Beschlussreifer Entwurf

Verordnung der Bundesministerin für Bildung und Frauen, mit der das NMS-Umsetzungspaket, die Verordnung, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden, sowie die Verordnung über die Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen geändert werden

Inhaltsverzeichnis

Artikel 1

Änderung des NMS-Umsetzungspakets

Artikel 2

Änderung der Verordnung, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden

Artikel 3

Änderung der Verordnung über die Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen

Artikel 1
Änderung des NMS-Umsetzungspakets

Auf Grund

  1. Ziffer eins
    des Schulorganisationsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 242 aus 1962,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 104 aus 2015,, insbesondere dessen Paragraphen 6 und 21 b, sowie
  2. Ziffer 2
    des Paragraph 19, des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten, Bundesgesetzblatt Nr. 101 aus 1959,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 48 aus 2014,,

Das NMS-Umsetzungspaket, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 185 aus 2012,, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 174 aus 2015,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Artikel eins, (Verordnung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur über die Lehrpläne der Neuen Mittelschule) wird dem Paragraph 2, folgender Absatz 3, angefügt:

  1. Absatz 3,Anlage 1 Sechster Teil in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. xxx aus 2016, tritt hinsichtlich der 2. Klassen mit 1. September 2016 und hinsichtlich der weiteren Klassen jeweils mit 1. September der Folgejahre in Kraft.“

Novellierungsanordnung 2, In Anlage 1 (Lehrplan der Neuen Mittelschule) Sechster Teil (Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände) Abschnitt A (Pflichtgegenstände) lautet der Pflichtgegenstand „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung“:

„Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung beschäftigt sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsperspektiven, damit in Verbindung insbesondere mit dem menschlichen Zusammenleben. Er leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler in Zeit und Raum, zur kritischen Identitätsfindung in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft sowie zur Entwicklung selbständigen historischen und politischen Denkens und Handelns. Der Unterricht soll Einblicke in die Geschichte und Politik unterschiedlicher räumlicher Dimensionen (lokale, regionale, nationale, kontinentale und globale Ebene) sowie zu ihren Vernetzungen geben. Kontroverse Interessen im Umgang mit Geschichte und Politik sind von den Schülerinnen und Schülern als solche zu erkennen, zudem sollen sie – im Sinne einer demokratisch verfassten Gesellschaft – dazu befähigt werden, die eigenen Meinungen zu artikulieren sowie jene der anderen zu akzeptieren, sie aber auch zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Ziel des Unterrichtes ist es daher, bei den Schülerinnen und Schülern ein reflektiertes und (selbst)reflexives Geschichts- und Politikbewusstsein zu entwickeln und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten, sowie Europäischer Grundwerte wie sie beispielsweise in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union definiert sind, und der damit verbundenen Gesellschafts- und Rechtsordnung zu schärfen. Dabei sind Österreichbezüge insoweit aufzugreifen, als damit ein Verständnis für historische Zusammenhänge und deren Wechselwirkung in größeren Kontexten hergestellt werden kann.

Grundbereiche und Dimensionen:

Der Unterricht soll sich mit folgenden Grundbereichen der Geschichte, Sozialkunde und Politischen Bildung beschäftigen: Mit dem Verhältnis von Gesellschaft und Individuum, mit wirtschaftlichen Entwicklungen und ihren Folgen sowie mit Kultur und Religion, ferner mit zentralen Merkmalen des Politischen, dh. mit Macht und Herrschaft, Verteilung und Konflikt. Im Bereich des historischen Lernens stellen ua. Sozialgeschichte, Neue Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Umweltgeschichte oder Globalgeschichte gleichberechtigte Zugänge dar. Im Bereich der Politischen Bildung ist zwischen formaler, inhaltlicher und prozessualer Dimension der Politik zu unterscheiden. Unter der formalen Dimension („polity“) sind etwa die Verfassung oder politische Institutionen und allgemeiner das Funktionieren politischer Systeme gemeint. Die inhaltliche Dimension („policy“) umfasst die Ziele und Aufgaben der Politik sowie die Konkurrenz politischer Interessen und Ideologien. Die prozessuale Dimension („politics“) beschreibt den Prozess der Durchsetzung politischer Ideen, die politische Willensbildung sowie die Formen der politischen Konfliktaustragung und Konsensbildung.

Beitrag zu den Aufgabenbereichen der Schule:

Das Verstehen historischer und politischer Entwicklungen, Situationen und Handlungsweisen soll zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation sowie zur Sicherung und Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft, damit in Verbindung zur Kenntnis, Verteidigung und Weiterentwicklung der den Grund- und Menschenrechten zugrunde liegenden Werte führen. Die Auseinandersetzung mit Religionen, Weltanschauungen und ethischen Normen verstärkt die Fähigkeit zu differenzierter Einschätzung von gesellschaftlichen und kulturellen Phänomenen.

Beiträge zu den Bildungsbereichen:

Sprache und Kommunikation:

Arbeit mit Texten und Bildern (Quellen und Darstellungen der Vergangenheit sowie der Gegenwart in unterschiedlichen Medien), Interpretation und Bewertung; Begriffsbildung und Anwendung sowie kritische Sprachreflexion; Sammeln und Anwenden von Argumenten im Diskurs.

Natur und Technik:

Historische und politische Beispiele zu naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Folgen und technischer Innovation; Arbeit mit Statistiken; Interpretation von Diagrammen; kritische Bewertung des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts unter Berücksichtigung des ökologischen Wandels.

Kreativität und Gestaltung:

Verstehen von künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten als Ausdruck von Kreativität und Zeitgeist; Wahrnehmung und Gestaltung künstlerischer und kultureller Produkte als Medien der Kommunikation in ihrer historischen und gesellschaftlichen Bedingtheit. Dabei sollte Kunst als Mittel der gesellschaftlichen Teilhabe und politischen Meinungsbildung in verschiedenen Gesellschaften beachtet werden.

Gesundheit und Bewegung:

Bewegungskultur in historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen; Auswirkung des Ernährungs- und Hygienestandards; gesellschaftliche und politische Funktion des Sports in verschiedenen Kulturen.

Mensch und Gesellschaft:

Die Ziele und Aufgaben des Unterrichts tragen in ihrer Gesamtheit zu diesem Bildungsbereich bei. Insbesondere der Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten, die Achtung demokratischer Werte und Grundrechte und die Arbeit an einer inklusiven Gesellschaft sollten dabei im Vordergrund stehen.

Themenwahl:

Für die Bearbeitung der historischen, sozialkundlichen und politischen Themen sind Module mit Längs- und Querschnitten vorgesehen. Dabei soll der Unterricht – gemäß dem Zusammenhang von globaler, kontinentaler, nationaler, regionaler und lokaler Aspekte – Einblick in die Geschichte und Politik unterschiedlicher Räume geben, deren Vernetzungen deutlich machen und sich somit insbesondere auch auf Interkulturelles und Globales Lernen beziehen. Zudem ergeben sich die im Unterricht zu behandelnden Themen aus den fachdidaktischen Prinzipien des historischen und politischen Lernens, den dem Unterricht zugrunde gelegten Basiskonzepten und der fachspezifischen Kompetenzorientierung.

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung ist so zu gestalten, dass den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, durch die Berücksichtigung fachdidaktischer Prinzipien und anhand des Lernens mit historischen und politischen Basiskonzepten historische und politische Kompetenzen zu erwerben. Dabei gilt es, die individuelle Lernentwicklung der Lernenden im Sinn einer Individualisierung und Differenzierung im besonderen Maße zu berücksichtigen.

Didaktische Prinzipien:

Didaktische Prinzipien helfen, die Lerngegenstände sowie die Lehr-Lern-Methoden und anzuwendende fachspezifische Arbeitstechniken auszuwählen, die im Unterricht eingesetzt werden. Folgende didaktische Prinzipien sind zu berücksichtigen: Gegenwarts- und Zukunftsbezug, Lebensweltbezug und Subjektorientierung, Prozessorientierung, Problemorientierung, exemplarisches Lernen, Handlungsorientierung, Multiperspektivität und Kontroversitätsprinzip sowie Wissenschaftsorientierung.

Lernen mit Basiskonzepten

Lernen mit Konzepten bedeutet, den Unterricht auf zentrale, im Unterricht immer wiederkehrende Konzepte auszurichten. Hiefür sind folgende Basiskonzepte zu beachten, die (a) das Zustandekommen von historischem und politischem Wissen reflektieren (Belegbarkeit, Konstruktivität, Kausalität, Perspektive und Auswahl), (b) Zeit als grundlegendes Konzept des historischen Denkens zwischen Kontinuität und Wandel beachten (Zeitverläufe, Zeiteinteilung, Zeitpunkte) sowie (c) Zusammenhänge des menschlichen Zusammenlebens fokussieren (Struktur, Macht, Kommunikation, Handlungsspielräume, Lebens-/Naturraum, Normen, Arbeit, Diversität und Verteilung). Basiskonzepte helfen dabei den Lehrenden bei der Gestaltung des Unterrichts und lassen die Lernenden Zusammenhänge besser verstehen, indem sie in unterschiedlichen Fallbeispielen auf gleiche oder zumindest ähnliche konzeptionelle Strukturen treffen. Die einzelnen Konzepte gilt es miteinander zu verknüpfen.

Lernende verfügen bereits über individuelle Vorstellungen zu Basiskonzepten. Diese müssen aufgegriffen und im Unterricht weiterentwickelt sowie ausdifferenziert werden.

Historische und politische Kompetenzen

Eng verwoben mit einem Lernen mit Konzepten ist der im Unterricht anzustrebende Erwerb von historischen und politischen Kompetenzen, wobei folgende Kompetenzbereiche zu berücksichtigen sind:

Historische Kompetenzen

Historische Fragekompetenz

Geschichte gibt Antworten auf Fragen, die an die Vergangenheit gestellt werden. Im Unterricht sind in Geschichtsdarstellungen vorhandene Fragestellungen aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Fragen an die Vergangenheit zu erkennen und selbst zu formulieren.

Historische Methodenkompetenz

Die Eigenständigkeit im kritischen Umgang mit historischen Quellen zum Aufbau von Vorstellungen und Erzählungen über die Vergangenheit (Re-Konstruktion) sowie ein kritischer Umgang mit historischen Darstellungen (zB Ausstellungen, Spielfilme mit historischen Inhalten, Schul- und Fachbücher, Computerspielen) sind zu fördern (De-Konstruktion). Dazu sind Methoden zu vermitteln, um Analysen und Interpretationen vornehmen zu können.

Historische Sachkompetenz

Der Unterricht ist zudem so zu gestalten, dass fachspezifische Konzepte und Begriffe angewandt, reflektiert und weiterentwickelt werden. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische Orientierungskompetenz

Historisches Lernen soll – insbesondere unter Berücksichtigung der didaktischen Prinzipien des Gegenwarts- und Zukunftsbezugs sowie der Multiperspektivität – zum besseren Verstehen von Gegenwartsphänomenen und von zukünftigen Herausforderungen beitragen. Da unterschiedliche Schlüsse aus der Geschichte gezogen werden können, ist im Unterricht auf die Pluralität in der Interpretation zu achten. Die sich daraus ergebenden Synergien mit der historisch-politischen und politischen Bildung sind zu berücksichtigen.

Politische Kompetenzen

Politische Urteilskompetenz

Da das alltägliche Leben von politischen Entscheidungen und Kontroversen beeinflusst wird, soll Politische Bildung einerseits zu einer selbstständigen, sachlich begründeten und auf den oben beschriebenen Werten (Beiträge zu den Aufgabenbereichen der Schule) orientierten Beurteilung politischer Entscheidungen, Probleme und Kontroversen befähigen und es andererseits schrittweise ermöglichen, sich selbst (Teil-)Urteile zu bilden und zu formulieren.

Politische Handlungskompetenz

Der Unterricht soll die Bereitschaft und Fähigkeit zu politischem Handeln fördern. Dazu ist es erforderlich, eigene Positionen zu reflektieren und zu artikulieren, Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen sowie an der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen mitzuwirken. Diese für politisches Handeln zentralen Fähigkeiten sind anhand konkreter Beispiele (zB Planspiele) und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Einrichtungen der Schuldemokratie, zu vermitteln.

Politikbezogene Methodenkompetenz

Politische Bildung soll dazu befähigen, Informationen über Politik zu reflektieren und Erscheinungsformen des Politischen (zB in Diskussionen, in Zeitungen, in TV-Sendungen, in Blogs) zu entschlüsseln, indem ein Repertoire von Methoden zur Analyse von Daten, Bildern und Texten vermittelt wird. Gleichzeitig sollen Verfahren und Methoden vermittelt werden, die dazu befähigen, sich mündlich, schriftlich, visuell und in modernen Medien politisch zu artikulieren (zB Beteiligung an Diskussionen zu politischen Fragen, Schülerinnen- und Schülervertreterwahl).

Politische Sachkompetenz

Politische Bildung muss es den Lernenden ermöglichen, politische Konzepte anzuwenden, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische und politische Einsichten

Die Orientierung an didaktischen Prinzipien und der Kompetenzorientierung sowie das Lernen mit Konzepten ermöglicht die Entwicklung folgender historischer und politischer Einsichten:

Lehrstoff:

Kernbereich:

Die eingangs beschriebenen Basiskonzepte und die folgenden thematischen Konkretisierungen sind bezogen auf die schwerpunktmäßig zu erwerbenden fachspezifischen (Teil-)Kompetenzen innerhalb der einzelnen Module zu bearbeiten und über die Schulstufen und Module hinweg kontinuierlich aufzugreifen und weiter zu entwickeln.

2. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick von der Urgeschichte bis zum Ende des Mittelalters zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Historische Quellen und Darstellungen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Besondere Merkmale von Darstellungen herausarbeiten und mit anderen Darstellungen vergleichen; Quellen und Darstellungen hinsichtlich ihrer Charakteristika unterscheiden; Merkmale von Quellen und Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Alte Kulturen:Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen der Vergangenheit (Rekonstruktionszeichnung) systematisch hinterfragen; Vergleich von Darstellungen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Mittelalter:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Ausbeutung und Menschenrechte – ein Längsschnitt:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Bedeutung von Religionen in verschiedenen Kulturen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Welt- und Vernetzungsgeschichte zur Zeit der europäischen Antike: Schülerinnen und Schüler können: Kritisches Arbeiten mit Geschichtskarten, Bewertungen in historischen Quellen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Vergangene und gegenwärtige Herrschaftsformen: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen und ihre Intentionen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart/Zukunft befragen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Möglichkeiten für politisches Handeln:Schülerinnen und Schüler können: Politische Interessen und Meinungen ausdrücken; Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen treffen; mit Institutionen und Personen der politischen Öffentlichkeit Kontakt aufnehmen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Gesetze, Regeln und Werte:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen; Politische Meinungen und Interessen vertreten und durchsetzen; Führen von politischen Diskussionen (ua. Diskussionsregeln und -strategien);

Thematische Konkretisierung:

3. Klasse

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick in die Geschichte des Zeitraumes vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Verschiedene Aspekte der neuzeitlichen Kulturen: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen, Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten und systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Begegnungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden: Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren, Eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Diversity: Geschlecht – Ethnie – Klasse: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen, Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Internationale Ordnungen und Konflikte im Wandel: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Migration vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen, Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus der Arbeit mit Quellen und Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Gewalt, Gefühle und Einstellungen im gesellschaftlichen Kontext: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten; Bewertungen in historischen Quellen und Darstellungen erkennen und analysieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Revolutionen, Widerstand, Reformen:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Identitäten:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Wahlen und Wählen: Schülerinnen und Schüler können: Führen von politischen Diskussionen; Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen (ua. Teilnahme an Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozessen) treffen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

4. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu geben, wobei insbesondere Kontinuitäten bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung: Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren (inhaltliche Gewichtung, Argumentationslinien, Erzähllogik sowie Bewertungen);

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Faschismus – Nationalsozialismus – politische Diktaturen:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für individuelle Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3: (Historische Bildung): Demokratie in Österreich: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen; Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten, Darstellungen der Vergangenheit systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Europäisierung: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen oder Erzählungen (ua. Oral-History) behandelt werden, herausarbeiten; Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen; Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Holocaust/Shoah, Genozid und Menschenrechte:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historisch-politische Bildung): Geschichtskulturen – Erinnerungskulturen – Erinnerungspolitik: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Gesellschaftlicher Wandel im 20. und 21. Jahrhundert: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Politische Mitbestimmung:Schülerinnen und Schüler können: Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung) in unterschiedlichen Medien; Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Folgen und Auswirkungen von politischen Urteilen bewerten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Medien und politische Kommunikation: Schülerinnen und Schüler können: Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung);

Thematische Konkretisierung:

Artikel 2
Änderung der Verordnung, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden

Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 242 aus 1962,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 104 aus 2015,, insbesondere dessen Paragraphen 6 und 23, wird verordnet:

Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 261 aus 2015,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, Dem Artikel römisch eins, Paragraph 5, wird folgender Absatz 26, angefügt:

  1. Absatz 26,Anlage C 1 Ziffer 7, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. xxx aus 2016, tritt hinsichtlich der 2. Klassen mit 1. September 2016 und hinsichtlich der weiteren Klassen jeweils mit 1. September der Folgejahre in Kraft.“

Novellierungsanordnung 2, In Anlage C 1 (Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule) Ziffer 7, (Bildungs- und Lehraufgaben sowie Didaktische Grundsätze und Lehrstoff der Pflichtgegenstände der Grundstufen römisch eins, römisch zwei und der Sekundarstufe römisch eins) lautet der Pflichtgegenstand „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung“:

„Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung beschäftigt sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsperspektiven, damit in Verbindung insbesondere mit dem menschlichen Zusammenleben. Er leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler in Zeit und Raum, zur kritischen Identitätsfindung in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft sowie zur Entwicklung selbständigen historischen und politischen Denkens und Handelns. Der Unterricht soll Einblicke in die Geschichte und Politik unterschiedlicher räumlicher Dimensionen (lokale, regionale, nationale, kontinentale und globale Ebene) sowie zu ihren Vernetzungen geben. Kontroverse Interessen im Umgang mit Geschichte und Politik sind von den Schülerinnen und Schülern als solche zu erkennen, zudem sollen sie – im Sinne einer demokratisch verfassten Gesellschaft – dazu befähigt werden, die eigenen Meinungen zu artikulieren sowie jene der anderen zu akzeptieren, sie aber auch zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Ziel des Unterrichtes ist es daher, bei den Schülerinnen und Schülern ein reflektiertes und (selbst)reflexives Geschichts- und Politikbewusstsein zu entwickeln und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten, sowie Europäischer Grundwerte wie sie beispielsweise in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union definiert sind, und der damit verbundenen Gesellschafts- und Rechtsordnung zu schärfen. Dabei sind Österreichbezüge insoweit aufzugreifen, als damit ein Verständnis für historische Zusammenhänge und deren Wechselwirkung in größeren Kontexten hergestellt werden kann.

Grundbereiche und Dimensionen:

Der Unterricht soll sich mit folgenden Grundbereichen der Geschichte, Sozialkunde und Politischen Bildung beschäftigen: Mit dem Verhältnis von Gesellschaft und Individuum, mit wirtschaftlichen Entwicklungen und ihren Folgen sowie mit Kultur und Religion, ferner mit zentralen Merkmalen des Politischen, dh. mit Macht und Herrschaft, Verteilung und Konflikt. Im Bereich des historischen Lernens stellen ua. Sozialgeschichte, Neue Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Umweltgeschichte oder Globalgeschichte gleichberechtigte Zugänge dar. Im Bereich der Politischen Bildung ist zwischen formaler, inhaltlicher und prozessualer Dimension der Politik zu unterscheiden. Unter der formalen Dimension („polity“) sind etwa die Verfassung oder politische Institutionen und allgemeiner das Funktionieren politischer Systeme gemeint. Die inhaltliche Dimension („policy“) umfasst die Ziele und Aufgaben der Politik sowie die Konkurrenz politischer Interessen und Ideologien. Die prozessuale Dimension („politics“) beschreibt den Prozess der Durchsetzung politischer Ideen, die politischen Willensbildung sowie die Formen der politischen Konfliktaustragung und Konsensbildung.

Beitrag zu den Aufgabenbereichen der Schule:

Das Verstehen historischer und politischer Entwicklungen, Situationen und Handlungsweisen soll zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation sowie zur Sicherung und Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft, damit in Verbindung zur Kenntnis, Verteidigung und Weiterentwicklung der den Grund- und Menschenrechten zugrunde liegenden Werte führen. Die Auseinandersetzung mit Religionen, Weltanschauungen und ethischen Normen verstärkt die Fähigkeit zu differenzierter Einschätzung von gesellschaftlichen und kulturellen Phänomenen.

Beiträge zu den Bildungsbereichen:

Sprache und Kommunikation:

Arbeit mit Texten und Bildern (Quellen und Darstellungen der Vergangenheit und der Gegenwart in unterschiedlichen Medien), Interpretation und Bewertung; Begriffsbildung und Anwendung sowie kritische Sprachreflexion; Sammeln und Anwenden von Argumenten im Diskurs.

Natur und Technik:

Historische und politische Beispiele zu naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Folgen und technischer Innovation; Arbeit mit Statistiken; Interpretation von Diagrammen; kritische Bewertung des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts unter Berücksichtigung des ökologischen Wandels.

Kreativität und Gestaltung:

Verstehen von künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten als Ausdruck von Kreativität und Zeitgeist; Wahrnehmung und Gestaltung künstlerischer und kultureller Produkte als Medien der Kommunikation in ihrer historischen und gesellschaftlichen Bedingtheit. Dabei sollte Kunst als Mittel der gesellschaftlichen Teilhabe und politischen Meinungsbildung in verschiedenen Gesellschaften beachtet werden.

Gesundheit und Bewegung:

Bewegungskultur in historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen; Auswirkung des Ernährungs- und Hygienestandards; gesellschaftliche und politische Funktion des Sports in verschiedenen Kulturen.

Mensch und Gesellschaft:

Die Ziele und Aufgaben des Unterrichts tragen in ihrer Gesamtheit zu diesem Bildungsbereich bei. Insbesondere der Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten, die Achtung demokratischer Werte und Grundrechte und die Arbeit an einer inklusiven Gesellschaft sollten dabei im Vordergrund stehen.

Themenwahl:

Für die Bearbeitung der historischen, sozialkundlichen und politischen Themen sind Module mit Längs- und Querschnitten vorgesehen. Dabei soll der Unterricht – gemäß dem Zusammenhang von globaler, kontinentaler, nationaler, regionaler und lokaler Aspekte – Einblick in die Geschichte und Politik unterschiedlicher Räume geben, deren Vernetzungen deutlich machen und sich somit insbesondere auch auf Interkulturelles und Globales Lernen beziehen. Zudem ergeben sich die im Unterricht zu behandelnden Themen aus den fachdidaktischen Prinzipien des historischen und politischen Lernens, den dem Unterricht zugrunde gelegten Basiskonzepten und der fachspezifischen Kompetenzorientierung.

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung ist so zu gestalten, dass den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, durch die Berücksichtigung fachdidaktischer Prinzipien und anhand des Lernens mit historischen und politischen Basiskonzepten historische und politische Kompetenzen zu erwerben. Dabei gilt es die individuelle Lernentwicklung der Lernenden im Sinn einer Individualisierung und Differenzierung im besonderen Maße zu berücksichtigen.

Didaktische Prinzipien:

Didaktische Prinzipien helfen, die Lerngegenstände sowie die Lehr-Lern-Methoden und anzuwendende fachspezifische Arbeitstechniken auszuwählen, die im Unterricht eingesetzt werden. Folgende didaktische Prinzipien sind zu berücksichtigen: Gegenwarts- und Zukunftsbezug, Lebensweltbezug und Subjektorientierung, Prozessorientierung, Problemorientierung, exemplarisches Lernen, Handlungsorientierung, Multiperspektivität und Kontroversitätsprinzip sowie Wissenschaftsorientierung.

Lernen mit Basiskonzepten

Lernen mit Konzepten bedeutet, den Unterricht auf zentrale, im Unterricht immer wiederkehrende Konzepte auszurichten. Hiefür sind folgende Basiskonzepte zu beachten, die (a) das Zustandekommen von historischem und politischem Wissen reflektieren (Belegbarkeit, Konstruktivität, Kausalität, Perspektive und Auswahl), (b) Zeit als grundlegendes Konzept des historischen Denkens zwischen Kontinuität und Wandel beachten (Zeitverläufe, Zeiteinteilung, Zeitpunkte) sowie (c) Zusammenhänge des menschlichen Zusammenlebens fokussieren (Struktur, Macht, Kommunikation, Handlungsspielräume, Lebens-/Naturraum, Normen, Arbeit, Diversität und Verteilung). Basiskonzepte helfen dabei den Lehrenden bei der Gestaltung des Unterrichts und lassen die Lernenden Zusammenhänge besser verstehen, indem sie in unterschiedlichen Fallbeispielen auf gleiche oder zumindest ähnliche konzeptionelle Strukturen treffen. Die einzelnen Konzepte gilt es miteinander zu verknüpfen.

Lernende verfügen bereits über individuelle Vorstellungen zu Basiskonzepten. Diese müssen aufgegriffen und im Unterricht weiterentwickelt sowie ausdifferenziert werden.

Historische und politische Kompetenzen

Eng verwoben mit einem Lernen mit Konzepten ist der im Unterricht anzustrebende Erwerb von historischen und politischen Kompetenzen, wobei folgende Kompetenzbereiche zu berücksichtigen sind:

Historische Kompetenzen

Historische Fragekompetenz

Geschichte gibt Antworten auf Fragen, die an die Vergangenheit gestellt werden. Im Unterricht sind in Geschichtsdarstellungen vorhandene Fragestellungen aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Fragen an die Vergangenheit zu erkennen und selbst zu formulieren.

Historische Methodenkompetenz

Die Eigenständigkeit im kritischen Umgang mit historischen Quellen zum Aufbau von Vorstellungen und Erzählungen über die Vergangenheit (Re-Konstruktion) sowie ein kritischer Umgang mit historischen Darstellungen (zB Ausstellungen, Spielfilme mit historischen Inhalten, Schul- und Fachbücher, Computerspielen) sind zu fördern (De-Konstruktion). Dazu sind Methoden zu vermitteln, um Analysen und Interpretationen vornehmen zu können.

Historische Sachkompetenz

Der Unterricht ist zudem so zu gestalten, dass fachspezifische Konzepte und Begriffe angewandt, reflektiert und weiterentwickelt werden. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische Orientierungskompetenz

Historisches Lernen soll – insbesondere unter Berücksichtigung der didaktischen Prinzipien des Gegenwarts- und Zukunftsbezugs sowie der Multiperspektivität – zum besseren Verstehen von Gegenwartsphänomenen und von zukünftigen Herausforderungen beitragen. Da unterschiedliche Schlüsse aus der Geschichte gezogen werden können, ist im Unterricht auf die Pluralität in der Interpretation zu achten. Die sich daraus ergebenden Synergien mit der historisch-politischen und politischen Bildung sind zu berücksichtigen.

Politische Kompetenzen

Politische Urteilskompetenz

Da das alltägliche Leben von politischen Entscheidungen und Kontroversen beeinflusst wird, soll Politische Bildung einerseits zu einer selbstständigen, sachlich begründeten und auf den oben beschriebenen Werten (Beiträge zu den Aufgabenbereichen der Schule) orientierten Beurteilung politischer Entscheidungen, Probleme und Kontroversen befähigen und es andererseits schrittweise zu ermöglichen, sich selbst (Teil-)Urteile zu bilden und zu formulieren.

Politische Handlungskompetenz

Der Unterricht soll die Bereitschaft und Fähigkeit zu politischem Handeln fördern. Dazu ist es erforderlich, eigene Positionen zu reflektieren und zu artikulieren, Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen sowie an der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen mitzuwirken. Diese für politisches Handeln zentralen Fähigkeiten sind anhand konkreter Beispiele (zB Planspiele) und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Einrichtungen der Schuldemokratie, zu vermitteln.

Politikbezogene Methodenkompetenz

Politische Bildung soll dazu befähigen, Informationen über Politik zu reflektieren und Erscheinungsformen des Politischen (zB in Diskussionen, in Zeitungen, in TV-Sendungen, in Blogs) zu entschlüsseln, indem ein Repertoire von Methoden zur Analyse von Daten, Bildern und Texten vermittelt wird. Gleichzeitig sollen Verfahren und Methoden vermittelt werden, die dazu befähigen, sich mündlich, schriftlich, visuell und/oder in modernen Medien politisch zu artikulieren (zB Beteiligung an Diskussionen zu politischen Fragen, Schülerinnen- und Schülervertreterwahl).

Politische Sachkompetenz

Politische Bildung muss es den Lernenden ermöglichen, politische Konzepte anzuwenden, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische und politische Einsichten

Die Orientierung an didaktischen Prinzipien und der Kompetenzorientierung sowie das Lernen mit Konzepten ermöglicht die Entwicklung folgender historischer und politischer Einsichten:

Lehrstoff:

Kernbereich:

Die eingangs beschriebenen Basiskonzepte und die folgenden thematischen Konkretisierungen sind bezogen auf die schwerpunktmäßig zu erwerbenden fachspezifischen (Teil-)Kompetenzen innerhalb der einzelnen Module zu bearbeiten und über die Schulstufen und Module hinweg kontinuierlich aufzugreifen und weiter zu entwickeln.

2. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick von der Urgeschichte bis zum Ende des Mittelalters zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Historische Quellen und Darstellungen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Besondere Merkmale von Darstellungen herausarbeiten und mit anderen Darstellungen vergleichen; Quellen und Darstellungen hinsichtlich ihrer Charakteristika unterscheiden; Merkmale von Quellen und Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Alte Kulturen:Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen der Vergangenheit (Rekonstruktionszeichnung) systematisch hinterfragen; Vergleich von Darstellungen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Mittelalter:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Ausbeutung und Menschenrechte – ein Längsschnitt:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Bedeutung von Religionen in verschiedenen Kulturen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Welt- und Vernetzungsgeschichte zur Zeit der europäischen Antike: Schülerinnen und Schüler können: kritisches Arbeiten mit Geschichtskarten, Bewertungen in historischen Quellen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Vergangene und gegenwärtige Herrschaftsformen: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen und ihre Intentionen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart/Zukunft befragen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Möglichkeiten für politisches Handeln:Schülerinnen und Schüler können: Politische Interessen und Meinungen ausdrücken; Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen treffen; mit Institutionen und Personen der politischen Öffentlichkeit Kontakt aufnehmen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Gesetze, Regeln und Werte:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen; Politische Meinungen und Interessen vertreten und durchsetzen; Führen von politischen Diskussionen (ua. Diskussionsregeln und -strategien);

Thematische Konkretisierung:

3. Klasse

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick in die Geschichte des Zeitraumes vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Verschiedene Aspekte der neuzeitlichen Kulturen: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen, Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten und systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Begegnungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden: Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren, eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Diversity: Geschlecht – Ethnie – Klasse: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen, Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Internationale Ordnungen und Konflikte im Wandel: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen; Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Migration vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen, eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus der Arbeit mit Quellen und Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Gewalt, Gefühle und Einstellungen im gesellschaftlichen Kontext: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten; Bewertungen in historischen Quellen und Darstellungen erkennen und analysieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Revolutionen, Widerstand, Reformen:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Identitäten:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Wahlen und Wählen: Schülerinnen und Schüler können: Führen von politischen Diskussionen; Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen (ua. Teilnahme an Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozessen) treffen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

4. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu geben, wobei insbesondere Kontinuitäten bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung: Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren (inhaltliche Gewichtung, Argumentationslinien, Erzähllogik sowie Bewertungen);

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Faschismus – Nationalsozialismus – politische Diktaturen:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für individuelle Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3: (Historische Bildung): Demokratie in Österreich: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen; Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten, Darstellungen der Vergangenheit systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Europäisierung: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen oder Erzählungen (ua. Oral-History) behandelt werden, herausarbeiten; Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen; Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Holocaust/Shoah, Genozid und Menschenrechte:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historisch-politische Bildung): Geschichtskulturen – Erinnerungskulturen – Erinnerungspolitik: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Gesellschaftlicher Wandel im 20. und 21. Jahrhundert: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Politische Mitbestimmung:Schülerinnen und Schüler können: Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung) in unterschiedlichen Medien; Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Folgen und Auswirkungen von politischen Urteilen bewerten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Medien und politische Kommunikation: Schülerinnen und Schüler können: Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung);

Thematische Konkretisierung:

  1. DieBedeutungderdigitalenMedieninderpolitischenKommunikationerläuternundbewerten;-
    Mediale, im Zusammenhang mit politischer Kommunikation stehende Produkte analysieren und selbst gestalten.“

Artikel 3
Änderung der Verordnung über die Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen

Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 242 aus 1962,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 104 aus 2015,, insbesondere dessen Paragraphen 6 und 39, wird verordnet:

Die Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über die Lehrpläne der allgemeinbildenden höheren Schulen, Bundesgesetzblatt Nr. 88 aus 1985,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 175 aus 2015,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, Dem Artikel römisch drei, Paragraph 2, wird folgender Absatz 19, angefügt:

  1. Absatz 19,Anlage A Sechster Teil in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. xxx aus 2016, tritt hinsichtlich der 2. Klassen mit 1. September 2016 und hinsichtlich der weiteren Klassen jeweils mit 1. September der Folgejahre in Kraft.“

Novellierungsanordnung 2, In Anlage A (Lehrplan der allgemeinbildenden höheren Schule) Sechster Teil (Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände) Ziffer eins, (Unterstufe) lautet der Pflichtgegenstand „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung“:

„Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung beschäftigt sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsperspektiven, damit in Verbindung insbesondere mit dem menschlichen Zusammenleben. Er leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler in Zeit und Raum, zur kritischen Identitätsfindung in einer pluralistisch verfassten Gesellschaft sowie zur Entwicklung selbständigen historischen und politischen Denkens und Handelns. Der Unterricht soll Einblicke in die Geschichte und Politik unterschiedlicher räumlicher Dimensionen (lokale, regionale, nationale, kontinentale und globale Ebene) sowie zu ihren Vernetzungen geben. Kontroverse Interessen im Umgang mit Geschichte und Politik sind von den Schülerinnen und Schülern als solche zu erkennen, zudem sollen sie – im Sinne einer demokratisch verfassten Gesellschaft – dazu befähigt werden, die eigenen Meinungen zu artikulieren sowie jene der anderen zu akzeptieren, sie aber auch zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Ziel des Unterrichtes ist es daher, bei den Schülerinnen und Schülern ein reflektiertes und (selbst)reflexives Geschichts- und Politikbewusstsein zu entwickeln und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten, sowie Europäischer Grundwerte wie sie beispielsweise in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union definiert sind, und der damit verbundenen Gesellschafts- und Rechtsordnung zu schärfen. Dabei sind Österreichbezüge insoweit aufzugreifen, als damit ein Verständnis für historische Zusammenhänge und deren Wechselwirkung in größeren Kontexten hergestellt werden kann.

Grundbereiche und Dimensionen:

Der Unterricht soll sich mit folgenden Grundbereichen der Geschichte, Sozialkunde und Politischen Bildung beschäftigen: mit dem Verhältnis von Gesellschaft und Individuum, mit wirtschaftlichen Entwicklungen und ihren Folgen sowie mit Kultur und Religion, ferner mit zentralen Merkmalen des Politischen, dh. mit Macht und Herrschaft, Verteilung und Konflikt. Im Bereich des historischen Lernens stellen ua. Sozialgeschichte, Neue Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Umweltgeschichte oder Globalgeschichte gleichberechtigte Zugänge dar. Im Bereich der Politischen Bildung ist zwischen formaler, inhaltlicher und prozessualer Dimension der Politik zu unterscheiden. Unter der formalen Dimension („polity“) sind etwa die Verfassung oder politische Institutionen und allgemeiner das Funktionieren politischer Systeme gemeint. Die inhaltliche Dimension („policy“) umfasst die Ziele und Aufgaben der Politik sowie die Konkurrenz politischer Interessen und Ideologien. Die prozessuale Dimension („politics“) beschreibt den Prozess der Durchsetzung politischer Ideen, die politischen Willensbildung sowie die Formen der politischen Konfliktaustragung und Konsensbildung.

Beitrag zu den Aufgabenbereichen der Schule:

Das Verstehen historischer und politischer Entwicklungen, Situationen und Handlungsweisen soll zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation sowie zur Sicherung und Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft, damit in Verbindung zur Kenntnis, Verteidigung und Weiterentwicklung der den Grund- und Menschenrechten zugrunde liegenden Werte führen. Die Auseinandersetzung mit Religionen, Weltanschauungen und ethischen Normen verstärkt die Fähigkeit zu differenzierter Einschätzung von gesellschaftlichen und kulturellen Phänomenen.

Beiträge zu den Bildungsbereichen:

Sprache und Kommunikation:

Arbeit mit Texten und Bildern (Quellen und Darstellungen der Vergangenheit und der Gegenwart in unterschiedlichen Medien), Interpretation und Bewertung; Begriffsbildung und Anwendung sowie kritische Sprachreflexion; Sammeln und Anwenden von Argumenten im Diskurs.

Natur und Technik:

Historische und politische Beispiele zu naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Folgen und technischer Innovation; Arbeit mit Statistiken; Interpretation von Diagrammen; kritische Bewertung des naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts unter Berücksichtigung des ökologischen Wandels.

Kreativität und Gestaltung:

Verstehen von künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten als Ausdruck von Kreativität und Zeitgeist; Wahrnehmung und Gestaltung künstlerischer und kultureller Produkte als Medien der Kommunikation in ihrer historischen oder gesellschaftlichen Bedingtheit. Dabei sollte Kunst als Mittel der gesellschaftlichen Teilhabe und politischen Meinungsbildung in verschiedenen Gesellschaften beachtet werden.

Gesundheit und Bewegung:

Bewegungskultur in historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen; Auswirkung des Ernährungs- und Hygienestandards; gesellschaftliche und politische Funktion des Sports in verschiedenen Kulturen.

Mensch und Gesellschaft:

Die Ziele und Aufgaben des Unterrichts tragen in ihrer Gesamtheit zu diesem Bildungsbereich bei. Insbesondere der Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten, die Achtung demokratischer Werte und Grundrechte und die Arbeit an einer inklusiven Gesellschaft sollten dabei im Vordergrund stehen.

Themenwahl:

Für die Bearbeitung der historischen, sozialkundlichen und politischen Themen sind Module mit Längs- und Querschnitten vorgesehen. Dabei gibt der Unterricht – gemäß dem Zusammenhang von globaler, kontinentaler, nationaler, regionaler und lokaler Aspekte – Einblick in die Geschichte und Politik unterschiedlicher Räume, macht deren Vernetzungen deutlich und bezieht sich somit insbesondere auch auf Interkulturelles und Globales Lernen. Zudem ergeben sich die im Unterricht zu behandelnden Themen aus den fachdidaktischen Prinzipien des historischen und politischen Lernens, den dem Unterricht zugrunde gelegten Basiskonzepten und der fachspezifischen Kompetenzorientierung.

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht in Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung ist so zu gestalten, dass den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, durch die Berücksichtigung fachdidaktischer Prinzipien und anhand des Lernens mit historischen und politischen Basiskonzepten historische und politische Kompetenzen zu erwerben. Dabei gilt es die individuelle Lernentwicklung der Lernenden im Sinn einer Individualisierung und Differenzierung im besonderen Maße zu berücksichtigen.

Didaktische Prinzipien:

Didaktische Prinzipien helfen, die Lerngegenstände sowie die Lehr-Lern-Methoden und anzuwendende fachspezifische Arbeitstechniken auszuwählen, die im Unterricht eingesetzt werden. Folgende didaktische Prinzipien sind zu berücksichtigen: Gegenwarts- und Zukunftsbezug, Lebensweltbezug und Subjektorientierung, Prozessorientierung, Problemorientierung, exemplarisches Lernen, Handlungsorientierung, Multiperspektivität und Kontroversitätsprinzip sowie Wissenschaftsorientierung.

Lernen mit Basiskonzepten

Lernen mit Konzepten bedeutet, den Unterricht auf zentrale, im Unterricht immer wiederkehrende Konzepte auszurichten. Hiefür sind folgende Basiskonzepte zu beachten, die (a) das Zustandekommen von historischem und politischem Wissen reflektieren (Belegbarkeit, Konstruktivität, Kausalität, Perspektive und Auswahl), (b) Zeit als grundlegendes Konzept des historischen Denkens zwischen Kontinuität und Wandel beachten (Zeitverläufe, Zeiteinteilung, Zeitpunkte) sowie (c) Zusammenhänge des menschlichen Zusammenlebens fokussieren (Struktur, Macht, Kommunikation, Handlungsspielräume, Lebens-/Naturraum, Normen, Arbeit, Diversität und Verteilung). Basiskonzepte helfen dabei den Lehrenden bei der Gestaltung des Unterrichts und lassen die Lernenden Zusammenhänge besser verstehen, indem sie in unterschiedlichen Fallbeispielen auf gleiche oder zumindest ähnliche konzeptionelle Strukturen treffen. Die einzelnen Konzepte gilt es miteinander zu verknüpfen.

Lernende verfügen bereits über individuelle Vorstellungen zu Basiskonzepten. Diese müssen aufgegriffen und im Unterricht weiterentwickelt sowie ausdifferenziert werden.

Historische und politische Kompetenzen

Eng verwoben mit einem Lernen mit Konzepten ist der im Unterricht anzustrebende Erwerb von historischen und politischen Kompetenzen, wobei folgende Kompetenzbereiche zu berücksichtigen sind:

Historische Kompetenzen

Historische Fragekompetenz

Geschichte gibt Antworten auf Fragen, die an die Vergangenheit gestellt werden. Im Unterricht sind in Geschichtsdarstellungen vorhandene Fragestellungen aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Fragen an die Vergangenheit zu erkennen und selbst zu formulieren.

Historische Methodenkompetenz

Die Eigenständigkeit im kritischen Umgang mit historischen Quellen zum Aufbau von Vorstellungen und Erzählungen über die Vergangenheit (Re-Konstruktion) sowie ein kritischer Umgang mit historischen Darstellungen (zB Ausstellungen, Spielfilme mit historischen Inhalten, Schul- und Fachbücher, Computerspielen) sind zu fördern (De-Konstruktion). Dazu sind Methoden zu vermitteln, um Analysen und Interpretationen vornehmen zu können.

Historische Sachkompetenz

Der Unterricht ist zudem so zu gestalten, dass fachspezifische Konzepte und Begriffe angewandt, reflektiert und weiterentwickelt werden. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische Orientierungskompetenz

Historisches Lernen trägt – insbesondere unter Berücksichtigung der didaktischen Prinzipien des Gegenwarts- und Zukunftsbezugs sowie der Multiperspektivität – zum besseren Verstehen von Gegenwartsphänomenen und von zukünftigen Herausforderungen bei. Da unterschiedliche Schlüsse aus der Geschichte gezogen werden können, ist im Unterricht auf die Pluralität in der Interpretation zu achten. Die sich daraus ergebenden Synergien mit der historisch-politischen und politischen Bildung sind zu berücksichtigen.

Politische Kompetenzen

Politische Urteilskompetenz

Da das alltägliche Leben von politischen Entscheidungen und Kontroversen beeinflusst wird, hat Politische Bildung einerseits zu einer selbstständigen, sachlich begründeten und auf den oben beschriebenen Werten (Beiträge zu den Aufgabenbereichen der Schule) orientierten Beurteilung politischer Entscheidungen, Probleme und Kontroversen zu befähigen und es andererseits schrittweise zu ermöglichen, sich selbst (Teil-)Urteile zu bilden und zu formulieren.

Politische Handlungskompetenz

Der Unterricht fördert die Bereitschaft und Fähigkeit zu politischem Handeln fördern. Dazu ist es erforderlich, eigene Positionen zu reflektieren und zu artikulieren, Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen sowie an der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen mitzuwirken. Diese für politisches Handeln zentralen Fähigkeiten sind anhand konkreter Beispiele (zB Planspiele) und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Einrichtungen der Schuldemokratie, zu vermitteln.

Politikbezogene Methodenkompetenz

Politische Bildung soll dazu befähigen, Informationen über Politik zu reflektieren und Erscheinungsformen des Politischen (zB in Diskussionen, in Zeitungen, in TV-Sendungen, in Blogs) zu entschlüsseln, indem ein Repertoire von Methoden zur Analyse von Daten, Bildern und Texten vermittelt wird. Gleichzeitig werden Verfahren und Methoden vermittelt, die dazu befähigen, sich mündlich, schriftlich, visuell und in modernen Medien politisch zu artikulieren (zB Beteiligung an Diskussionen zu politischen Fragen, Schülerinnen- und Schülervertreterwahl).

Politische Sachkompetenz

Politische Bildung muss es den Lernenden ermöglichen, politische Konzepte anzuwenden, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dabei gilt es an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anzuschließen und einer altersgemäßen Konkretisierung sowie Weiterentwicklung im Sinn eines Lernens mit Konzepten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Historische und politische Einsichten

Die Orientierung an didaktischen Prinzipien und der Kompetenzorientierung sowie das Lernen mit Konzepten ermöglicht die Entwicklung folgender historischer und politischer Einsichten:

Lehrstoff:

Kernbereich:

Die eingangs beschriebenen Basiskonzepte und die folgenden thematischen Konkretisierungen sind bezogen auf die schwerpunktmäßig zu erwerbenden fachspezifischen (Teil-)Kompetenzen innerhalb der einzelnen Module zu bearbeiten und über die Schulstufen und Module hinweg kontinuierlich aufzugreifen und weiter zu entwickeln.

2. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick von der Urgeschichte bis zum Ende des Mittelalters zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Historische Quellen und Darstellungen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Besondere Merkmale von Darstellungen herausarbeiten und mit anderen Darstellungen vergleichen; Quellen und Darstellungen hinsichtlich ihrer Charakteristika unterscheiden; Merkmale von Quellen und Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Alte Kulturen:Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen der Vergangenheit (Rekonstruktionszeichnung) systematisch hinterfragen; Vergleich von Darstellungen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Mittelalter:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Ausbeutung und Menschenrechte – ein Längsschnitt:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Bedeutung von Religionen in verschiedenen Kulturen der Vergangenheit: Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Welt- und Vernetzungsgeschichte zur Zeit der europäischen Antike: Schülerinnen und Schüler können: Kritisches Arbeiten mit Geschichtskarten, Bewertungen in historischen Quellen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Vergangene und gegenwärtige Herrschaftsformen: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen und ihre Intentionen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Möglichkeiten für politisches Handeln:Schülerinnen und Schüler können: Politische Interessen und Meinungen ausdrücken; Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen treffen; mit Institutionen und Personen der politischen Öffentlichkeit Kontakt aufnehmen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Gesetze, Regeln und Werte:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen; Politische Meinungen und Interessen vertreten und durchsetzen; Führen von politischen Diskussionen (ua. Diskussionsregeln und -strategien);

Thematische Konkretisierung:

3. Klasse

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick in die Geschichte des Zeitraumes vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung): Verschiedene Aspekte der neuzeitlichen Kulturen: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen, Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten und systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Begegnungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden: Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren, eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3 (Historische Bildung): Diversity: Geschlecht – Ethnie – Klasse: Schülerinnen und Schüler können: Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen, Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Internationale Ordnungen und Konflikte im Wandel: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen; Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Migration vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen, eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus der Arbeit mit Quellen und Darstellungen für die eigene Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historische Bildung): Gewalt, Gefühle und Einstellungen im gesellschaftlichen Kontext: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen behandelt werden, herausarbeiten; Bewertungen in historischen Quellen und Darstellungen erkennen und analysieren;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Revolutionen, Widerstand, Reformen:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Identitäten:Schülerinnen und Schüler können: Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Wahlen und Wählen: Schülerinnen und Schüler können: Führen von politischen Diskussionen; Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Bewusste und reflektierte politische Entscheidungen (ua. Teilnahme an Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozessen) treffen; Angebote von politischen Organisationen nutzen;

Thematische Konkretisierung:

4. Klasse:

Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu geben, wobei insbesondere Kontinuitäten bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung ergänzen und erweitern diese Analyse. Die angeführten Teilkompetenzen sind mit den Konkretisierungen in Verbindung zu setzen. Die Basiskonzepte sind dabei im Sinn von Lernfortschritten ausgewogen einzubinden.

Modul 1 (Historische Bildung: Globalisierung im 20. und 21. Jahrhundert:Schülerinnen und Schüler können: Orientierungsangebote aus Darstellungen hinterfragen und mit alternativen Angeboten konfrontieren; Diskussionen zur Nutzung von historischen Erkenntnissen für Gegenwart und Zukunft führen; Aufbau von Darstellungen analysieren (inhaltliche Gewichtung, Argumentationslinien, Erzähllogik sowie Bewertungen);

Thematische Konkretisierung:

Modul 2 (Historische Bildung): Faschismus – Nationalsozialismus – politische Diktaturen:Schülerinnen und Schüler können: Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Perspektivität von Quellen wahrnehmen; Eigene historische Erzählungen erstellen; Erkenntnisse aus Quellenarbeit oder Arbeit mit Darstellungen für individuelle Orientierung nutzen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 3: (Historische Bildung): Demokratie in Österreich: Schülerinnen und Schüler können: Bewertungen in historischen Quellen erkennen; Gattungsmerkmale von Darstellungen herausarbeiten, Darstellungen der Vergangenheit systematisch hinterfragen, Vergleich von Darstellungen zum gleichen Inhalt;

Thematische Konkretisierung:

Modul 4 (Historische Bildung): Europäisierung: Schülerinnen und Schüler können: Fragen, die in Darstellungen oder Erzählungen (ua. Oral-History) behandelt werden, herausarbeiten; Darstellungen hinsichtlich angebotener Orientierungen für die Gegenwart und Zukunft befragen; Intentionen hinter den Orientierungsangeboten erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 5 (Historische Bildung): Holocaust/Shoah, Genozid und Menschenrechte:Schülerinnen und Schüler können: Fragen an die Vergangenheit formulieren; Fragen an historische Quellen stellen; Schriftliche und bildliche Quellen beschreiben, analysieren und interpretieren; Eigene historische Erzählungen erstellen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 6 (Historisch-politische Bildung): Geschichtskulturen – Erinnerungskulturen – Erinnerungspolitik: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 7 (Historisch-politische Bildung): Gesellschaftlicher Wandel im 20. und 21. Jahrhundert: Schülerinnen und Schüler können: Quellenbezüge in Darstellungen herausarbeiten und überprüfen; Einfluss von Fragestellungen auf Darstellungen erkennen;

Thematische Konkretisierung:

Modul 8 (Politische Bildung): Politische Mitbestimmung:Schülerinnen und Schüler können: Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung) in unterschiedlichen Medien; Politische Urteile hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Begründung beurteilen; Eigene politische Urteile fällen und formulieren; Folgen und Auswirkungen von politischen Urteilen bewerten;

Thematische Konkretisierung:

Modul 9 (Politische Bildung): Medien und politische Kommunikation: Schülerinnen und Schüler können: Arbeiten mit politischen Manifestationen (Nachvollzug der Erhebung und Analyse von Daten); Arbeiten mit politischen Medien (Analyse von medial vermittelten Informationen); Erstellen von politischen Manifestationen (Informationsgewinnung/-darstellung);

Thematische Konkretisierung: