Bundesrecht konsolidiert

Übereinkommen über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal § 0

Kurztitel

Übereinkommen über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal

Kundmachungsorgan

BGBl. III Nr. 180/2000 zuletzt geändert durch BGBl. III Nr. 195/2017

Typ

Vertrag - Multilateral

§/Artikel/Anlage

§ 0

Inkrafttretensdatum

06.10.2000

Außerkrafttretensdatum

Unterzeichnungsdatum

09.12.1994

Index

19/21 Angestellte internationaler Organisationen

Langtitel

(Übersetzung)
Übereinkommen über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal
StF: BGBl. III Nr. 180/2000 (NR: GP XXI RV 50 AB 128 S. 30. BR: AB 6138 S. 666.)

Änderung

BGBl. III Nr. 83/2006 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 118/2010 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 58/2013 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 59/2013 (K – Geltungsbereich F)

BGBl. III Nr. 195/2017 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 196/2017 (K – Geltungsbereich F)

Sprachen

Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch

Vertragsparteien

*Albanien III 83/2006 *Argentinien III 180/2000 *Aserbaidschan III 180/2000, III 84/2010 F *Australien III 83/2006 *Bangladesch III 180/2000 *Belarus III 83/2006 *Belgien III 83/2006, III 59/2013 F *Benin III 195/2017, III 196/2017 F *Bolivien III 83/2006 *Bosnien-Herzegowina III 83/2006, III 84/2010 F *Botsuana III 180/2000, III 84/2010 F *Brasilien III 180/2000 *Brunei III 83/2006 *Bulgarien III 180/2000 *Burkina Faso III 118/2010 *Chile III 180/2000 *China III 83/2006, III 118/2010 *Costa Rica III 83/2006 *Côte d`Ivoire III 83/2006 *Dänemark III 180/2000, III 59/2013 F *Deutschland III 180/2000, III 84/2010 F *Dominikanische R III 58/2013, III 59/2013 F *Ecuador III 83/2006 *El Salvador III 195/2017 *Estland III 83/2006 *Fidschi III 180/2000 *Finnland III 83/2006, III 196/2017 F *Frankreich III 180/2000, III 84/2010 F *Griechenland III 180/2000 *Guatemala III 84/2010 F, III 118/2010 *Guinea III 83/2006 *Guyana III 83/2006 *Irland III 83/2006 *Island III 83/2006 *Italien III 180/2000 *Jamaika III 83/2006, III 84/2010 F *Japan III 180/2000 *Kanada III 83/2006 *Kenia III 83/2006, III 84/2010 F *Kolumbien III 195/2017, III 196/2017 F *Korea/DVR III 83/2006 *Korea/R III 180/2000 *Kroatien III 180/2000 *Kuwait III 83/2006 *Laos III 83/2006 *Lesotho III 180/2000 *Libanon III 83/2006 *Liberia III 83/2006 *Libyen III 83/2006 *Liechtenstein III 83/2006, III 84/2010 F *Litauen III 83/2006 *Luxemburg III 83/2006 *Malawi III 118/2010 *Mali III 84/2010 F, III 118/2010 *Mazedonien III 83/2006 *Monaco III 180/2000, III 84/2010 F *Mongolei III 83/2006 *Montenegro III 118/2010 *Nauru III 83/2006 *Nepal III 83/2006 *Neuseeland III 180/2000, III 59/2013 F *Niederlande III 83/2006, III 84/2010 F *Norwegen III 180/2000, III 84/2010 F *Palästina III 195/2017, III 196/2017 F *Panama III 180/2000 *Paraguay III 118/2010 *Philippinen III 180/2000 *Polen III 180/2000, III 59/2013 F *Portugal III 180/2000 *Rumänien III 180/2000 *Russische F III 83/2006 *Samoa III 83/2006 *Saudi-Arabien III 118/2010 *Schweden III 180/2000, III 84/2010 F *Schweiz III 84/2010 F, III 118/2010 *Senegal III 180/2000 *Serbien-Montenegro III 83/2006 *Singapur III 180/2000, III 59/2013 F *Slowakei III 180/2000, III 84/2010 F *Slowenien III 83/2006, III 84/2010 F *Spanien III 180/2000, III 84/2010 F *Sri Lanka III 83/2006 *Togo III 118/2010 *Tschechische R III 180/2000, III 84/2010 F *Tunesien III 83/2006, III 84/2010 F *Türkei III 83/2006 *Turkmenistan III 180/2000 *Ukraine III 180/2000 *Ungarn III 180/2000 *Uruguay III 180/2000 *Usbekistan III 180/2000 *Vereinigtes Königreich III 180/2000, III 84/2010 F, III 58/2013, III 59/2013 F *Zypern III 83/2006

Sonstige Textteile

Der Nationalrat hat beschlossen:

1.

Der Abschluss des nachstehenden Staatsvertrages wird genehmigt.

2.

Gemäß Art. 49 Abs. 2 B-VG ist dieser Staatsvertrag in arabischer, französischer, spanischer, russischer und chinesischer Sprache dadurch kundzumachen, dass das Übereinkommen zur öffentlichen Einsichtnahme im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten aufliegt.

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Beitrittsurkunde wurde am 6. September 2000 beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; das Übereinkommen tritt gemäß seinem Art. 27 Abs. 2 für Österreich mit 6. Oktober 2000 in Kraft.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert bzw. sind ihm beigetreten:

Argentinien, Aserbaidschan, Bangladesch, Botsuana, Brasilien, Bulgarien, Chile, Dänemark, Deutschland, Fidschi, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Republik Korea, Kroatien, Lesotho, Monaco, Neuseeland, Norwegen, Panama, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Senegal, Singapur, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan, Vereinigtes Königreich.

Nachstehende Staaten haben anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde folgende Erklärungen abgegeben:

Belgien:

Die Regierung von Belgien erklärt, dass Art. 9 Abs. 1 lit. c nur Fälle erfasst, in welchen die Drohung glaubhaft ist.

China:

Die Volksrepublik China erklärt, dass sie sich durch Art. 22 Abs. 1 nicht gebunden erachtet.

Die Volksrepublik China teilt weiters mit, dass das Übereinkommen im Einklang mit Art. 153 des Grundgesetzes für die Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China und Art. 138 des Grundgesetzes der Sonderverwaltungsregion Macao der Volksrepublik China auf die Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macao anwendbar ist.

Ferner hat die Volksrepublik China am 27. Juli 2007 nachstehende Erklärung betreffend die Sonderverwaltungsregion Hongkong abgegeben:

Gemäß Art. 10 Abs. 2 des Übereinkommens hat die Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China die in Art. 10 Abs. 2 lit. a des Übereinkommens genannte Gerichtsbarkeit über die in Art. 9 des Übereinkommens bezeichneten Straftaten begründet.

Costa Rica:

Die Regierung Costa Ricas erklärt einen Vorbehalt zu Art. 2 Abs. 2 des Übereinkommens mit der Wirkung, dass die Einschränkung der Anwendung des Übereinkommens dem pazifistischen Denken des Landes widerspricht und daher im Fall eines Konflikts mit der Anwendung dieses Übereinkommens Costa Rica, wo nötig, dem humanitären Recht Vorrang einräumen wird.

Deutschland:

In Übereinstimmung mit dem deutschen Recht werden die Behörden der Bundesrepublik Deutschland Informationen über Verdächtige, Opfer und Umstände der Straftat (persönliche Daten) unmittelbar dem in Betracht kommenden Staat übermitteln und gleichzeitig den Generalsekretär der Vereinten Nationen darüber in Kenntnis setzen, dass diese Information übermittelt wurde.

El Salvador:

Vorbehalte und Erklärungen anderer Vertragsparteien sowie Einsprüche und Einwendungen sind in englischer und französischer Sprache auf der Webseite der Vereinten Nationen unter http://treaties.un.org/ abrufbar [CHAPTER XVIII.8].

Estland:

Gemäß Art. 10 Abs. 2 des Übereinkommens begründet die Republik Estland Gerichtsbarkeit über solche Straftaten, die gegen einen Staatsbürger von Estland begangen werden.

Demokratische Volksrepublik Korea:

Die Regierung der Volksrepublik Korea erachtet sich durch Art. 22 Abs. 1 des Übereinkommens nicht gebunden.

Kuwait:

Vorbehalt zu Art. 22 Abs. 1 gemäß Art. 22 Abs. 2 des Übereinkommens.

Demokratische Volksrepublik Laos:

Gemäß Art. 22 Abs. 2 des Übereinkommens über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal erachtet sich die Demokratische Volksrepublik Laos nicht an Art. 22 Abs. 1 des Übereinkommens gebunden. Die Demokratische Volksrepublik Laos erklärt, dass zur Unterbreitung eines Streitfalles über Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens einer Schiedsgerichtsbarkeit oder dem Internationalen Gerichtshof das Einverständnis aller betroffenen Vertragsparteien erforderlich ist.

Nepal:

Die Regierung von Nepal benützt die Bestimmungen von Art. 22 Abs. 2 und erklärt, dass sie sich nicht an Art. 22 Abs. 1 gebunden erachtet, der vorsieht, dass jeder Streitfall zwischen zwei oder mehreren Vertragsparteien über die Auslegung oder Anwendung dieses Übereinkommens über Ersuchen einer dieser Vertragsparteien einer Schiedsgerichtsbarkeit unterbreitet oder an den Internationalen Gerichtshof verwiesen wird, und stellt fest, dass in jedem einzelnen Fall die vorhergehende Zustimmung aller Vertragsparteien zur Unterbreitung des Streitfalles der Schiedsgerichtsbarkeit oder dem Internationalen Gerichtshof erforderlich ist.

Niederlande:

Das Königreich der Niederlande geht davon aus, dass Art. 14 des Übereinkommens über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal feststellt, dass die zuständigen nationalen Behörden über einen ihnen unterbreiteten Fall gemäß nationalem Recht und in derselben Weise entscheiden müssen, als sie über gemeinrechtliche strafbare Handlungen schwerer Art entscheiden würden. Folglich geht das Königreich der Niederlande davon aus, dass diese Bestimmung das Recht der zuständigen gerichtlichen Behörden beinhaltet, darüber zu entscheiden, eine Person, die angeblich eine Straftat gemäß Art. 9 Abs. 1 begangen hat, dann nicht zu verfolgen, wenn nach Ansicht der zuständigen gerichtlichen Behörden schwerwiegende Erwägungen im Rahmen des Prozessrechtes darauf hinweisen, dass eine Strafverfolgung tatsächlich möglich wäre.

Saudi Arabien:

Die Regierung des Königreichs von Saudi-Arabien hält sich nicht an Art. 22 Abs. 1 gebunden.

Slowakei:

Wenn eine Streitigkeit über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens nicht im Verhandlungsweg beigelegt wird, zieht es die Slowakische Republik vor, die Streitigkeit dem Internationalen Gerichtshof gemäß Art. 22 Abs. 1 des Übereinkommens zu unterbreiten. Demzufolge kann eine Streitigkeit, in der die Slowakische Republik eine Partei sein könnte, nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Slowakischen Republik einem Schiedsverfahren unterworfen werden.

Tunesien:

Die Tunesische Republik erklärt, dass sie sich durch Art. 22 Abs. 1 des Übereinkommens nicht gebunden erachtet und hält fest, dass Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung dieses Übereinkommens nur mit Zustimmung aller Streitparteien einem Schiedsgericht oder dem Internationalen Gerichtshof unterbreitet werden können.

Türkei:

Erklärungen:

1.

Die Republik Türkei wird die Bestimmungen dieses Übereinkommens nur gegenüber solchen Staaten anwenden, mit denen sie diplomatische Beziehungen unterhält.

2.

Die Republik Türkei ratifiziert dieses Übereinkommen nur hinsichtlich jenes Gebiets, in dem die Verfassung und das Rechts- und Verwaltungssystem der Republik Türkei angewendet werden.

3.

Die Republik Türkei erklärt gemäß Art. 22 Abs. 2 des Übereinkommens, dass sie sich durch Art. 22 Abs. 1 nicht gebunden erachtet. Die ausdrückliche Zustimmung der Republik Türkei ist in jedem Einzelfall erforderlich, bevor eine Streitigkeit über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens dem Internationalen Gerichtshof unterbreitet werden kann.

Vorbehalt in Bezug auf Art. 20 Abs. 1 betreffend die Anwendbarkeit des humanitären Völkerrechts:

Die Türkei ist nicht Partei der Zusatzprotokolle I und II vom 8. Juni 1977 zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 und daher nicht an die Bestimmungen dieser Protokolle gebunden.

Vereinigtes Königreich:

Ferner hat das Vereinigte Königreich am 19. Februar 2013 mitgeteilt, dass das Übereinkommen auch auf die Insel Man Anwendung findet.

Präambel/Promulgationsklausel

DIE VERTRAGSSTAATEN DIESES ÜBEREINKOMMENS:

ZUTIEFST BESORGT über die wachsende Zahl von Todesfällen und Verletzungen durch vorsätzliche Angriffe gegen Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetes Personal,

IN DEM BEWUSSTSEIN, dass Angriffe gegen Personal, das im Namen der Vereinten Nationen handelt, oder sonstige Misshandlungen dieses Personals, gleichviel von wem sie begangen werden, nicht gerechtfertigt und nicht hingenommen werden können,

IN DER ERKENNTNIS, dass Einsätze der Vereinten Nationen im Interesse der gesamten Völkergemeinschaft und im Einklang mit den Grundsätzen und Zielen der Satzung der Vereinten Nationen durchgeführt werden,

IN ANERKENNUNG des wichtigen Beitrags, den Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetes Personal zu den Bemühungen der Vereinten Nationen in den Bereichen vorbeugende Diplomatie, Friedensschaffung, Friedenssicherung, Friedenserhaltung sowie humanitäre und andere Einsätze leistet,

EINGEDENK der bestehenden Vereinbarungen zur Gewährleistung der Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal, einschließlich der von den Hauptorganen der Vereinten Nationen in dieser Hinsicht unternommenen Schritte,

IN DER ERKENNTNIS jedoch, dass die bestehenden Schutzmaßnahmen für Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetes Personal unzureichend sind,

IN DER ERKENNTNIS, dass die Wirksamkeit und Sicherheit der Einsätze der Vereinten Nationen erhöht werden, wenn solche Einsätze mit Zustimmung und unter Mitwirkung des Gaststaats durchgeführt werden,

MIT EINEM AUFRUF an alle Staaten, in denen Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetes Personal eingesetzt ist, und an alle anderen, auf die dieses Personal angewiesen ist, umfassende Unterstützung zu leisten, um die Durchführung der Einsätze der Vereinten Nationen und die Erfüllung ihres Mandats zu erleichtern,

ÜBERZEUGT, dass dringend angemessene und wirksame Maßnahmen zur Verhütung von Angriffen gegen Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetes Personal und zur Bestrafung derjenigen, die solche Angriffe durchgeführt haben, getroffen werden müssen.

SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN

Anmerkung

1. Vorbehalte, Erklärungen etc. der Vertragsparteien wurden mit Stichtag 09.11.2017 eingearbeitet.
2. vgl. Fakultativprotokoll BGBl. III Nr. 84/2010

Schlagworte

e-rk3

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2018

Gesetzesnummer

20000956

Dokumentnummer

NOR30001025