Mischkat)

Was die Verantwortung dem Ort gegenüber betrifft, in dem ich lebe, so bezieht sich diese Dimension u.a. auf die Verpflichtung, die Wege frei zu halten und zu pflegen und jegliche Möglichkeit für Belästigungen in der Öffentlichkeit zu untersagen.

Verantwortung gegenüber meiner Familie

Verantwortung gegenüber meinem Nachbarn

Verantwortung gegenüber dem Ort, in dem ich lebe

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen: Menschenwürde im interreligiösen Vergleich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler sich aus der Sicht verschiedener Religionen und auch aus säkularer Sicht mit der Würde des Menschen auseinandersetzen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Konzepten erarbeiten. Je nach Möglichkeit vor Ort entscheidet die Religionslehrerin oder der Religionslehrer, welche Vertreter anderer Religionen oder auch Nichtreligionen eingeladen werden, um diese Thematik zu behandeln. Aus islamischer Perspektive sollen die Schülerinnen und Schüler die Begriffe Karamah (Menschenwürde), Khilafa (Statthalterschaft) und Fitrah (natürliche Veranlagung) genauer untersuchen. (vgl. Baqara 2/30-34,286; Ali-Imran 3/7; al-Araf 7/42; al-Isra‘ 17/15; al-Hadsch 22/6; ar-Ruum 30/20-27; al-Insan 76/2-3 und Hadith: „Jedes Kind wird mit der natürlichen Veranlagung (zum rechten Weg) geboren. Und seine Eltern machen aus ihm…“ (al-Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

Die Natur und Ich: Die Bienen im Qur`an

Die Biene ist ein kleines, unscheinbares Insekt, das leicht übersehen werden könnte, wenn da nicht noch etwas wäre …. Eine Surah im Qur´an beschäftigt sich intensiv mit den Bienen und ihrem Volk sowie mit dem Honig, den sie erzeugen. Die Auseinandersetzung mit beiden ist faszinierend – und diese Faszination soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden. Es bietet sich auch hier der interdisziplinäre Blick an – ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Biologielehrerin oder dem Biologielehrer scheint geradezu vorprogrammiert.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Waqf – Das islamische Stiftungswesen

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das islamische Stiftungswesen erhalten und die soziale Bedeutung des Waqf erkennen. Es bietet sich an, die unterschiedlichen Formen der Stiftungen in Form von Schülerreferaten zu vermitteln, da die Auswahl sehr groß ist. Möglich wäre auch die beispielhafte Vermittlung der Arbeit eines konkreten Waqfs – wichtig ist dabei allerdings auch die Fragestellung, warum Waqf im heutigen islamischen Leben kaum noch zu finden sind.

Was ist ein Waqf?

Die soziale Bedeutung des Waqf

Frauenspezifische Auqaf

Waqf für Schüler und Studenten

Waqf für Angestellte und Arbeiter

Waqf für Arme und Kranke

Waqf für Tiere und deren Schutz

Waqf für die Entwicklung zivilisatorischer Einrichtungen

Waqf für den Umweltschutz

Themenkreis: Islam in Österreich und in der Welt

Die Gleichheit der Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit

Die Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung in Österreich verbietet gesetzlich die Diskriminierung aufgrund z.B. der Herkunft, des Geschlechts oder der Religion. Oftmals ist es jedoch so, dass viele Diskriminierungsopfer diese Gesetzgebung überhaupt nicht kennen oder nicht genug Zivilcourage aufbringen, diese in Anspruch zu nehmen. Manche entwickeln aufgrund häufig erlebter Diskriminierung eine pessimistische Grundhaltung oder – noch schlimmer – beginnen selber, andere zu diskriminieren. Allein deshalb hat das Thema seine Berechtigung im Religionsunterricht. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, ausgehend von der allgemeinen Menschenwürde, Diskriminierung jeglicher Art zu erkennen und abzulehnen. Weiterhin sollen sie über die Gesetzgebung in Österreich und in Europa informiert sein – hierzu ist es wünschenswert, dass eventuell ein Projekt mit der Lehrerin oder dem Lehrer für Politische Bildung durchgeführt wird, oder etwa ein Experte in den Unterricht eingeladen wird, der diese Thematik mit der Klasse bespricht.

Islam in Nordamerika

In der Auseinandersetzung mit dem Islam in Nordamerika bekommen die Schülerinnen und Schüler eine Perspektive über den Ozean hinweg – sie sollen feststellen, dass viele Ähnlichkeiten in der Organisation des Islams in Nordamerika und in Europa existieren, sollen aber auch die Unterschiede erkennen, die einerseits sicherlich aus der Definition Amerikas als Einwanderungsland resultieren und andererseits aus dem Bildungsstand und der sozialen Schicht der Muslime dort.

Islam in Asien

Der Islam in Asien hat viele Gesichter – von China über Indien bis nach Malaysia - und die Auseinandersetzung mit ihm verdeutlicht einmal mehr, dass sowohl religiöse als auch kulturelle Einflüsse das Leben der Muslime in Asien bestimmen. Interessant wäre die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Dimensionen religiöser und welche kultureller Natur sind – und wie beide Begriffe voneinander abzugrenzen wären.

Themenkreis: Geschichte(n)

Islam in der Türkei

Der Islam hat in der Türkei eine lange Geschichte, das Wissen darüber gehört zum Basiswissen. In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und die Schüler in verschiedenen Epochen die Geschichte des Islam in der Türkei erfahren und sich auch – wenn möglich und sinnvoll – mit der aktuellen Situation des Islam in der Türkei auseinander setzen.

Türkisches Gesicht des Islam

Viele Völker unter einem Dach

Kunst und Kultur bei den Osmanen

Wissenschaft bei den Osmanen

Maryam / Maria

Maryam gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, welche von Allah Wahiy (Offenbarung) empfangen haben. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Maryam sollen die Schülerinnen und Schüler eine der Frauen kennenlernen, welche Allah zum Gleichnis für die gesamte Menschheit gemacht hat. In diesen Kontext gehört auch die Geschichte ihrer Mutter, welche sich einen Sohn wünschte, und dann von der wundersamen Geburt einer Tochter überrascht wurde – die dennoch die für den Sohn vorgesehene Aufgabe im Tempel erfüllte. Auch die Beziehung Maryams zu Zakariya sowie die Ehrungen und Auszeichnungen, die Allah Maryam zuteil werden ließ, ihr Gebet, die Gaben und letztlich die frohe Botschaft eines Sohnes. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Stationen ihres Lebens erarbeiten und die Reaktionen der Gesellschaft auf Maryam genauestens studieren – waren sie doch voller Vorurteile und Verleumdungen, welche die junge Mutter nun aus der Welt schaffen musste. Ziel soll sein, dass die Schülerinnen und Schüler den Vorbildcharakter Maryams für die ganze Menschheit nachvollziehen und erläutern können. (vgl. Surah Maryam; sowie at-Tahriem 66/12 u.a.)

Aktuelles Thema: Frau und Mann im Islam

Gleich im Anschluss an die Erzählung Maryams bietet sich die Thematik von Frau und Mann im Islam an – und die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich unabhängig von ihren Vorurteilen und Einstellungen auf die Textquellen einzulassen. In der Erarbeitung traditioneller Rollenbilder setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der aktuellen und realen Situation auseinander – aber schon in der ersten Beschäftigung mit den Quellen werden sie erkennen, dass keine islamische Quelle der Frau eine wie auch immer geartete Minderwertigkeit zuschreibt, auch den Sündenfall hat sie nicht verursacht. (vgl. Baqara 2/35-37 u.a.)

Traditionelle Rollenbilder

Gleichheit von Frau und Mann (Nisa´ 33/35 etc.)

Unterschiedlichkeit von Frau und Mann (Ar-Ruum 30/21)

Voneinander geschaffen und füreinander verantwortlich (at-Tauba 9/71)

11. SCHULSTUFE: LIEBE ZUM WISSEN

Dass Glauben und der bewusste und geradezu genussvolle Gebrauch des Verstandes sich im Islam nicht ausschließen, soll in diesem Schuljahr intensiv erfahren werden. Während die Schulzeit sich dem Ende nähert und das eigene Lernen bei vielen Schülerinnen und Schülern zum Teil als ermüdend empfunden wird und/oder vorgegebene Inhalte zunehmend kritisch hinterfragt werden, soll damit auch eine generelle persönliche Reflektion der Einstellung zum Lernen vorgenommen werden. Ziel dabei ist es, die Lust an geistigen Auseinandersetzungen zu stärken und gleichzeitig Kompetenzen für damit einhergehende Diskussionen (Diskussionskultur) zu erwerben. Dazu sind nicht nur die entsprechenden Belegstellen aus den Quellen zu erarbeiten. Vorbildhaft können die Biographien und Leistungen ausgewählter muslimischer Denker und Wissenschafter, darunter auch etlicher Frauen, für die positive Haltung des Islam zum Streben nach Wissen wirken, wie auch die Kenntnis über die Förderung von Bildung in der muslimischen Kulturgeschichte. Der dynamische Anspruch des Islam, jeweils Zeit, Ort und den gesellschaftlichen Rahmen bei entstehenden Fragen zur religiösen Praxis zu berücksichtigen, soll damit erschlossen werden. Daher sind nach einer Einführung in die Hintergründe der großen muslimischen sunnitischen und schiitischen Traditionen und deren Namensgeber exemplarisch auch große Frauen und Männer und deren Einfluss als Gelehrte auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen zu untersuchen. Dabei soll auch die Komplexität ihrer Gedanken und der zeitliche Hintergrund, vor dem diese entstanden, berücksichtigt werden, wie auch die Rezeptionsgeschichte ihres Schaffens. Auf diese Weise soll eine kritische und mündige Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen rund um den Islam und Muslime angeregt werden.

Dinge nicht einfach als „gegeben“ hinzunehmen, sondern sich eine Bereitschaft anzueignen, durch gezielte und treffende Fragen tiefere Einsicht zu gewinnen oder auch die Unmöglichkeit eines abschließenden Urteils zu erkennen und sich mit der Prozesshaftigkeit von Erkenntnisgewinn auseinanderzusetzen, soll gerade über Themen, die in sich teilweise Widersprüchlichkeiten bergen und die in sich nicht abgeschlossen sind, geschult werden. Damit erfährt auch der Wissensbegriff an sich eine Ausleuchtung, die an moderne Auffassungen und Richtungen anknüpfen lässt. Nicht zuletzt soll auch der Anteil von Frauen besprochen und damit vermittelt werden, dass Bildung Frauen und Männern gleichermaßen zu einer Lebensaufgabe und -bereicherung werden soll.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Gerüst des Islam – ein Überblick

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler das Gerüst des Islam in seiner Gesamtheit erfahren und auf diese Art und Weise die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Arkanul-Iman bzw. den Arkanul-Islam wahrnehmen und erläutern können. Die vertiefte Auseinandersetzung führt zu einem vollständigen Bild des Islam und gibt den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und klare Struktur in die Hand, welche alle wesentlichen Dimensionen der islamischen Religion berücksichtigt und ordnet. Als neuer Aspekt kommt die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Thematik des Schirk und des Kufrs hinzu, welches in den vorherigen Stufen keinen Raum gefunden hat.

Die Grundlagen des Glaubens (Arkanal-Iman)

Die Fünf Säulen des Islams (Arkanal-Islam)

Asch-Schirk

Al-Kufr

Das freiwillige Fasten – der beste Weg zur Selbsterziehung

In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem freiwilligen Fasten auseinandersetzen, welches auf den Propheten (a.s.) zurückgeführt wird – etwa das Fasten am Montag und Donnerstag, oder das Fasten an den drei Tagen des Vollmondes, oder auch das Fasten in den heiligen Monaten. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sehr das Fasten dazu geeignet ist, in sich zu kehren und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das regelmäßige und freiwillige Fasten kann als gute Methode zur Selbsterziehung betrachtet werden, so wie es im folgenden Hadith überliefert wurde: „Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden führen und sich nicht töricht verhalten, und wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, soll er zweimal sagen: Ich faste!“ (Bukhari)

Themenkreis: Quellen des Islam

Die Nebenquellen des Islam

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Hauptquellen des Islam auseinandergesetzt haben, sollen sie in dieser Schulstufe die Nebenquellen des Islams kennenlernen. Anhand konkreter Beispiele sollen die Schülerinnen und Schüler die Methoden der islamischen Gelehrten zur Urteilsfindung verstehen und erkennen, wie sehr diese Nebenquellen eine angemessene, an Ort und Zeit angepasste Interpretation der Hauptquellen unterstützen und ergänzen. Grundlage für die Entwicklung dieser Methoden ist der Hadith des Propheten (a.s.), als er Mu´adh Ibn Dschabal als Gesandten in den Yemen schickte und ihn fragte: „Worauf wird dein Urteil gründen?“ – „Es wird auf dem Buche Gottes gründen,“ antwortete Muadh. „Und wenn du darin nichts Entsprechendes findest?“ „Dann wird es auf der Sunnah des Gesandten gründen.“ „Und wenn du dort nichts findest?“ „Dann werde ich mich mit aller Kraft bemühen, mir ein eigenes Urteil zu bilden.“ Daraufhin antwortete der Prophet (a.s.): „Gelobt sei Gott, Der den Beauftragten Seines Propheten so geleitet hat, dass es Seinem Propheten wohl gefällt!“ (Bukhari, at-Takhlis al-Habier).

Al-Idschma´ (Konsens)

Al-Qiyas (Analogieschluss)

Idschtihad und seine besondere Funktion

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Die Verse, welche in dieser Schulstufe genauer verstanden, gelernt und interpretiert werden sollen, sind bekannte Verse: die tägliche Rezitation der Suratul-Mulk bewahrt den Menschen vor der Pein des Grabes, und die Surah Ya-Sin wird als Herz des Qur´ans bezeichnet. Die beiden Überlieferungen des Propheten (a.s.) beziehen sich zum einen auf das Jahresmotto, bei der anderen geht es um den Menschen mit dem besten Charakter. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese wichtigen Texte lernen und umsetzen.

Suratul-Mulk 67

Verse aus Surah Yasin 36

Hadith: „Wenn jemand einen Weg einschlägt, um größeres Wissen zu

…. erwerben, wird Gott ihm den Weg ins Paradies erleichtern.“ (Muslim)

Hadith: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“

Allahs Gesandter (a.s.) gebrauchte niemals unanständige Worte und tat niemals etwas Unanständiges, und er pflegte zu sagen: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“ (Bukhari, Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Islam eine sehr bildungs- und wissensfreudige Religion ist. In der Auseinandersetzung mit der Vielfalt an Versen und prophetischen Überlieferungen, welche die Bedeutung des Wissens für den Menschen näher erläutern und die Vorrangstellung der Gelehrten und Wissenschaftler betonen, sollen die Schülerinnen und Schüler dazu motiviert werden, sich mehr für Bildung und Wissenschaft einzusetzen und eventuell auch eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Besonders betont werden soll die enge Verknüpfung zwischen Glauben und Wissen, die zum Beispiel auch in folgendem Vers verdeutlicht wird: „Wahrlich, von den Dienern Gottes fürchten Ihn nur die Wissenden.“ (Fatir 35/28) oder die Ahadith: „Wer aufbricht, um eine Wissenschaft zu erlernen, ist auf dem Wege Gottes bis zu seiner Rückkehr.“ (Tirmidhi) sowie: „Mit dem Tode eines Menschen vergehen seine Werke, mit Ausnahme von dreien: eine Spende, deren wohltuende Folgen andauern; Wissen, das Nutzen bringt; und ein Kind, das für ihn Gott anruft.“ (Muslim)

Besonders eindrucksvoll ist das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, welches der Prophet (a.s.) gegeben hat: „Das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, mit denen Allah der Allmächtige und Erhabene mich entsandt hat, ist wie ein reichlicher Regen, der auf ein Gebiet niederging: Der fruchtbare Teil des Erdbodens nahm das Wasser auf und brachte eine Menge an Pflanzen und Gras hervor….“ (Bukhari, Muslim).

Liebe zum Wissen im Gegensatz zu: Ablehnung der Unwissenheit

Tadabbur (Nachdenken) im Gegensatz zu: Taqlid (gedankenloses Nachahmen)

Ibn al-Dschausi: „Einer, der etwas blind befolgt, hat kein Vertrauen in das, was er befolgt. Nachmachen bedeutet, den Gebrauch des Verstandes zurückzuhalten, wo doch der Verstand zum Denken und Urteilen geschaffen wurde. Es ist Dummheit, wenn jemand, dem ein Licht gegeben wird, damit er den Weg findet, dieses auslöscht und im Dunkeln geht.“

Mit diesen knappen Worten des bedeutenden Gelehrten sollen die Schülerinnen und Schüler sich auseinandersetzen und erfahren, dass zum Bekenntnis zum Islam auch die eigene persönliche Überzeugung gehört – Nachahmung alleine reicht nicht aus.

Guter Charakter

Muadh (r) berichtete: Das letzte, was mir Allahs Gesandter (a.s.) auftrug, als ich meine Füße schon in die Steigbügel gesetzt hatte, war: „Muadh, zeige Anstand und guten Charakter im Umgang mit den Menschen.“ (Muwatta)

Die Schülerinnen und Schüler werden in dieser kleinen Einheit dazu eingeladen, diese sehr offene Formulierung des „guten“ Charakters inhaltlich zu füllen. Dies erweitert ihr Erkenntnisinteresse und eröffnet ihnen einen Blickwinkel für die Weite des Islam.

Meine Umgebung und Ich

Offenheit und Erneuerung sind wesentliche Faktoren, welche dazu beitragen, dass eine Gesellschaft sich weiterentwickeln kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis dazu befähigt werden, darüber zu reflektieren, inwieweit ihr Umfeld mit diesen beiden Begriffen beschrieben werden kann und warum dies so ist. In der Auseinandersetzung mit diesen Reflektionen kann eine spannende Diskussion über die Zukunft und die Entwicklungsfähigkeit der Muslime geführt werden.

Offenheit

Erneuerung

Ich und Menschen mit anderer Überzeugung

Die acht qur`anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen

Die acht qur´anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen bestehen aus:

der Verpflichtung zu gegenseitigem Kennenlernen und Austausch (al-Hudschurat 49/13).

der Einladung zum Guten (Ali-Imran 3/104).

mit Weisheit und gutem Ratschlag (an-Nahl 16/125; Ibrahim 14/46).

in freundlicher Sprache und mit angenehmem Verhalten (Ali-Imran 3/159; al-Mumtahina 60/8).

und Betonung der Gemeinsamkeiten (Ali-Imran 3/64; al-Ankabut 29/46).

sowie Einhaltung der Grenzen – niemals beleidigen (an-Nisa‘ 4/140; al-An’am 6/68,108).

und dem Recht auf freie Entscheidung (al-Kahf 18/29).

kein Zwang in der Religion – jeder soll seinen Weg gehen (Baqara 2/139,256; Yunus 10/99; al-Anbiya 21/107-109).

Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Prinzipien lernen und Möglichkeiten der Umsetzung in ihrem konkreten Leben besprechen. Sie sollen dazu befähigt werden, eine wichtige Rolle für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu spielen.

Die Natur und Ich: die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah

Viele Verse im Qur´an befassen sich mit den Himmelskörpern – und so ist es auch kein Wunder, dass sich viele muslimische Gelehrte mit dieser Thematik beschäftigt haben. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit über die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah lernen und die Leistungen früher muslimischer Astronomen kennen und schätzen lernen. Möglich ist in diesem Themenkreis wie immer auch die Durchführung eines interdisziplinären Projektes – etwa mit dem Physikunterricht.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Berühmte muslimische Wissenschaftler

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einige berühmte muslimische Wissenschaftler mit ihren Leistungen und Erkenntnissen kennen und würdigen lernen. Auf der Grundlage handlungsorientierter Materialien zu dieser Thematik soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler geweckt werden, sich mit einem der vorgestellten Themenkreise näher auseinanderzusetzen und eventuell in Form von Experimenten selber nachzuvollziehen.

Die Liste der bekannten Gelehrten ist lang und jederzeit erweiterbar – es bleibt der Lehrerin und dem Lehrer überlassen, wie viele Wissenschaftler im Unterricht vorgestellt und näher behandelt werden:

Idrisi (12. Jh. - Kartograph und Geograph)

Ibn al-Mardi (Geograph)

Mas`udi (9.Jh. - Geograph)

Ibn Fuslan (9.Jh. - erster reisender Geograph)

Ibn Khaldun (Begründer der Soziologie)

Ibn-Batuta (Entdeckungsreisender)

Taqi-ud-Din (Universalgelehrter, Erfinder der Dampfmaschine)

Al-Biruni (Astronom)

Al-Khawarizmi (Mathematiker, Ziffer 0 etc.)

Al-Karaadji (Ingenieur, Bewässerungstechnik)

Dschazari (Erfinder von Bewässerungsanlagen)

Ibn Khabbat (Erfinder hydraulischer Bewässerungsanlagen)

Ibn Sina (Avicenna – Mediziner)

ar-Razi (Rhazes – Mediziner)

az-Zahrawi (Albucasis - Mediziner)

Ibn al-Haytham (Alhazen - Mediziner)

Ibn Rushd (Averroes – Philosoph)

Bekannte Bibliotheken

In diesem zweiten Themenfeld der Kulturgeschichte sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem frühen Bibliothekswesen in muslimisch geprägten Gesellschaften auseinandersetzen. Ziel ist auch hier zu vermitteln, wie sehr sich die Muslime mit Wissenschaften beschäftigt haben und dass es üblich war, dass in jeder Stadt zumindest ein intellektuelles Zentrum bestand, welches gut besucht war, etwa:

Öffentliche Bibliotheken:

Darul-Hikam, Kairo, gegr. 395 n.H., 18.000 Bücher

Beitul-Hikma, Bagdad, gegr. unter Harun ar-Rashid, dort arbeiteten viele Kopisten und Übersetzer

Al-Hakam Bibliothek in Andalusien, 400.000 Bücher

Bani Ammar-Bibliotheken, Tripolis, 180 Kopisten arbeiteten dort im Schichtservice 24 h, 1.000.000 Bücher

Private Bibliothen, z.B.:

Fath-ibn Haqan Bibliothek, gegr. 220 n.H. u.a.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Modell Österreich: Die Islamische Glaubensgemeinschaft

In dieser Schulstufe sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der IGGiÖ und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben der Muslime in Österreich auseinandersetzen. Viele – und besonders junge Muslime – wissen nicht, welch wichtige Aufgabe die Glaubensgemeinschaft für die Musliminnen und Muslime in Österreich wahrnimmt. Das Desinteresse, welches teilweise sicherlich in ihrem Unwissen gründet, soll durch Aufklärung schrittweise abgebaut werden. Auch sollen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Glaubensgemeinschaft für die österreichischen Muslime und darüber hinaus den Vorbildcharakter im europäischen und internationalen Raum wahrnehmen und darüber diskutieren. Neben der Struktur und dem Aufbau der IGGiÖ sollen auch mögliche Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden – was wäre wünschenswert für die Weiterentwicklung der islamischen Community in Österreich?

Einer Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler am Ende der Einheit stellen können: Was wären die Muslime in Österreich ohne die Glaubensgemeinschaft und in welcher Situation würden sie sich wohl befinden? Ein Blick über Österreich hinaus könnte ihnen bei der Beantwortung der Frage sicherlich nützlich sein.

Islam in Bosnien

Die Geschichte des Islam in Bosnien ist teilweise so alt wie die Geschichte des Islam in der Türkei. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte Bosniens kennenlernen und sich auch mit der aktuellen Situation der Muslime in Bosnien auseinandersetzen. Die Universität und Madrasah in Sarajevo kann in diesem Kontext ebenso vorgestellt werden wie besondere Moscheebauten oder andere islamische Einrichtungen oder Bauten.

Themenkreis: Geschichte(n)

Entstehung der fünf Rechtsschulen/ Pluralismus im Islam

Wie und warum haben sich im Islam Rechtsschulen herausgebildet und was steckt dahinter? Mit dieser Fragestellung sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit auseinandersetzen. Wegweisend für die Entstehung der Rechtsschulen war die Entscheidung des Imam Malik, als dieser dem Kalifen al-Mansur in folgender Episode widersprach:

Der Kalif al-Mansur wollte die gesamte Ummah auf die malikitische Rechtsschule einen – jedoch lehnte der Imam Malik dieses ab, mit der Begründung: „Lass die Menschen mit dem, für das sie sich entschieden haben, denn jeder weiß, was besser für ihn und seine Situation ist.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen auch die Biographien der Gründer der Rechtsschulen kennen und schätzen lernen, da sie einen wissenschaftlichen Ausdruck der Meinungsvielfalt im Islam darstellen.

Warum überhaupt Rechtschulen?

Wie sind die fünf Rechtsschulen entstanden?

Wer sind ihre Gründer?

Portraits dieser fünf außergewöhnlichen Menschen:

Al-Imam Dscha´far as-Sadiq

Al-Imam Malik

Al-Imam al-A´tham Abu Hanifah

Al-Imam Asch-Schafi´i

Al-Imam Ahmad

Gemeinsamkeiten aller fünf Rechtsschulen anhand von Beispielen

Wichtig ist darüber hinaus, dass die Schülerinnen und Schüler anhand dieser praktischen Übung Gemeinsamkeiten aller fünf sunnitischen Rechtschulen anhand von Beispielen wahrnehmen und erkennen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Rechtschulen nur minimal sind, weil sich alle auf die gleiche Quelle berufen, nämlich den Propheten Muhammad (a.s.).

Unterschiede zur schiitischen Rechtsschule

Umgang mit Meinungsverschiedenheiten im Islam (Adabul-Ikhtilaf fil-Islam)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, wie sich die islamischen Gelehrten auf wissenschaftlicher Ebene mit Meinungsverschiedenheiten auseinandergesetzt haben und dass es eine lange Tradition der Meinungsvielfalt im Islam gibt – unter anderem auch auf theologischer Ebene. Der bekannte und bedeutende Imam und Rechtsschulenbegründer Asch-Schafi´i sagte eines Tages zu seinen Studierenden: „Meine Meinung ist richtig – und könnte möglicherweise falsch sein. Und deine Meinung ist falsch und könnte möglicherweise richtig sein!“ Die Schülerinnen und Schüler sollen sich an ihm ein Beispiel für den Umgang mit Andersdenkenden nehmen.

Adam und Eva (Hawa) und die Schöpfungsgeschichte

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Schöpfungsgeschichte auseinandersetzen und erkennen, dass Allah die Menschen und die Dschinn mit der Fähigkeit, Gutes und Schlechtes zu erkennen und mit der Bereitschaft, gut oder schlecht zu handeln, geschaffen hat. Allerdings entschloss sich Iblis in freiem Willen dazu, böse zu handeln und verführte dann seinerseits sowohl Adam, als auch Eva. (vgl. Baqara 2/34-36 u.a.) Nachdem sie beide den Fehler erkannten und aus dem Paradies vertrieben wurden, baten sie um Vergebung, die ihnen gewährt wurde – mit der Bedingung, auf Erden Gutes zu tun und nicht mehr zu sündigen. Wichtig für die inhaltliche Vermittlung ist die Tatsache, dass es im Islam keine Erbsünde gibt - die Menschen werden ohne Erbsünde geboren. Wie schon im aktuellen Thema Rollenbilder angesprochen sind Mann und Frau jeder für sich selbst verantwortlich, sollen aber einander im Guten unterstützen und einander helfen. Hierin erfüllen sie schon ihr Schöpfungsziel, welches da lautet: Gutes gebieten und Schlechtes verwehren.

Aktuelles Thema: Radikalismus und Takfir

In dieser aktuellen Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Thematik des Fundamentalismus etc. beschäftigen und erörtern, warum radikale Ideen ihre Verbreitung finden. Sie sollen darüber hinaus in der Beschäftigung mit den islamischen Quellen argumentieren können, dass der Islam jeglichen Fanatismus ablehnt und dass Radikalismus in all seinen Formen niemals irgendein Problem gelöst hat – im Gegenteil, er ist die Ursache vieler Probleme. (vgl. die Aussage des Propheten Muhammad (a.s.), der sie drei Mal wiederholte: „Die Fanatiker werden zugrunde gehen!“ (Muslim, Ahmad u.a., sowie Qur’an: Baqara 2/185; al-Ma’ida 5/87; Ta-Ha 20/2)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich damit auseinandersetzen, welches die Anzeichen für die Radikalisierung eines Menschen sind – dann nämlich, wenn jemand andere Menschen dazu zwingt, seinem Weg zu folgen, und wenn er nur ein Verständnis der Religion zulässt und nur eine Form der Umsetzung der Religion, und wenn er schlussendlich den Anderen zum Ungläubigen deklariert und Andersdenkende boykottiert. In der sachlichen Auseinander-setzung mit der Thematik werden die Schülerinnen und Schüler über die Gefahren des Radikalismus aufgeklärt; wichtig ist, dass als Ergebnis der Einheit klar und deutlich werden muss, dass Islam und Radikalismus oder gar Terrorismus nicht vereinbar sind!

Was ist Radikalismus und Takfir

Anzeichen der Radikalisierung

Zwang der Menschen

Nur ein Verständnis und eine Form der Umsetzung der Religion wird zugelassen

Der Andere wird zum Ungläubigen erklärt

Boykott aller Andersdenkenden

Terrorismus löst niemals irgendein Problem!

12. SCHULSTUFE: DEM LEBEN SINN GEBEN

Das Motto der abschließenden achten Schulstufe in der AHS soll wie ein Bogen Leitmotive und wesentliche Inhalte des islamischen Religionsunterrichts aufgreifen und vertiefen und zugleich Möglichkeiten der praktischen Umsetzung in den jeweiligen Lebensbereichen anbieten. Die Schülerinnen und Schüler, welche nun die Pubertät mehr oder minder überwunden haben, suchen nach einer Orientierung und einem Halt, der ihrem Leben Sinn verleiht. Eine optimistische Sicht und lebensbejahende Einstellung soll durch die Beschäftigung mit der islamischen Sicht auf Begriffe wie „Glück“ oder „Schönheit“ gefördert werden. Spiritualität als Quelle für die eigene Weiterentwicklung für sich entdecken zu können, soll über das Kennenlernen mystischer Traditionen im Islam gelingen. In diesem Zusammenhang sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage: Warum Religion? oder auch: Warum Islam? auseinander setzen. Mit einem Blick auf Johann Wolfgang von Goethes Islambild und wie dies in sein Werk einfloss, soll gezeigt werden, wie auch wertschätzende Perspektiven auf den Orient und die Muslime in Europa Bedeutung erlangen konnten. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung der europäischen Islamwissenschaft von Interesse.

In diesem Jahr sollen die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler beim Verfassen einer vorwissenschaftlichen Arbeit ev. auch im Fachbereich Islam unterstützen.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Warum Religion?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dieser grundlegenden Frage tiefer auseinandersetzen und unterschiedliche – auch konträre – Argumentationen analysieren. Die Inhalte z.B. von Suratul-Mu‘minun 23/115 oder Ali Imran 3/190 f.: Allah hat den Menschen und das gesamte Universum nicht sinnlos oder nur „zum Spiel erschaffen“ und anderen Versen, etwa al-Anbiya 21/16; Sad 38/27 und ad-Dukhan 44/38 f. sollen von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und die Frage nach dem Sinn im Leben und der Rolle der Religionen in der Sinnstiftung intensiv erörtert werden. Die Frage kann auch erweitert werden, indem Bezug genommen wird auf aktuelle Säkularisierungstheorien und deren Infragestellung etc. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler in der Beantwortung der Frage eigenständige Lösungen entwickeln und sie jeweils auf ihre sehr persönliche Lebenssituation beziehen können.

Warum Islam?

Auch dies ist eine Frage, die sich ein Muslim stellen muss - und dies noch mehr in einer Diaspora-Situation. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich möglichst in einer freien Diskussion darüber austauschen, warum sie Muslime sind und was sie am Islam begeistert. Als Anregung können den Schülerinnen und Schülern folgende Verse von Johann Wolfgang Goethe gegeben werden - eventuell zunächst, ohne den Autor zu nennen.

Interessant wäre es auch, die Schülerinnen und Schüler dazu zu ermuntern, selber über ihre Einstellungen zu dichten - es wäre eine neue Form des Ausdruckes ihrer Religiosität.

Närrisch, dass jeder in seinem Fall

Seine besondere Meinung preist.

Wenn Islam gottergeben heißt

In Islam leben und sterben wir alle.

Johann Wolfgang von Goethe

Ziele der islamischen Religion

Der große Gelehrte Schatibi hat in seinem Werk Al-Muwafaqat fünf Ziele der islamischen Religion definiert, die als eine Art Maßstab für die Handlungen des Menschen bezeichnet werden können. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit jedem einzelnen Ziel auseinandersetzen und die Reihenfolge der Prioritäten diskutieren. Sinnvoll wäre auch der Versuch eines Bezuges zur konkreten Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler.

Schutz des Lebens

Schutz des Verstandes (Intellektes)

Schutz der menschlichen Würde

Schutz des (menschlichen) Vermögens

Schutz der menschlichen Zivilisation

Eigenschaften des Islam

In diesem Kapitel geht es um die Vorstellung des Islam aus einer anderen Perspektive heraus, und zwar aus der Perspektive seiner wesentlichen Eigenschaften, die selbständig von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und mit konkreten Beispielen verknüpft werden sollen.

Göttlich (Rabbaniyah)

Umfassend (Schumul)

Vollständig (Kamal)

Realistisch (Waqi´iyah)

Gemäßigt (Wasatiyah)

Weit und Flexibel (Si`a und Muruuna)

Entwicklungsfähig (At-Tatawwur)

Spiritualität und Tadhkiyatu-Nafs – ein Konzept zur Reinigung der Seele

Auch in diesem Abschnitt soll der spirituelle Bereich des Islam vertieft und verinnerlicht und das Konzept der Tadhkiyah möglichst nah an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler vorgestellt werden. Es soll den Schülerinnen und Schülern damit ein Instrument in die Hand gegeben werden, welches ihnen ermöglicht, eine tiefe Beziehung zu Allah aufzubauen und auf diese Weise zu einer inneren Ruhe zu gelangen, und selbständig für ihr eigenes Leben Prioritäten zu setzen.

Themenkreis: Die Quellen des Islam

Ausgewählte Mufassirun (Exegeten) und ihre Werke

In diesem letzten Schuljahr lernen die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Qur´an-Exegeten kennen - klassische wie Tabari, Qurtubi, Ibn Kathir, As-Suyuti, aber auch moderne wie etwa die von Muhammad Asad. Ziel ist die eigenständige Lektüre des Qur´an und die Kenntnis seiner wesentlichen Inhalte.

Arten der Hadith-Sammlungen

Auch im Bereich des Hadith sollen die Schülerinnen und Schüler die letzten Kategorien der Einteilung der Sammlungen kennenlernen: und zwar: Sahifa, Musannaf, Musnad, Dschami´, Sunan, Mustadrak, Arba´iniyat.

Die Gelehrten und ihre Sammlungen

Die Schülerinnen und Schüler sollen tiefe Informationen über die folgenden Hadith-Sammlungen erhalten, damit sie diese auch hinsichtlich ihrer Überlieferungsqualität einschätzen können. Wenn möglich sollen diese Werke auch in deutscher Sprache vorgestellt werden.

Muwatta Malik, Sunan Abu Dawud, Tirmidhi, Nasa‘i, Ibn Madscha, Musnad al-Imam Ahmad, Musnad Tayalisi und andere Sammlungen .

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Wichtige Inhalte - passend zum Jahresmotto. Die Verse und Aussprüche, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr intensiv beschäftigen, sind die folgenden:

Ali-Imran 3/133-138

Baqara 2/261-265

Hadith: „Sprich: Ich glaube an Allah, dann stehe dazu!“ (Albani)

Hadith: „Der Glaube besteht aus mehr als 70 Zweigen…“

…Der hervorragendste davon ist das Zeugnis: Es gibt keine Gottheit außer Allah, und der geringste davon ist, ein Hindernis vom Weg zu entfernen. Auch das Schamgefühl ist ein Zweig des Glaubens.“ (Abu Huraira, Bukhari, Muslim)

Themenkreis: Miteinander Leben

Ich entwickle mich

Al-Ikhlas – Reinheit der Absicht

Die Reinheit der Absicht zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen einer jeden Handlung. Von ihr ist abhängig, ob die Handlung als gottgefällig oder als selbstverliebt zu gelten hat. In diesem Abschnitt sollen sich die Schülerinnen und Schüler dementsprechend intensiv mit dieser Dimension des Glaubens auseinandersetzen.

Al-Bayyina 5: „Und ihnen wurde nur befohlen: Betet Allah an – in reiner Anbetung.“

„Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat.“ (Bukhari, Muslim)

Ibnul-Qayyim definierte den Ikhlas folgendermaßen: „Ikhlas ist, dass du keinen als Zeugen deiner Handlung benötigst außer Allah – und keine Belohnung forderst außer Seiner.“

Al-Ithar – Selbstlosigkeit

Diese Charaktereigenschaft kann als eine Charaktereigenschaft für Fortgeschrittene bezeichnet werden - denn Ziel ist, dass ich andere Menschen vor mir selbst bevorzuge, selbst wenn ich in Not bin. In der Auseinandersetzung mit dieser Eigenschaft können die Schülerinnen und Schüler darüber diskutieren, ob Selbstlosigkeit überhaupt sinnvoll ist.

„Sie ziehen die Anderen sich selber vor, auch wenn sie selber in Not sind.“ (al-Haschr 59/9)

At-Tafaa´ul - Optimismus

Optimismus ist eine nützliche Charaktereigenschaft, welche einen Menschen dazu befähigt, trotz widriger Umstände konstruktiv und sinnvoll zu handeln. Dies wird jedem Muslim auch empfohlen: vgl. Yusuf 12/87 sowie „Sei nicht pessimistisch – und mir gefallen der Optimismus und ein gutes, hoffnungsvolles Wort.“ (Bukhari, Muslim)

Meine Umgebung und Ich: Etikette - was ist das?

In diesem Abschnitt sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Regeln des höflichen Umgangs der Menschen miteinander beschäftigen - und zwar nicht nur aus religiöser Perspektive. Etikette beim Essen, im Umgang mit dem anderen Geschlecht etc. sollte jungen Menschen vermittelt werden, bevor sie von der Schule in das Leben entlassen werden. Dieser Abschnitt ist auch deshalb notwendig, weil es in der Etikette durchaus regionale Unterschiede gibt - die zu kennen, gehört zur Allgemeinbildung.

Ich und die Menschen mit anderer Überzeugung

Weltethos und Weltreligionen (Küng)

Die Auseinandersetzung mit der Theorie des Weltethos ist faszinierend - und gerade junge Menschen sind begeistert von der Vorstellung, dass die Weltreligionen gemeinsam einen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Durch die intensive Beschäftigung mit dieser Theorie sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, die Vor- und Nachteile von Küngs Ansichten selbständig einzuschätzen.

Die Natur und Ich: Ameisen im Qur´an

Die Welt der Ameisen ist streng hierarchisch geordnet. In der Geschichte des Propheten Sulaiman sorgen sich die Ameisen um ihr Leben und um ihr Volk. Was ist an diesen Insekten so interessant? Diese Frage sollen die Schülerinnen und Schüler, eventuell fächerübergreifend mit der Biologielehrerin und dem Biologielehrer, beantworten.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Krankenhäuser

Krankenhäuser sind ein Ort der Ruhe und Erholung - aber auch ein Ort der Forschung und der Wissenschaft. Und das schon seit über 1000 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Jahr mit den erstaunlichen Einrichtungen der islamischen Krankenhäuser auseinandersetzen - und mit ihrem Programm: mobile Krankenstation? Die gab es in Bagdad schon im Jahr 371 n.H. Musiktherapie für depressive Patienten? Auch damit konnte gedient werden. Ein spannendes Kapitel für die Schülerinnen und Schüler, und vieles zum Erarbeiten und Erkennen!

Nuri-Krankenhaus in Damaskus, gegr. 549 n.H.

Addi-Krankenhaus in Bagdad, gegr. 371 n.H.

Al-Mansur-Krankenhaus in Bagdad

Die mobile Krankenstation, gegr. 371 n.H. in Bagdad von Sinan Ibn Thabit

Marrakesch-Krankenhaus gegr. 510 n.H.; 1200 Betten

Bedeutende Denker und Philosophen

In dieser Einheit werden bedeutende Denker und Philosophen vorgestellt - etwa Muhammad ´Abduh oder Jamaleddin Al-Afghani, aber auch Muhammad Asad oder Alija Izetbegovic.

Auch Mystikerinnen wie Rab´a al-´Adawiya oder auch der Sufi Al-Dschunaid äußerten wichtige Gedanken, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler auseinander setzen sollten. Je nach Schulstufe können die Lehrerin oder der Lehrer auch noch weitere Texte von Denkern und Philosophen der islamischen Mitte mit ihren Schülerinnen und Schülern behandeln.

Moderne islamische Künstler und Musiker

Dass islamische Kunst nicht unbedingt historisch betrachtet werden muss, zeigen junge muslimische Künstlerinnen und Künstler, die in verschiedenen Ländern der Welt eine moderne Kunst entwickeln, welche entweder ihrer tiefen Spiritualität entspringt oder aber Ausdruck ihrer Religiosität ist. Islam und Kunst? Na klar, das sollte die Antwort auch der Schülerinnen und Schüler sein. Indem sie moderne muslimische Künstler kennenlernen, bekommen sie einen konkreteren Einblick in die Entwicklungen der islamischen Kunst und werden vielleicht motiviert, selber künstlerisch tätig zu werden.

Der deutsche Architekt Bodo Rasch

Der französische Kalligraph Al-Moussawi

Der deutsche Rapper Ammar 114

Der britische Musiker Yusuf Islam.

Der britische Musiker Sami Yusuf etc.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit den wegweisenden Imamkonferenzen u.ä. Konferenzen auseinandersetzen und ihre Abschlussdokumente lesen und kennen. Diese Dokumente fassen in wenigen Seiten die grundlegende Linie der Muslime in Europa zusammen und erleichtern auch den Schülerinnen und Schülern die Orientierung in strittigen Fragestellungen.

Die Imamkonferenzen in Österreich (Graz 2003, Wien 2005 und 2006 sowie Wien 2010) und ihre Abschlussdokumente:

Die Vereinbarkeit des Islam mit den Werten von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechten.

Positionspapiere des Islam in Europa ähnlicher Natur (Topkapi-Erklärung)

Islam in Deutschland und Großbritannien

Daten, Zahlen und Fakten zum Islam in Deutschland und im Vereinigten Königreich. Die Schülerinnen und Schüler sollen gerade im Vergleich zu einem anderen deutschsprachigen Land erkennen, wie unterschiedlich die Situation der Muslime sogar in Nachbarländern sein kann und erarbeiten, wie sich die Situation in Deutschland verbessern könnte.

Themenkreis: Geschichte(n)

Sira intensiv

In diesem Themenkreis setzen sich die Schülerinnen und Schüler nochmals intensiv mit der Geschichte des Propheten als besonderer Vorbildfigur auseinander und besprechen verschiedene Phasen seines Lebens. Auch das Familienleben des Propheten sollte in diesem Zusammenhang intensiv behandelt werden.

Islam im 21. Jahrhundert

Dieser Themenkreis ist bewusst offen gehalten. Je nach Interessenlage der Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Dimensionen des Islam im 21. Jahrhundert besprochen werden.

Aktuelles Thema: Prinzipien der Wirtschaftsethik im Islam

Nicht nur angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Prinzipien der Wirtschaftsethik im Islam auseinandersetzen. Vielmehr zählen diese Prinzipien genau wie Speisevorschriften oder ähnliches zu den religiösen Geboten. Folgende Inhalte sollen mit den Schülerinnen und Schülern intensiv besprochen werden:

Zinsverbot

Die Schülerinnen und Schüler sollen die islamischen Positionen zum Zins kennenlernen und wissen, dass im Islam ein Zinsverbot besteht – gemäß dem Grundsatz: Geld darf kein Geld gebären. Sie sollen weiterhin wissen, dass im Islam nur mit Arbeit, Handel und Dienstleistungen Geld erarbeitet werden darf.

Gebot der maßvollen Verschuldung

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Verschuldung im Islam unerwünscht ist und nur in besonderen Fällen und mit gewissen Sicherheiten Schulden aufgenommen werden dürfen. Der Grundsatz: Verschulde dich nie in einer Weise, die du nicht zurückzahlen kannst! soll dabei intensiv erarbeitet werden.

Verkaufe nie das, was du nicht besitzt

Als dritten Grundsatz der islamischen Wirtschaftsethik sollen die Schülerinnen und Schüler folgenden Grundsatz erarbeiten: Es darf nur verkauft werden, was sich im Eigentum des Menschen befindet.

Verbot des Betrugs jeder Art

Auch mit dem vierten Grundsatz sollen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv beschäftigen: Fairness und Transparenz bei Partnerschaften und Balance zwischen Geldgebern und Arbeitgebern.

Gebot der Nachhaltigkeit

Als letzten – und dennoch wesentlichen Grundsatz sollen die Schülerinnen und Schüler wissen, dass der Islam die Verschwendung von Ressourcen sowie auch die Spekulation verbietet.

Verbot von Glücksspiel jeder Art, Wetten etc.

Islamic Banking am konkreten Beispiel betrachtet

In diesem Zusammenhang sollen „Islamic Banking“-Projekte am konkreten Beispiel vorgestellt und kritisch analysiert und betrachtet werden, ob auf diese Weise die religiösen Gebote auch umgesetzt werden können.